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"Nicht gut, wenn Posten an einer Person hängt": Hans Lenz gibt Vorsitz des Maklerverbandes ABINI ab

Im Gespräch mit der MZ zieht der Director Southwest bei Engel & Völkers eine Bilanz seiner fünfjährigen Arbeit

Hans Lenz stand fünf Jahre der Vereinigung ABINI vor.

Hans Lenz stand fünf Jahre der Vereinigung ABINI vor. / ABINI

Johannes Krayer

Johannes Krayer

Hans Lenz tritt kürzer: Der Vorsitzende der Vereinigung der internationalen und nationalen Immobilienunternehmer auf Mallorca (ABINI) hat am Mittwoch (5.2.) seinen Posten zur Verfügung gestellt. Zum Nachfolger des Director Southwest bei Engel & Völkers wurde einstimmig Daniel Arenas von Mallorca Site gewählt. Neu im Vorstand sind nun auch Marvin Bonitz (Minkner & Bonitz), Alby Euesden (The Agency) und John Van Eenennaam (John Taylor).

„Alle Vorstandsmitglieder waren fünf Jahre dabei, da war es Zeit für einen Wechsel“, sagte Lenz der MZ. Man dürfe nicht vergessen, dass es sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit handle, die angesichts der Herausforderungen auf dem Immobilienmarkt der Insel einige Zeit in Anspruch genommen habe.

Außerdem sei eine Erneuerung ab und zu "gesund". "Ich will auch anderen die Möglichkeit geben, Ihr Können zu zeigen. Dazu kommt, dass es nicht gut ist, wenn ein Posten zu sehr an einer Person hängt", sagt Lenz. Derartige Positionen sollten sich nicht "verewigen". ABINI selbst bleibt Lenz aber treu.

Hauptsächlich ausländische Immobilienfirmen

Lenz war seit der Gründung von ABINI im Dezember 2019 Vorsitzender. Damals hatten sich 14 vor allem internationale Immobilienunternehmen zusammengeschlossen, darunter zahlreiche Firmen aus dem Luxussegment. Die Zahl sei in den Jahren annähernd gleich geblieben, sagte Lenz. Insgesamt rund 400 Mitarbeiter im Immobiliensektor vertrete ABINI. Dass es sich bei den Mitgliedern hauptsächlich um ausländische Immobilienunternehmen mit einem Fokus auf höherpreisige Objekte handle, sei nur verständlich. "Die meisten einheimischen Makler und Immobilienfirmen waren schon der großen Vereinigung API angeschlossen", erklärt Lenz.

Die ausländischen Unternehmen hätten sich Ende 2019 vor allem deshalb zusammengeschlossen, weil sich die damalige Linksregierung Gedanken über eine Regulierung der Branche machte. "Das war für uns ein Katalysator, um eine eigene Interessensvertretung zu gründen", sagt Lenz. Die ABINI-Mitglieder forderten bereits länger eine derartige Regulierung, die allerdings mehrere Jahre auf sich warten ließ und erst im April 2024 im Rahmen des Notfallgesetzes zur Bekämpfung der Wohnungsnot im Balearen-Parlament verabschiedet wurde.

"Ein Stück weit mitverantwortlich"

Lenz, der kein großes Geheimnis aus seiner größeren Nähe zur konservativen Landesregierung unter Ministerpräsidentin Marga Prohens macht, sagt, dass die Gespräche mit der jetzigen Regierung "viel ruhiger" verlaufen als mit der Linksregierung zuvor. "Die jetzige Regierung möchte anhand von Daten und Fakten Lösungen für die Probleme, wie etwa die Wohnungsnot, finden." Zuvor sei es immer wieder zu ideologisch motivierten Entscheidungen gekommen, die "den Menschen auf der Insel nicht weiterhelfen".

Lenz schlägt allerdings auch selbstkritische Töne an. In Sachen Wohnraummangel und Immobilienpreise etwa. "Für dieses Problem sind wir sicher ein Stück weit mitverantwortlich, aber wir sind auch nicht, wie das hin und wieder hingestellt wurde, die Hauptschuldigen." Es habe mit den Einheimischen und den wohlhabenden Ausländern schon immer zwei Märkte auf der Insel gegeben, die wenig miteinander zu tun hätten.

Lange Zeit sei das Thema seitens der Politik ignoriert worden. Lenz verspricht, dass ABINI selbst Teil der Lösung sein will. "Wir sehen uns als eine Art Vermittler zwischen den vielfach ausländischen Investoren und der Politik hier und den Einheimischen." ABINI könne durchaus auf Investorenseite die Wohnungsnot immer wieder auf die Tagesordnung bringen und versuchen, auf Kooperationen zwischen der Privatwirtschaft und der öffentlichen Hand hinzuwirken. "Wir dürfen bei allem, was wir tun, nie die Einheimischen vergessen", sagt Lenz.

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