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Wirbel um "Trump-Wohnblock" in Sa Pobla: Regierung sieht wenig Chancen auf Durchsetzung des Vorkaufsrechts

Die Vertragsparteien haben nicht gegen das Mietgesetz verstoßen, erklärte Wohnungsbauminister José Luis Mateo

Das ist die Wohnanlage in Sa Pobla, die gerade für einen Spottpreis verkauft wurde.

Tonina Crespí

Im Fall des Wohnblocks in Sa Pobla, der kürzlich von einem US-Investmentfonds an ein Immobilienunternehmen für einen Spottpreis verkauft wurde, gibt es Neuigkeiten: Demnach sieht es die Balearen-Regierung als äußerst unwahrscheinlich an, dass sie das im Mietgesetz verankerte Vorkaufsrecht anwenden kann. Das gab Wohnungsbauminister José Luis Mateo bekannt.

Der konservative Politiker erklärte, die Möglichkeit, dass die Regierung eine Transaktion unterbindet, gelte nur dann, wenn die Transaktion unter Besitzern vieler Wohnungen erfolgt. Dies ist zwar im Fall des Verkäufers gegeben, nicht aber beim Käufer. Deshalb sei es auch nicht notwendig gewesen, dass die beiden Parteien der im Mietgesetz vorgeschriebenen Meldepflicht über den Eigentümerwechsel nachkommen.

Das war passiert

Der Verkauf war vergangene Woche durch eine Mitteilung der linken Regionalpartei Més per Mallorca bekanntgeworden. Demnach wurden 21 Wohnungen, elf Büros, ein Ladengeschäft und 54 Parkplätze verkauft. Für die Wohnungen, die alle über 100 Quadratmeter groß sind, zahlte die in Alcúdia ansässige Immoblienfirma Farrutx 2000 S.L. jeweils zwischen 70.000 und 130.000 Euro – also Preise, die auf dem mallorquinischen Immobilienmarkt unerhört niedrig sind.

Unmittelbar nach dem Bekanntwerden war die Hoffnung aufgekeimt, dass die Wohnungen von der Landesregierung aufgekauft und als Sozialwohnungen vermietet werden könnten. Zahlreiche Anwohner von Sa Pobla waren zudem vergangene Woche zum Gebäude gekommen, um herauszufinden, wo sie die Wohnungen kaufen könnten.

Dass der graue Wohnblock im Volksmund "Edificio Trump" (Trump-Wohnblock) genannt wird, hat mit dem amtierenden US-Präsidenten wenig zu tun. Aber der US-Fonds Cerberus, der es kürzlich weiterverkaufte, wurde vom stellvertretenden Verteidigungsminister der USA, Steve Feinberg, gegründet. Da ist der Bezug schnell hergestellt. /pss

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