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Luxus statt Denkmalschutz? Bau eines Pools direkt an der Mauer der Pfarrkirche von Fornalutx erregt die Gemüter

Ein ausländisches Immobilienunternehmen ist der Bauträger der Renovierung eines historischen Hauses auf Mallorca, das an die Kirche des malerischen Dorfes grenzt. Es soll als Luxusimmobilie verkauft werden

So soll der fertige Pool neben der Kirche einmal aussehen.

So soll der fertige Pool neben der Kirche einmal aussehen. / Berrow Crafting Luxury Property

Eine Baumaßnahme des britischen Unternehmens Berrow Crafting Luxury Property auf Mallorca sorgt derzeit bei Bewohnern im Orangental von Sóller für Unmut. Im Zuge von Renovierungsarbeiten an einem alten Herrenhaus, dessen Innenhof direkt an die Kirche von Fornalutx grenzt, soll ein privates Schwimmbecken neben einer der Seitenmauern des Gotteshauses gebaut werden. Dies würde gegen das Denkmalschutzverzeichnis des Dorfes verstoßen: Danach wären "das gesamte Gebäude und die beweglichen und unbeweglichen Güter, die es integrieren, sowie seine Umgebung" geschützt.

Das alte Anwesen im Zentrum von Fornalutx, einem Dorf, das aufgrund seiner Lage im Herzen der Serra de Tramuntana als eines der schönsten der Insel gilt, wird auf dem Portal des Bauträgers als Can Creu beworben und sei bereits verkauft. Nach der Renovierung soll das Haus als Luxusresidenz dienen. "Can Creu befindet sich in einer der historischsten und charmantesten Straßen von Fornalutx. Das Haus ist ein Juwel (...), ein von Natur umgebener Rückzugsort voll Privatsphäre und Ruhe, der das architektonische Erbe intakt hält“, heißt es im Text, der verschiedene Fotomontagen begleitet, die das Endergebnis der Renovierung vorwegnehmen.

Das "architektonische Erbe", auf das sich das Immobilienportal bezieht, ist die Església de la Nativitat de Nostra Senyora in Fornalutx, deren Ursprünge bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Ihre Südseite ist von der Plaça d'Espanya des kleinen Ortes aus sichtbar. Die andere Seite, die Nordseite, grenzt an das Haus Can Creu.

Ein Bild von der Baustelle in Fornalutx.

Ein Bild von der Baustelle in Fornalutx. / DM

Unmut bei Christengemeinde im Tal

Die fragwürdige Baumaßnahme erregte bereits vor einigen Wochen die Aufmerksamkeit der Gemeinde Cristians de la Vall de Sóller, die in einer Versammlung beschloss, ein Schreiben an das Rathaus von Fornalutx, das Bistum Mallorca und die Denkmalpflegeabteilung des Inselrats zu richten. Die Mitglieder bemängeln, dass der Pool den Leerraum zwischen Kirche und Nachbarhaus nicht respektiert – ein unbewegliches Element, das auf Katalanisch als ‚eixugador‘ (wörtlich:Trockner) bekannt ist und dessen Funktion gerade darin besteht, die Kirche vor Feuchtigkeit aus dem angrenzenden Bau sowie vor möglichen Schäden durch Baumwurzeln und andere Vegetation an der Mauer der Seitenfassade zu schützen. Im Schreiben heißt es, dass zwischen den Jahren 2024 und 2025 das Bauunternehmen Calabri de Fornalutx die Arbeiten ausgeführt hat.

Die Christengemeinde legte einen architektonischen Bericht vor, der die Existenz dieses unbeweglichen Elements bestätigt, obwohl es in der entsprechenden Karteikarte des Denkmalschutzverzeichnisses nicht ausdrücklich aufgeführt ist, und dass es eine grundlegende Funktion hat. Das Gutachten fügt hinzu, dass seine Erhaltung "sehr wichtig" sei, und zwar nicht nur als historisches Element der unmittelbaren Umgebung des denkmalgeschützten Gebäudes (der Kirche), sondern auch wegen seiner konstruktiven Funktion, die die Kirche vor Schäden bewahrt. Fazit: Der Schutz und die ordnungsgemäße Instandhaltung des Leerraums seien "grundlegend" für die Erhaltung.

Die Bauarbeiten sind in vollem Gange.

Die Bauarbeiten sind in vollem Gange. / DM

"Die Antwort der Techniker des Rathauses von Fornalutx war, dass der ‚eixugador‘ nicht im Inventar des Rathauses aufgeführt ist, und aus diesem Grund wurde der Bau mit allen Genehmigungen zugelassen", erklärten die Cristians de la Vall de Sóller dem "Diario de Mallorca". Im vergangenen April informierte der Pfarrer auch Francisca Cursach, eine Mitarbeiterin der Denkmalpflegeabteilung des Inselrats, über die Angelegenheit. Diese Behörde muss die Maßnahme in letzter Instanz genehmigen. /bro

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