Immobilienkauf auf Mallorca lohnt sich angeblich nicht mehr: Hypothekenraten sind kaum niedriger als Mietpreise
Das geht aus einer neuen Statistik des Immobilienportals Idealista hervor. Die Schlüsse sind aber fragwürdig

Lohnt es sich derzeit noch, eine Wohnung in Palma zu kaufen? / Foto: DM/Archiv
Wer sich vor ein paar Jahren eine Wohnung auf Mallorca gekauft hat, dem kann das Thema um den völlig überhitzten Mietmarkt recht egal sein. Sich nun eine Immobilie auf der Insel noch zu kaufen, um den hohen Mieten zu entkommen, ist aber kaum noch eine gute Idee. Zumindest geht das aus einer vom Immobilienportal Idealista am Dienstag (10.3.) veröffentlichten Statistik hervor. Laut dieser sparen die angehenden Wohnungsbesitzer in Palma mit der Hypothekenrate nur noch ein Prozent im Vergleich zur Miete.
Wenig überraschend gehört Palma zu den teuersten Städten Spaniens. Spanienweit zahlen Käufer laut Idealista für eine Zwei-Raum-Wohnung eine Hypothekenrate von durchschnittlich 698 Euro. Der Mietpreis einer solchen Wohnung liegt bei 1.088 Euro. Das wäre eine Ersparnis in Höhe von 36 Prozent.
Besonders lohnenswert wäre demzufolge der Kauf in Segovia, wo sich 54 Prozent im Vergleich zur Miete sparen lassen. Auch in Ceuta und Lleida (je 45 Prozent) oder Còrdoba (40 Prozent) ist die Hypothek unter anderem deutlich niedriger. Nur in San Sebastián ist die Hypothekenrate um zehn Prozent teurer als eine Miete. In Palma ist es nur ebenjenes Prozent.
Wie viel Geld Immobilieninteressenten für eine Anzahlung brauchen
Welche Hypothekenrate und Miethöhe Idealista für den Vergleich zur Rate gezogen hat, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor. Zu bedenken gilt zudem, dass die Luxusimmobilien auf Mallorca die Durchschnittswerte in die Höhe schießen lassen. Das zeigt sich bei der veranschlagten Anzahlung, die durchschnittlich beim Immobilienkauf notwendig ist. Die spanischen Banken zahlen in der Regel nur 80 bis 90 Prozent des Kaufpreises als Hypothek. Zudem müssen mit Nebenkosten in Höhe von bis zu zehn Prozent gerechnet werden.
Laut Idealista brauchen Käufer in Spanien 64.568 Euro auf dem Bankkonto, um sich eine Zwei-Raum-Wohnung leisten zu können. In Palma seien es gar 147.116 Euro. Derzeit gibt es in vernünftigen Stadtvierteln außerhalb des Zentrums jedoch anständige Drei-Raum-Wohnungen für 300.000 bis 350.000 Euro. Selbst wenn die Bank nur 80 Prozent herausrückt und die Nebenkosten die vollen zehn Prozent betragen, sind das 105.000 Euro.
Fazit: Im Endeffekt muss jeder Einzelne prüfen, ob sich ein Kauf für ihn lohnt. Dass die Immobilienpreise in naher Zukunft sinken, ist derzeit nicht vorherzusehen. Und was die Idealista-Statistik völlig außer Acht lässt: Wer eine Hypothek zahlt, zahlt sein Eigenheim ab und nicht das Leben eines Vermieters.
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