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So soll Matthias Kühn versucht haben, die Insel Tagomago zu verkaufen

Obwohl er formal nicht Eigentümer des Eilands ist, hat der Hamburger Unternehmer Verhandlungen zum Verkauf geführt

Der Inbegriff einer privaten Trauminsel vor Ibiza: Tagomago.

Der Inbegriff einer privaten Trauminsel vor Ibiza: Tagomago. / DM

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Der deutsche Immobilienunternehmer Matthias Kühn hat laut Ermittlungsakten, die dem "Diario de Mallorca" vorliegen, mehrfach versucht, die Privatinsel Tagomago zu verkaufen. Das Eiland vor Ibiza gehört ihm formal aber gar nicht. Ein Gericht in Palma ermittelt derzeit wegen Vermögensverlagerung, Prozessbetrug und strafbarer Insolvenz gegen den 66-Jährigen.

Kühn waren in einem anderen Verfahren vergangenes Jahr 96 Millionen Euro staatliche Entschädigung zugesprochen worden, weil er ein ursprünglich genehmigtes Bauvorhaben in Sóller letztlich nicht realisieren durfte. Das Ermittlungsgericht versucht nun sicherzustellen, dass er aus dieser Summe seine Schulden beim Finanzamt bezahlt und nicht, wie von der Ermittlungsrichterin befürchtet, "alle Aktiva verschwinden lassen könnte". Das Gericht hat 28,3 Millionen Euro gepfändet, womit die Steuerschulden des Unternehmers sowie eine zu erwartende Strafzahlung abgedeckt sein sollen.

Der Immobilienunternehmer hatte im Laufe der Jahre ein dichtes Firmengeflecht aufgebaut. Staatsanwaltschaft und Finanzamt werfen ihm vor, darin das Vermögen verlagert zu haben, um seinen Verpflichtungen nicht nachzukommen.

Über Jahre hinweg von Matthias Kühn vermarktet

Zu diesem Vermögen gehört nach Ansicht der Ermittler auch die über Jahre hinweg von Kühn beworbene Insel Tagomago. Formal ist sie im Besitz einer Gesellschaft namens Tagomago Establishment, die von einem Unternehmer mit Sitz in Liechtenstein und seiner Tochter geleitet wird.

Dass die Insel für 150 Millionen Euro verkauft werden sollte, wurde erstmals 2020 bekannt. Im März 2022 soll ein chinesischer Milliardär Interesse bekundet haben. Ende 2023 reiste Kühn dann offenbar gemeinsam mit seinem Sohn nach Zürich gereist, um mit einem Londoner Unternehmen Verhandlungen über den Verkauf der Insel zu führen.

Immobilienunternehmer fühlte sich "betrogen"

Der Verkauf an das britische Unternehmen scheiterte allerdings, weil die Interessenten nicht belegen konnten, dass sie tatsächlich über die Mittel verfügten, um die Insel zu kaufen. Kühn soll sich damals "betrogen" gefühlt haben, wie aus den Ermittlungsakten hervorgeht.

Matthias Kühn und seine Partnerin Norma Duval.

Matthias Kühn und seine Partnerin Norma Duval auf Tagomago. / Robles

Kühn ist bestens über Tagomago im Bilde

Kühn war laut den Ermittlungsakten jederzeit über die Vorgänge rund um die Insel Tagomago informiert. Rund um die Insel gab es in der Vergangenheit immer wieder rechtliche Auseinandersetzungen sowie Ärger, weil Umweltschutzauflagen möglicherweise nicht erfüllt wurden.

Kühn soll im Namen der Eigentümer auch einen Brief an den Inselrat von Ibiza vorbereitet haben, in dem er die Politiker dazu auffordert, sich selbst vor Ort ein Bild vom Zustand der Insel zu machen. "Seit wir für die Insel verantwortlich sind (seit 2005, Anm. d. Red.), ist Tagomago besser erhalten als je zuvor", schreibt Kühn. Pro Jahr werde das einzige Haus auf dem Eiland etwa 20 Tage vermietet, und es gebe nicht mehr als eine oder höchstens zwei Feste im Monat. Noch dazu kümmere man sich darum, die Insel sauber zu halten und etwa Plastik aufzusammeln.

Mit weiteren Details aktualisierte Fassung von 17.05 Uhr.

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