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Neuer Wohnungsplan aus Madrid beschert den Balearen 168 Millionen Euro: Was Mallorca jetzt fordert

Nach dem Beschluss des spanischen Ministerrats verlangt die Landesregierung mehr Entscheidungsspielraum und eine Anhebung der Mietgrenze für Hilfen auf mindestens 1.200 Euro

Wohnungsbau auf Mallorca.

Wohnungsbau auf Mallorca. / Symbolfoto: Mielniezuk

Der spanische Ministerrat hat am Dienstag (21.4.) den neuen staatlichen Wohnungsplan für die Jahre 2026 bis 2030 verabschiedet. Spanienweit sollen sieben Milliarden Euro mobilisiert werden. Das neue Modell sieht vor, dass der spanische Staat 60 Prozent und die autonomen Gemeinschaften 40 Prozent der Mittel tragen. Für Mallorca und die Nachbarinseln stehe in den kommenden fünf Jahren 168 Millionen Euro bereit, um die Wohnungskrise zu bekämpfen. EIn deutlicher Anstieg im Vergleich zum vorherigen Wohnungsplan, als 45 Millionen Euro bereitgestellt wurden.

Vorgesehen ist, mindestens 40 Prozent der Gelder in den Bau und Erwerb von Wohnungen zu lenken. Weitere 30 Prozent sollen in die Sanierung bestehender Wohnungen fließen, die restlichen 30 Prozent in den Schutz besonders betroffener Gruppen und Gebiete. Als wichtigste Neuerung nennt das Ministerium den dauerhaften Schutz aller Wohnungen, die mit Mitteln aus dem neuen Plan gebaut werden. Außerdem sind eine Antibetrugsklausel bei der Vergabe von Sozialwohnungen und ein öffentliches Datensystem für mehr Transparenz vorgesehen. Nach der Verabschiedung des Plans muss zunächst noch ein Abkommen zwischen dem Ministerium und der jeweiligen autonomen Gemeinschaft unterzeichnet werden.

So reagiert die Balearen-Regierung

Die Balearen-Regierung begrüßte die Verabschiedung des Plans, kündigte aber an, im Rahmen der nun anstehenden Verhandlungen bei zentralen Punkten auf eigene Entscheidungsspielräume zu pochen. So will die Landesregierung erreichen, dass auf den Inseln Wohnungen mit einer Monatsmiete von mindestens bis zu 1.200 Euro für Mietbeihilfen berücksichtigt werden können. Bislang liegt die Grenze bei 900 Euro für Wohnungen und 450 Euro für Zimmer. Der ursprüngliche Vorschlag des Ministeriums sah demnach eine Anhebung auf 1.000 Euro für Wohnungen und 600 Euro für Zimmer vor. Die balearische Regierung begründet ihre Forderung mit dem Wohnungsnotstand auf den Inseln.

Der balearische Wohnungsbauminister José Luis Mateo kritisierte derweil die Verzögerungen und den mangelnden Austausch mit den Regionen. Demnach sei ein staatlicher Wohnungsplan noch nie mit so vielen Monaten Verspätung verabschiedet worden. Zudem habe es seit Oktober 2025 kein Treffen mehr zwischen der Ministerin und den Wohnungsressorts der autonomen Gemeinschaften gegeben.

Zugleich forderte der Minister mehr Einfluss der Balearen auf die konkrete Verwendung der Mittel. Von den 168 Millionen Euro, die auf den Inseln investiert werden sollen, trägt die Landesregierung rund 68 Millionen Euro selbst. Mateo argumentiert, wenn ein so großer Teil der Finanzierung vom Govern komme, müsse dieser auch mitentscheiden können, wofür das Geld eingesetzt werde. Er verwies außerdem darauf, dass die Zuständigkeiten in der Wohnungspolitik bei den autonomen Gemeinschaften lägen.

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