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Andratx stellt 5,5 Millionen Euro bereit: Mallorcas bekannteste illegale Siedlung soll abgerissen werden

Bürgermeisterin Estefanía Gonzalvo bedauert im Fall Monport die Folgen von "Entscheidungen aus der Vergangenheit", betont aber die rechtliche Verpflichtung der Gemeinde Andratx zum Abriss der Bauten

Die Wohnblocks in Monport werden wohl nicht mehr lange dort stehen.

Die Wohnblocks in Monport werden wohl nicht mehr lange dort stehen. / Frank Feldmeier

Geht es jetzt endlich los mit dem Abriss eines der bekanntesten Symbole für die ungezügelte Bauwut auf Mallorca Anfang des neuen Jahrtausends? Die Gemeinde Andratx zumindest unternimmt einen entscheidenden Schritt: 5,5 Millionen Euro werden für den Abriss der rund 150 illegal errichteten Wohnungen in Monport bereitgestellt.

Die Siedlung war in der Amtszeit des früheren Bürgermeisters Eugenio Hidalgo (Volkspartei PP) genehmigt worden – obwohl es sich bei dem Grundstück um geschütztes Gelände handelte. Hidalgo war in mehrere Korruptionsaffären verwickelt und wurde im viel beachteten „Fall Andratx“ zu vier Jahren Haft verurteilt.

Die Mittel für den Abriss stammen aus einer am Donnerstag (26.2.) vom Gemeinderat beschlossenen Haushaltsänderung in Höhe von insgesamt 11,7 Millionen Euro. In diesem Rahmen sind die Gelder für den Abriss mehrerer Gebäude im Carrer Ramat in Monport vorgesehen. Damit kommt die Gemeinde einem Urteil des Obersten Gerichtshofs der Balearen aus dem Jahr 2020 nach.

Baustopp kurz vor Fertigstellung

Die Wohnblöcke in Monport waren auf geschütztem Boden während der Amtszeit Hidalgos errichtet worden. 2007 wurden die Bauarbeiten gestoppt – zu einem Zeitpunkt, als sie nahezu abgeschlossen waren und bereits mehrere Wohnungen vom Plan weg verkauft worden waren.

Auslöser war die Genehmigung der neuen kommunalen Bauvorschriften durch den Inselrat von Mallorca. Dabei wurde festgestellt, dass es sich bei dem Gelände in Monport um geschütztes ländliches Gebiet mit der Einstufung ARIP (Área Rural de Interés Paisajístico – ländliches Gebiet von landschaftlichem Interesse) handelt. In der Folge musste die Gemeinde die Bauarbeiten aussetzen; später wurde die zuvor erteilte Baugenehmigung für nichtig erklärt.

2019 bestätigte das Oberste Gericht der Balearen die Verurteilung der Gemeinde Andratx wegen der rechtswidrigen Erteilung einer Baugenehmigung für Wohnkomplexe auf geschütztem Grund. Das Rathaus musste daraufhin 14 Millionen Euro Schadenersatz an den Bauträger sowie an 13 Käufer zahlen, die bereits Wohnungen erworben hatten.

„Entscheidungen aus der Vergangenheit“

Bürgermeisterin Estefanía Gonzalvo (PP) bedauerte, „nun die Folgen von Entscheidungen tragen zu müssen, die vor vielen Jahren getroffen wurden und Ausdruck einer damals unangemessenen Raumplanung waren“. Zugleich betonte sie, die Gemeinde sei verpflichtet, rechtskräftige Urteile umzusetzen.

„Natürlich würden wir diese Mittel lieber in andere notwendige Projekte für die Gemeinde investieren“, erklärte Gonzalvo. Es bestehe jedoch eine „rechtliche Verpflichtung“, den Abriss vorzunehmen.

Abriss der illegalen Häuser an der Cala Llamp.

Abriss der illegalen Häuser an der Cala Llamp. / Juan Luis Iglesias

Abriss auch in der Cala Llamp

Es ist bereits der zweite größere Abriss in der laufenden Legislaturperiode in der Gemeinde im Westen Mallorcas. 2024 wurden ein Dutzend illegal errichteter Apartments in der Küstenurbanisation Cala Llamp abgerissen. Damit fand ein langjähriger Rechtsstreit ein Ende, der bis ins Jahr 2011 zurückreichte.

Damals hatte ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der Balearen die 2005 ebenfalls von der damaligen Gemeindeverwaltung unter Bürgermeister Eugenio Hidalgo erteilte Baugenehmigung für nichtig erklärt.

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