2.500 Euro für 25 Quadratmeter: Illegale Mini-Wohnungen auf Mallorca boomen
Auf Mallorca explodieren die Mietpreise – selbst Wohnungen unter 30 Quadratmetern werden zu horrenden Preisen angeboten. Dabei ist die Vermietung sogenannter "infraviviendas" verboten

Die Landesregierung will auf illegale Mietpraktiken aufmerksam machen / Xisca Bosch
Die Wohnungsnot auf Mallorca und die hohe Nachfrage nach Wohnraum lässt die Mietpreise weiter anziehen - und fördert illegale Praktiken. Derzeit besonders beliebt: Die Vermietung sogenannter "Infraviviendas", also von Wohnungen, die nicht den Mindestanforderungen zur Bewohnbarkeit entsprechen - und für die die Eigentümer dennoch horrende Summen verlangen.
Mindestanforderungen
Obwohl es auf den Balearen keinen Mietpreisdeckel gibt, gelten gewisse gesetzliche Regelungen, an die sich die Vermieter halten müssen, betonte jetzt der Generaldirektor für Wohnungswesen in der balearischen Landesregierung, José Francisco Reynés. Gemeinsam mit der Kammer der Immobilienmakler hat er eine Infokampagne gestartet, die die Bevölkerung dafür sensibilisieren soll, welche Mietverhältnisse nicht gesetzeskonform sind. Die Bürgerinnen und Bürger sollen so irreguläre Situationen erkennen und melden können.
Als "infravivienda" gelten demnach Wohnungen, die weniger als 30 Quadratmeter Fläche haben. Auch die Vermarktung von Immobilien ohne erforderliche Energieeffizienzzertifikate sei verbreitet, aber nicht rechtens, so Reynés.
100 Euro pro Quadratmeter
Dass es zahlreiche Eigentümer gibt, die dennoch "infraviviendas" anbieten, zeigt ein Blick in die einschlägigen Immobilienportale. „In einer der emblematischsten Gegenden Palmas gelegen, befindet sich dieses charmante Studio im Herzen der Altstadt, mit unschlagbarer Lage“, heißt es in einer Anzeige – bezogen auf den Carrer Sant Nicolau. Der Preis: 2.500 Euro für 25 Quadratmeter - also ganze 100 Euro pro Quadratmeter.
Ein anderes Beispiel ist das „niedliche Apartment“, das für 1.200 Euro monatlich im Carrer Puresa angeboten wird – mit dem Problem, dass in der Anzeige eine Fläche von 29 Quadratmetern angegeben wird, also ebenfalls unter dem vorgeschriebenen Minimum.
Ähnlich ist es bei einem Studio in der Gegend von Molinar, das auch als „niedlich“ („coqueto“) bezeichnet wird, mit dem Hinweis, dass Wohnzimmer und Schlafzimmer ein und derselbe Raum sind. Hier verlangen die Eigentümer für 28 Quadratmeter eine Monatsmiete von 950 Euro. Die Liste wird ergänzt durch ein „charmantes Studio“, das „strategisch im Erdgeschoss gelegen“ ist, im Stadtteil Ciutat Jardí. Kostenpukt: 1.190 Euro für 25 Quadratmeter.
Kein Schlafplatz im Wohnzimmer
Wie Wohnungs-Generaldirektor José Francisco Reynés zudem betont, ist es auch illegal, Gemeinschaftsbereiche einer Wohnung - wie etwa das Wohn-Esszimmer - umzugestalten, um daraus ein zusätzliches Schlafzimmer zum Vermieten zu machen. Wer Verstöße auftut, kann diese bei der Generaldirektion für Wohnen oder bei der balearischen Maklerkammer (API) melden./somo
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