Sie suchen ein Haus auf Mallorca? Diese Plattform hat alle Immobilien auf einen Blick
Die gängigen Websites für Wohnungen und Häuser auf Mallorca bilden nur einen Teil des Angebots ab. Eine KI-basierte Plattform stellt eine deutlich größere Auswahl in Aussicht

Blick auf Hafen und Villen in Port d'Andratx. / Pere Joan Oliver
Der Immobilienmarkt auf Mallorca ist weiterhin angespannt, auch wenn die Landesregierung inzwischen zahlreiche Maßnahmen gestartet hat, um mehr Wohnraum zu schaffen. Nach wie vor prägten ein dramatischer Mangel an Wohnungen, „spekulative Leerstände und unklare Preistransparenz“ die Lage, wie Stephen Nickel, der CEO von Hello:here, einer auf künstlicher Intelligenz basierenden Plattform, findet.
Der Deutsche hat nach eigenen Angaben den mit Abstand umfassendsten Datensatz für Immobilienangebote auf der Insel zusammengestellt. Eineinhalb Jahre betrug die Entwicklungszeit für das Tool, das für Endkunden wie für Makler gleichermaßen gedacht ist.
"Markt komplett neu vermessen"
Das grundlegende Problem, das Nickel den Anstoß zu der Plattform gab: Bisher beruhen viele der Statistiken auf Marktportalen wie Idealista – doch diese spiegeln nach Meinung von Nickel nur einen kleinen Ausschnitt der Realität wider. Seiten mit widersprüchlichen Flächenangaben oder doppelt gelistete Objekte verzerren die Auswertung erheblich.
„Wir haben den Markt komplett neu vermessen“, sagt Nickel. „Unsere AI-Technologie erkennt doppelte Einträge, falsche Flächenangaben und interpretiert automatisch, ob es sich bei einem Objekt um ein echtes Angebot handelt.“

So teuer sind die Häuser auf Mallorca. / Hello:here
Ein Beispiel: In Premiumlagen wie Cala Llamp wird ein und dieselbe Villa häufig bei verschiedenen Maklern mit unterschiedlichen Quadratmeterzahlen veröffentlicht – teils mit bis zu 100 Prozent Abweichung. In manchen Anzeigen wird das gesamte Grundstück, nicht die bebaute Fläche zugrundegelegt. Die Folge: Durchschnittspreise wirken deutlich günstiger, als sie in Wirklichkeit sind.
Hunderte von Quellen
„Die Daten von Immobilienmarktplätzen interessieren uns nicht – sie sind nur die Spitze des Eisbergs“, sagt deshalb Stephen Nickel. „Unsere AI-Technologie schaut dorthin, wo sonst keiner hinsieht – und schafft so ein realistisches, umfassendes Bild des Marktes.“
Hello:here scanne täglich den gesamten Immobilienmarkt der Balearen, unabhängig von klassischen Marktplätzen. Das System liest, interpretiert und strukturiert Daten aus Hunderten von Quellen – darunter kleine lokale Makler-Webseiten, Bauträger-Angebote und exklusive Off-Market-Listings, die auf den großen Plattformen gar nicht erst auftauchen. Durch diesen Datenansatz erfasse Hello:here bis zu vier Mal mehr Immobilienverkaufsangebote als der größte Immobilienmarktplatz, so Nickel.

Wohnungen sind nicht viel günstiger. / Hello:here
In Calvià gibt es kaum Wohnungen und Reihenhäuser für Normalverdiener
Die Daten der Plattform erlaubten somit eine weitgehend vollständige Darstellung des derzeitigen Immobilienmarktes auf der Insel. Und dieser bringt auch Stephen Nickel immer wieder zum Staunen. So ist dem Deutschen beispielsweise aufgefallen, dass in der gesamten Gemeinde Calvià so gut wie keine Wohnungen oder Reihenhäuser für einheimische Normalverdiener zum Verkauf stehen.
„90 Prozent der angebotenen Objekte sind Villen“, sagt Nickel. „Da gibt es überhaupt keinen Platz für die arbeitende Bevölkerung.“ Ein weiteres strukturelles Problem: Zahlreiche Büros in Palma stehen leer, während Wohnraum knapp ist. Investoren, aber auch Privatleute halten Immobilien leer oder spekulieren mit bebaubaren Grundstücken – oft ohne konkrete Baupläne, und das teilweise seit Jahrzehnten.
Hier finden Sie die Plattform Hello:here
Die Ergebnisse der Erhebungen
Für die MZ hat Stephan Nickel die Immobilienangebote der 20 größten Orte der Insel sowie die Preise ausgewertet, die dort aufgerufen werden. Nach seinen Daten liegt – wenig überraschend – die Gemeinde Andratx beim durchschnittlichen Quadratmeterpreis für Häuser in Führung. 13.000 Euro sind es hier – der höchste Wert auf Mallorca.
Dahinter folgen Calvià mit 9.400 Euro pro Quadratmeter sowie Santa Maria und Palma mit je 7.400 Euro pro Quadratmeter. Die meisten Immobilienangebote finden sich in Palma (rund 13.000 aktive Listings) und Calvià (mehr als 8.000). /jk
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