Streit um deutsche Luxusimmobilie auf Mallorca: Besetzt eine Ex-Miss-Germany-Kandidatin eine Wohnung?
Ein Wirtschaftsboss bezichtigt eine Teilnehmerin der Miss-Germany-Wahl 2012, seine Wohnung auf Mallorca besetzt zu halten. Noch hält sich der Schaden in Grenzen, aber bei einem möglichen Prozess würden sich die Kosten vervielfältigen. Die Frau sieht sich indes selbst als Opfer

Die Wahl zur Miss Germany 2012 gewann Isi Glück (letzte Reihe, ganz rechts). Eine andere Kandidatin hat nun Ärger auf Mallorca. | FOTO: DPA
„The winner takes it all“, sang ABBA bereits vor 45 Jahren. Wer weiß, ob zwei Karrieren unterschiedlich verlaufen wären, hätte die Jury der Miss-Germany-Wahl 2012 anders entschieden. Isi Glück holte den Titel und startete wenige Jahre später als Ballermann-Sängerin durch. Heute ist die Ex-Schönheitskönigin eines der bekanntesten Gesichter der deutschen Feiermeile. Von einem ähnlichen Weg träumte eine andere Kandidatin, die damals als regionale Miss ins Rennen ging, aber den Kürzeren zog. Heute wirft ihr ein deutscher Manager vor, seine Wohnung auf Mallorca besetzt zu halten. Sie bestreitet das.
Seinen Namen möchte der Unternehmer nicht nennen. „Ich bin schließlich kein einfacher Fabrikarbeiter und leicht zu googeln“, sagt er. Nennen wir ihn Herbert Brumm. Der Deutsche kaufte sich mit seiner Frau in einer der teuersten Gegenden im Südwesten der Insel eine Luxuswohnung. „Als Kapitalanlage. Wir hatten vor, sie langfristig zu vermieten.“
Im vergangenen August meldete sich ein Interessent aus Australien, der mit seiner deutschen Freundin – ebenjener Schönheitskönigin – einzog. „Kurze Zeit später zerstritten sie sich aber“, erzählt Brumm. Sie zeigte ihn wegen häuslicher Gewalt an. Er behauptete, das sei alles erstunken und erlogen. Der Australier kündigte fristgerecht zum Jahresende 2024 die Wohnung und zog aus. „Sie hingegen blieb und sagte, dass sie den Mietvertrag übernehmen wolle“, so der Manager.
Streit um neuen Mietvertrag
So weit, so gut. Allerdings tauchten bei den Vertragsverhandlungen immer wieder Probleme auf. Der Manager wollte sich vergewissern, dass die Schönheitskönigin über die finanziellen Mittel verfügt, um sich die Luxuswohnung überhaupt leisten zu können. „Wir reden hier von etwa 4.000 Euro im Monat. Die Immobilie ist heutzutage bestimmt 1,5 Millionen Euro wert“, sagt Brumm. Doch so richtig habe die Frau nie mit der Sprache rausrücken wollen. „Sie schickte mir komische Unterlagen, mitunter irgendwelche Rechnungen aus der Corona-Zeit, wo sie angeblich mit einer Firma groß Kasse gemacht hat. Oder einen Arbeitsvertrag in der Physiotherapie-Praxis ihrer Mutter. Dabei ist offensichtlich, dass dieser Job nicht existiert.“
Brumm erhöhte kurzerhand die Kaution, um eine gewisse Sicherheit zu haben. „Die zahlte ein neuer Freund von ihr, allerdings nur einen Teil der geforderten Summe“, so der Deutsche. „Im Januar überwies ich das Geld zurück und erklärte die Verhandlungen für beendet.“ Brumm setzte einen Termin am letzten Tag des Monats zur Schlüsselübergabe an. Der finanzielle Schaden hielt sich bis dahin in Grenzen, denn der Australier zahlte die Miete bis Ende Dezember. Brumm sei bislang „nur“ auf Nebenkosten, die er für die Mieterin zahlt, sowie der Januar-Miete sitzengeblieben. „Strom und Wasser darf ich nicht abstellen lassen. Das würde als Nötigung ausgelegt werden.“
Hat die Frau Geld oder nicht?
Der Australier erschien zu dem Termin nicht, schickte aber einen Anwalt. „Der Ex hat Bammel, etwas falsch zu machen. Die Schönheitskönigin ist schließlich mit allen Wassern gewaschen“, giftet Brumm. Die Bewohnerin der Luxusimmobilie war zu dem Zeitpunkt nicht daheim, kam aber wenig später mit einem 430er BMW-Cabrio vorgefahren. „So ein Auto kostet über 80.000 Euro“, sagt der Vermieter, der sich deshalb sicher ist, dass es am Geld nicht scheitern kann. „Sie läuft auch mit Handtaschen herum, die laut meiner Frau 20.000 Euro kosten.“ Allerdings würde die Dame sich immer wieder in Ausreden flüchten und auf verpasste Anrufe nicht zurückrufen. „Sie hat eine kleine Tochter. Es ist absehbar, dass sie bei einem möglichen Gerichtstermin darauf plädieren würde, sich in einer schutzbedürftigen Situation zu befinden“, befürchtet der Unternehmer.
Daher hat Brumm derzeit Bedenken, juristische Schritte einzuleiten. „Wir wissen doch, wie das auf Mallorca läuft. Das dauert dann gerne mal sechs Monate. In der Zeit sammeln sich die Mietschulden an. Das Geld sehe ich dann nicht wieder. Und 30.000 Euro wäre ein Betrag, der auch mir wehtun würde“, sagt der Vermieter.
Das sagt die Gegenseite
Auf MZ-Anfrage bei der Schönheitskönigin meldete sich ihr neuer spanischer Freund und direkt im Anschluss ihre Anwältin. Nach dem Abgang des Australiers, gegen den ein Annäherungsverbot besteht, habe das neue Paar dem Manager vier Monatsmieten überwiesen. Knapp 16.000 Euro. „Das sollte zeigen, dass meine Klientin über ausreichend finanzielle Mittel verfügt. Zumal es illegal ist, eine höhere Kaution zu fordern“, so die Anwältin. Die Frau sei aber gar nicht auf Streit aus. „Sie sucht gerade eine neue Bleibe. Das ist beim angespannten Wohnungsmarkt auf Mallorca aber nicht so einfach. Zumal ihre Tochter direkt um die Ecke zur Schule geht.“ Die Nebenkosten habe sie sehr wohl bezahlt.
Dass nun Aussage gegen Aussage steht, will Brumms Anwalt nicht auf sich sitzen lassen. „Fakt ist, dass die Frau eine Wohnung besetzt, ohne einen gültigen Mietvertrag unterschrieben zu haben. Es ist das gute Recht meines Klienten, sich den Mieter aussuchen zu dürfen“, sagt er. Brumm erwägt auf Anraten des Anwalts, nun doch juristisch gegen die Deutsche vorzugehen, die weiterhin ohne Vertrag in seiner Immobilie wohnt. Und gegen den Australier, „der die Wohnung mit einer okupa zurückgab“.
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