400.000 Euro Strafe - und jetzt können die deutschen Eigentümer ihr Polofeld Sa Barralina auf Mallorca ganz legal nutzen
Die Sozialisten im Inselrat kritisieren, dass trotz der Geldstrafe die Einstellung des Sportbetriebs nicht angeordnet werden kann, da die Volkspartei PP das durch eine kurzfristige Legalisierung verhindert hat

Das Polofeld Sa Barralina in der Gemeinde Campos. / DM
Ist das der Schlussstrich unter die jahrzehntelange Auseinandersetzung um das Polofeld Sa Barralina im Süden von Mallorca? Der Inselrat von Mallorca hat gegen die deutschen Eigentümer des Polofeldes eine Geldbuße von rund 401.000 Euro verhängt. Grund sind mehrere „sehr schwere“ Verstöße gegen die Bebauungsregeln auf dem Gelände, das Mitte 2025 von der PP legalisiert worden war – gestützt von der rechtsextremen Vox.
Zur Erinnerung: Das umstrittene Polofeld, das auf Anordnung des Inselrats zeitweise versiegelt worden war, hatte bereits 2024 wieder Sportveranstaltungen ausgerichtet, obwohl dies seit 2017 untersagt war. Die Geldstrafe ist rechtskräftig. Die ADT hatte den beiden Unternehmen eine Frist von 15 Tagen eingeräumt, um Einwände vorzubringen. Beide verzichteten jedoch darauf, sodass davon auszugehen ist, dass sie die Sanktionen akzeptieren – und damit möglicherweise aus dem Schneider sind.
Zwei verschiedene Geldstrafen
Ein endgültiger Beschluss der zum Inselrat gehörenden Agència de Defensa del Territori de Mallorca (ADT) vom 15. April verhängt dabei zwei Strafen: 346.483 Euro sowie 55.004 Euro. Betroffen sind die beiden Betreiberfirmen des Polofeldes, Sa Barralina S. L. als Eigentümerin von drei Parzellen und Es Figueral Gran S. L. U. als Inhaberin einer weiteren Parzelle. Ihnen wird vorgeworfen, auf den vier Grundstücken derselben Finca bauliche Maßnahmen und Nutzungen „ohne den entsprechenden rechtlichen Titel“ vorgenommen zu haben. Alle Flächen liegen auf geschütztem ländlichem Boden.
Die höhere Strafe in Höhe von 346.483 Euro wurde gegen Sa Barralina S. L. verhängt, weil sie ohne Genehmigung "Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Polosport ausgeübt" habe, wie es in der Begründung heißt. Dafür sei ein 40.000 Quadratmeter großes Polofeld genutzt worden.
Illegale Erweiterung des Feldes
Darüber hinaus wirft die ADT dieser Gesellschaft einen weiteren sehr schweren Verstoß vor: die „Erweiterung um rund 32.000 Quadratmeter“ von zwei an die bestehenden Felder angrenzenden Poloplätzen, die ebenfalls mit Holzplanken abgegrenzt und mit entsprechender Bewässerung ausgestattet wurden. All dies auf drei Parzellen von streng geschütztem ländlichen Raum unweit des Naturparks Es Trenc.
Die zweite Geldbuße von 55.004 Euro, die von Es Figueral Gran S. L. U. zu zahlen ist, bezieht sich ebenfalls auf die Durchführung von Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Polosport ohne die erforderliche Genehmigung auf denselben 40.000 Quadratmetern.
Konflikt reicht bis in die 1990er-Jahre zurück
Zudem wird auch dieses Unternehmen für einen weiteren sehr schweren Verstoß verantwortlich gemacht: Die Umgestaltung einer bestehenden Pergola und deren Umwandlung in eine rund 65 Quadratmeter große Veranda auf einem Grundstück, das – wie die drei auf den Namen der anderen Gesellschaft eingetragenen Parzellen – ebenfalls als ländlicher Raum mit höchstem Schutzstatus ausgewiesen ist.
Die sportliche Nutzung der beiden Polofelder war stets von Kontroversen begleitet. Der Konflikt reicht bis in die 1990er Jahre zurück, als begonnen wurde, aus einer alten Rinderfarm das Polofeld mit seinen Nebenbauten anzulegen. Der Inselrat von Mallorca hatte über die ADT einst die Einstellung der Aktivitäten wegen fehlender Baugenehmigung angeordnet. Mitte November 2017 ließ die ADT die Anlagen der beiden Polofelder neben der historischen possessió Sa Barrala versiegeln.
"Jede Spekulation ist möglich"
Aus Kreisen der Sozialisten war am Montag (20.4.) von einem „spekulativen Possenspiel“ der PP die Rede. Die Sozialisten beklagen, dass trotz des Beschlusses der ADT „die Rechtmäßigkeit der dort ausgeübten Aktivitäten gar nicht mehr zur Debatte steht“, weil diese „durch unmittelbares Handeln der PP legalisiert wurden“.
Die Sozialisten kritisieren, dass die ADT trotz der hohen Geldbuße gegen die beiden Gesellschaften „die Einstellung des Sportbetriebs nicht anordnen kann“, weil die von der PP in letzter Minute betriebene Legalisierung dies verhindert habe. Jaume Mateu, Inselrat der sozialistischen Fraktion, erklärte dazu: „Die Botschaft an die Bürger ist eindeutig: Jede Spekulation ist überall auf Mallorca möglich – ob auf ländlichem oder städtischem Boden, geschützt oder nicht –, solange man das Geld hat, dafür zu bezahlen.“
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