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Makler warnen Regierung: Immobilienmarkt auf Mallorca "außer Kontrolle"

Offener Brief an den spanischen Ministerpräsidenten: "Recht auf angemessenen Wohnraum" sei auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera nicht mehr garantiert

Wohnungen in Palma.

Wohnungen in Palma. / DM

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Ciro Krauthausen

Ciro Krauthausen

Es sind Töne, die vor wenigen Jahren kaum denkbar waren: In einem offenen Brief an den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez haben sich die beiden großen Immobilienmakler-Verbände auf Mallorca am Samstag (22.3.) dafür starkgemacht, auf den Inseln das "Recht auf angemessenen Wohnraum" zu garantieren. "Wohnen auf den Balearen ist zu einem unerschwinglichen Gut geworden – sogar für unsere eigenen Kinder", heißt es in dem Schreiben, "die Situation ist völlig außer Kontrolle geraten."

Der Brief ist unterzeichnet von ABINI, einem vor allem auf den Markt der wohlhabenderen ausländischen Immobilienkäufer konzentrierten Verband, und API, in dem sich die eher auf den einheimischen Markt konzentrierten Makler zusammengeschlossen haben. Der Ministerpräsident Pedro Sánchez nimmt am Samstag (22.3.) in Palma am Kongress seiner sozialistischen Partei auf den Balearen teil.

Eine Wohnung wird zu einem "unerreichbaren Luxus"

Das "Recht auf angemessenen Wohnraum" sei für viele "Arbeitnehmer, Unternehmer, junge Menschen, Familien und Senioren" zu einem "unerreichbaren Luxus" geworden. Die Menschen auf den Balearen hätten stets ihre Heimat verteidigt. Gleichzeitig seien die Inseln aber auch eine "gastfreundliche Region, die von vielen Menschen als wunderbarer Ort zum Leben gewählt wird", heißt es in dem Brief. "Doch während so viele mit der Hoffnung hierherkommen, sich auf unseren Inseln niederzulassen, leiden viele mallorquinische Familien unter der Realität eines unerschwinglichen und unangemessenen Wohnungsmarktes."

Neben dem Zuzug von Arbeitssuchenden im Tourismus und der Ferienvermietung gelten die Immobilienkäufe seitens nicht residenter Ausländer als einer der Hauptgründe, wieso der Wohnraum für die Bevölkerung auf den Balearen knapp geworden ist. Die Immobilienmakler haben daran durchaus verdient.

Auf die "unhaltbare Realität" der Wohnungsnot habe die Politik bislang keine Antworten, so die Makler. Der "fehlende politische Konsens hat dieses Problem zu einer Waffe im Schlagabtausch zwischen Parteien und Verwaltungen gemacht, während echte Lösungen weiterhin ausbleiben." Unzureichende Planung, restriktive Vorschriften und die bestehende Bürokratie machten es unmöglich, auf die Krise zu reagieren.

Das fordern die Makler

Es sei nun an den spanischen Ministerpräsidenten, "eine große staatliche Wohnraumvereinbarung" auf den Weg zu bringen. So fordern die Makler:

  • Einen sofortigen Konsens zwischen Zentralregierung, Regionalregierung und lokalen Behörden zur Bewältigung der Wohnraumkrise auf den Balearen.
  • Eine stabile Wohnungspolitik, die nicht mit jeder Legislaturperiode geändert wird und rechtliche Sicherheit sowie Vertrauen schafft.
  • Beschleunigung der Verfahren und Abbau der Bürokratie, um den Wohnungsbau zu erleichtern.

Geschehe das nicht, würden Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera dazu verdammt sein, "ihre eigenen Bürger zu vertreiben, weil sie kein Zuhause finden können".

Sowohl die konservative Balearen-Regierung als auch insbesondere die in ABINI zusammengeschlossenen Makler haben bisher stets entschiedenere staatliche Eingriffe in den Immobilienmarkt abgelehnt. Eine von der in Spanien regierenden Linkskoalition gesetzlich verankerte mögliche Mietpreisbremse halten sie für kontraproduktiv. Statt öffentlichen sozialen Wohnungsbau wollen sie private Bauträger dazu bewegen, über eine Lockerung der Auflagen sowie der Zurverfügungstellung von öffentlichem Grund Wohnraum mit gedeckelten Preisen zu schaffen.

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