Mietpreisexplosion auf Mallorca: Was jetzt auf viele Haushalte zukommt
Fünf Jahre nach der Corona-Krise laufen viele günstige Mietverträge aus. Auf Mallorca drohen Tausenden Haushalten drastische Mieterhöhungen oder sogar die Kündigung

Die Mieten in der Balearen-Hauptstadt ziehen immer weiter an. / PERE JOAN OLIVER
So schlimm die Corona-Pandemie auch war, sie hatte einen großen Vorteil: Für einen kurzen Augenblick standen vielen Wohnungen zu einem günstigen Mietpreis zur Verfügung. Nun, fünf Jahre später, laufen die Schnäppchen-Mietverträge aus. Das hat zur Folge, dass Tausende Personen auf Mallorca entweder eine massive Mietpreiserhöhung stemmen müssen oder vor die Tür gesetzt werden.
Nach fünf Jahren dürfen die Mietverträge erneuert werden. Viele Leute hatten diesen im Jahr 2021 abgeschlossen, als das Leben nach dem Lockdown langsam wieder hochfuhr. Im kommenden Jahr kommt es nach Daten des spanischen Sozialministeriums bei 632.000 Haushalten (1,6 Millionen Personen) in Spanien zum Mietpreishammer. Auf den Balearen seien 24.500 Haushalte (69.210 Personen) betroffen.
4.600 Euro Miete mehr im Jahr
Auf Mallorca und den Nachbarinseln würden laut den Daten die Mietpreise dieser Verträge um durchschnittlich 383 Euro im Monat steigen. Das macht knapp 4.600 Euro im Jahr. Die Lage auf den Inseln ist besonders kritisch, da die Erhöhung fast doppelt so hoch wie der spanische Durchschnitt ist.
Und es könnte sein, dass diese Schätzungen noch zu konservativ sind. Der Immobilienrechtsexperte Germán Rocha Bentancur geht allein auf Mallorca von 30.000 betroffenen Haushalten aus.
"Aus einer 800 Euro teuren Mietwohnung wird ganz schnell eine 1.800 Euro teure Wohnung - das ist eine Sauerei", meint Ángela Pons, Sprecherin des Verbands PAH, der sich für Menschen einsetzt, die unter hohen Hypothekenraten leiden. "Die Leute müssten WG's gründen. Viele Familien landen auf der Straße."
Vermieter können einfach mogeln
Die Wohnungseigentümer können mit einfachen Mitteln die spanischen Mieterschutzgesetze aushebeln. Wird der Vertrag verlängert, wäre eine Mietpreiserhöhung höchstens im Rahmen des Verbraucherpreisindex IPC möglich. Die Vermieter können aber auch einfach den Vertrag auslaufen lassen und somit bei einer neuen Vermietung einen beliebigen Mietpreis aufrufen.
Für die Kündigung des Mietverhältnisses existiert eine Mindestfrist zur Ankündigung von vier Monaten. Wird die nicht eingehalten, verlängert sich der Vertrag automatisch um ein Jahr. Allerdings lässt sich auch hier mogeln. Die Frist sinkt auf zwei Monate, wenn wegen Eigenbedarfs gekündigt wird. In der Praxis wird jedoch nicht kontrolliert, wer in die Wohnung einzieht.
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