Wohnungssuche auf Mallorca: Auf diesen Portalen sollten Sie besonders vorsichtig sein
Das perfekte Zimmer, in bester Lage und zu einem guten Preis. Einfach vermittelt auf Onlineplattformen wie Facebook. Was auf den ersten Blick verlockend aussieht, sollte die Alarmglocken schrillen lassen

Auf Mallorca wird es immer schwerer, ein WG-Zimmer zu finden. Bei den Online-Inseraten ist besondere Vorsicht geboten. / M. Mielniezuk
Wer auf Mallorca nach einem Zimmer oder einer Mietwohnung sucht, hat dafür zahlreiche Möglichkeiten. Die Klassiker für die Online-Suche sind dabei Portale wie idealista.com oder das in Deutschland oft bei Studenten genutzte WG-Gesucht.de. Auch in Facebook-Gruppen werden immer häufiger Zimmer gesucht und aktiv angeboten. Besonders Leute, die vom Ausland aus auf Wohnungssuche gehen — weil sie auf Mallorca ein Praktikum oder Erasmus-Jahr absolvieren wollen oder für einen Saisonjob kurzfristig eine Bleibe suchen — sind auf diese Portale angewiesen. Die direkte Suche vor Ort ist aus finanziellen oder zeitlichen Gründen oft nicht möglich. Doch gerade, wer sich nicht selbst ein Bild von dem Zimmer oder der Wohnung machen kann, läuft Gefahr, als Opfer von Betrug zu enden. Es gibt einige Dinge, auf die man bei der Online-Suche achten muss.
Achtung bei Social-Media-Inseraten
Vorsicht sollte besonders bei der Wohnungssuche über Social Media geboten werden. Denn die Plattformen sind im Gegensatz zu offiziellen Immobilienseiten kaum reguliert. Oft werden Facebook-Gruppen wie „Erasmus Palma de Mallorca“, „Connect Lingus Palma de Mallorca“ oder die deutsche Seite „Mallorca — WG Zimmer“ genutzt, um Inserate zu veröffentlichen. Postet man hier einen Aufruf, dass man ein Zimmer in Palmas Innenstadt sucht, fällt auf: Innerhalb von wenigen Minuten ist die Kommentarspalte von unseriös wirkenden Profilen geflutet. Alle mit der Bitte, eine Direktnachricht zu schreiben oder dem Hinweis, dass sie „die perfekte Wohnung“ zu bieten haben.
Fake Profile und dubiose Konversationen
Die MZ hat einige dieser Profile angeschrieben und genauer nachgefragt: Die einen antworten plötzlich nicht mehr, wenn die Nachfragen zur Wohnung spezifischer werden. Die anderen preisen Wohnungen oder Zimmer an, nach denen erst gar nicht gefragt wurde. So versuchte einer der Nutzer eine Wohnung auf Gran Canaria zu vermieten, obwohl aktiv nach Palma gefragt worden war. Viele von ihnen verweisen aber auf eine dritte Person. Bei dieser soll es sich um den angeblichen Besitzer der Wohnung handeln. Diesem solle man schließlich eine Mail schreiben und darauf verweisen, welche Person auf Facebook den Kontakt vermittelt hat. Auch hier stellt sich heraus: Die Konversation wirkt wenig seriös und absolut nicht vertrauenserweckend. Wer sein Zimmer also über Plattformen wie Facebook sucht, sollte lieber die Finger von Inseraten lassen, hinter denen offensichtlich Fake-Profile stecken.
Angespannte Situation wird ausgenutzt
Trotz strenger Regulierungen und Kontrollen auf professionellen Immobilienportalen ist es in der Vergangenheit auch dort schon zu Betrug gekommen. Die angespannte Wohnungssituation auf Mallorca wird dabei schamlos ausgenutzt. Laut idealista bewerben sich rund 90 Personen auf ein einziges WG-Zimmer in Palma — ein Rekord in Spanien. Wenn die Konkurrenz und die Not groß sind, wird man beim genauen Hinschauen oft leichtsinnig. Schnelle Angebote werden ohne zu zögern angenommen. Dabei gibt es eine einfache Möglichkeit, die Seriosität einer Immobilie zu überprüfen.
Videoanruf als Test
Mithilfe eines Videoanrufs kann man nicht nur den Vermieter oder potenzielle Mitbewohner kennenlernen. Man kann auch checken, ob es die Immobilie wirklich gibt und in welchem Zustand sie sich aktuell befindet. Außerdem können so vorab wichtige Fragen persönlich geklärt werden. Der Mietvertrag, der wichtige Punkte des Zusammenlebens, die Höhe der Kaution und Miete sowie Kündigungsumstände enthält, sollte von beiden Seiten vorab unterzeichnet werden.
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