"Schuldig": Immobilienmakler beklagen Graffitis auf ihren Büros
Auf der Insel sind am Freitagmorgen (4.4.) anklagende Botschaften entdeckt worden

Culpable (Schuldig) - kritische Graffiti auf einem Immobilienbüro auf Mallorca. / Abini
Unbekannte haben auf Mallorca mehrere Büros von Immobilienagenturen mit Graffitis verunstaltet. Auf einige Schaufenster wurde das Wort "culpable" (schuldig) gesprüht – vermutlich ein Verweis auf die auf der Insel grassierende Wohnungsnot. Über die Sachbeschädigung informierte am Freitagmorgen (4.4.) der Verband der internationalen Immobilienmakler Abini.
So argumentieren die Makler
Der Maklerverband, dem unter anderen große Player wie Engel & Völkers, John Taylor und Kensington angehören, zeigte sich empört darüber, dass die Makler als die Schuldigen der Wohnungskrise ausgemacht werden. "Wir Immobilienbüros sind nicht das Problem, sondern ein Teil der Lösung." Demnach seien sie "die Ersten gewesen", die "einen Schritt vorangegangen sind und sich der Wohnungskrise direkt gestellt haben". Die Angriffe auf die Schaufenster seien feige und nicht zu rechtfertigen. Sie seien ein ein Ausdruck von Intoleranz und fehlgeleiteter Frustration.
Man werde nicht erlauben, dass Hunderte Kleinunternehmer, Selbstständige und Angestellte, die jeden Tag auf ehrliche Weise ihrer Arbeit nachgehen, kriminalisiert werden. Schließlich helfe man vielen Menschen dabei, auf der Insel eine Wohnung zu finden.

Ein weiteres Graffiti auf einem Immobilienbüro. / Abini
Der Maklerverband betonte, man wolle gemeinsam mit den Behörden an Lösungen für die Krise arbeiten. "Was nötig ist, sind Dialog, öffentlich-private Zusammenarbeit und echter politischer Wille, um Bauland freizugeben, Genehmigungen zu beschleunigen, Sanierungen zu fördern und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen."
Nicht das erste Mal
Es ist nicht das erste Mal, dass Büros von Immobilienmaklern Opfer von Graffiti-Attacken sind. Auch im vergangenen Jahr kam es im Vorfeld der Großdemo gegen den Massentourismus auf der Insel zu ähnlichen Attacken. Ob die neuerlichen Graffiti im Zusammenhang mit der für Samstag (5.4.) angekündigten Demo gegen die Wohnungsnot in Palma stehen, ist unklar.
Hintergrund
Auf Mallorca hat sich die Lage auf dem Immobilienmarkt in den vergangenen Jahren dramatisch verschärft. Einheimische Normalverdiener können sich kaum noch eine Wohnung leisten. Befeuert werden die Preise durch die legale und illegale Ferienvermietung, die Käufe von Zweitwohnsitzen durch zahlungskräftigere Ausländer sowie die in die Höhe geschossenen Kosten in der Bauwirtschaft.
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