Legalisierung zum Schnäppchenpreis: Eigentümer von Schwarzbauten fluten die Rathäuser auf Mallorca mit Anträgen
Zahlreiche Immobilienbesitzer haben im Februar Anträge auf Legalisierung gestellt. Das Nachsehen haben alle, die sich mit anderen Wünschen an die Rathäuser wenden

Im ländlichen Raum auf Mallorca gibt es ein Faible für den Bau von Häusern ohne Genehmigung. / Biel Capó
Die im vergangenen Jahr beschlossene Legalisierung von Schwarzbauten im ländlichen Raum hat Anfang des Jahres auf Mallorca zu einer Flut an Anträgen geführt. Vor allem in der ersten Februarhälfte gingen Legalisierungswünsche ein.
Hintergrund sind dabei die Fristen, die die Balearen-Regierung für die Legalisierung gesetzt hatte. Insgesamt haben die Immobilienbesitzer, deren Häuser teilweise oder komplett illegal errichtet wurden, drei Jahre Zeit, um einen Antrag zu stellen. Aber mit jedem Jahr erhöht sich die Strafe, die die Antragsteller für die Vergehen der Vergangenheit zu zahlen haben. Im ersten Jahr betrug das Bußgeld zehn Prozent des aktuellen Werts der betroffenen Immobilie. Im zweiten Jahr steigt sie auf 12,5 Prozent, im dritten und letzten Jahr auf 15 Prozent. Die Frist für die erste Phase mit dem günstigsten Tarif endete am 16. Februar.
40 Prozent des Antragsvolumens im Februar
Der Präsident des Gemeindeverbands der Balearen (FELIB), Jaume Ferriol, bestätigt den starken Andrang. Allein in der ersten Februarhälfte sei fast 40 Prozent des gesamten Antragsvolumens eingegangen. Besonders in der Woche zwischen dem 9. und 16. Februar habe es einen deutlichen Endspurt gegeben.
Ferriol spricht von einer ähnlichen Lage in nahezu allen Gemeinden. In Maria de la Salut, wo er selbst Bürgermeister ist, wurden in der ersten Phase 21 außerordentliche Legalisierungsverfahren registriert. Sechs davon gingen in der letzten Woche vor Fristablauf ein. Ferriol bezeichnet die Resonanz für einen Ort wie Maria als enorm und spricht von einer einmaligen Gelegenheit, illegal errichtete Immobilien zu legalisieren.
Auch in Sineu wurden zahlreiche Anträge eingereicht. Dort gingen rund 50 Legalisierungsverfahren ein, mehr als 15 davon Anfang Februar kurz vor Ablauf der günstigsten Frist. Bürgermeister Tomeu Mulet zieht eine positive Bilanz und betont, dass das Volumen hoch sei und die Bürger das Angebot gut angenommen hätten.
In Esporles wurden zwölf Anträge registriert, in Artà 39. Dort ging etwa die Hälfte der Anträge im letzten Monat ein, sieben davon in der ersten Februarhälfte. Im Vergleich zu den übrigen regulären Genehmigungen ist diese Zahl in Artà jedoch nicht besonders hoch.
Deutlich höher liegen die Zahlen in anderen Gemeinden. In Alaró wurden rund Hundert Legalisierungsverfahren gezählt. In Pollença gingen in der ersten Phase 280 Fälle ein, inzwischen liegt die Zahl bei rund 300. Der Großteil der Anträge wurde dort im Januar und in den ersten Februartagen eingereicht.
Das Nachsehen haben andere Antragsteller
Die hohe Zahl an Verfahren sorgt inzwischen für zusätzliche Belastung in den Rathäusern. Nach Angaben von Ferriol verzögern die außerordentlichen Legalisierungen die Bearbeitung anderer Genehmigungen, da sie laut Gesetz Vorrang haben. In Maria de la Salut verlängerte sich die Frist zur Bearbeitung anderer Lizenzen deshalb von drei auf fünf Monate. Sineu reagierte mit zusätzlichem Personal und stellte einen weiteren Sachbearbeiter ein. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, externe, zugelassene Unternehmen mit der Bearbeitung der Verfahren zu beauftragen.
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