Wohnungsnot auf Mallorca: Ein Anbau auf der Terrasse für 500 Euro Miete erhitzt die Gemüter
Die Anzeige, in der ein kleines Kämmerchen mit gemeinsam genutztem Bad und Küche angeboten wird, hat in den sozialen Netzwerken am Dienstag (28.4.) für hitzige Diskussionen gesorgt

Das "Wohnzimmer" des Anbaus. / Facebook
Ein „Kämmerchen“, gebaut auf einer Terrasse in Inca, für 500 Euro Miete pro Monat hat am Dienstag (28.4.) in den sozialen Netzwerken auf Mallorca für viel Aufsehen gesorgt. Die Anzeige, die einen kleinen unabhängigen Raum mit gemeinsam genutztem Bad und Küche bewirbt, kam angesichts der verschärften Wohnsituation auf Mallorca bei vielen gar nicht gut an. Der Eigentümer hatte die Anzeige in einer Facebook-Gruppe zur Wohnungssuche veröffentlicht. Es dauerte nicht lange, bis sich einige Kommentatoren unter dem Post echauffierten. 136 Kommentare hatte der Post bis 18 Uhr.
Das steht in der Anzeige
"Hallo, guten Morgen, liebe Gruppe, ich wohne in Inca und habe im hinteren Teil des Innenhofs meiner Wohnung (separat) ein kleines Zimmer eingerichtet. Wir vermieten es an eine seriöse Person, die Tiere mag, für 500 Euro im Monat und 500 Euro Kaution. Es ist sofort bezugsfertig. Bad und Küche werden gemeinsam genutzt. Bei Interesse bitte melden. Viele Grüße", schrieb der Mann in der Gruppe und postete einige Fotos von dem Kämmerchen und einem Hund dazu.

Die Anzeige auf Facebook. / Facebook
Auf den Bildern zu sehen ist ein Anbau, der sich aus einer Art Wohnzimmer mit Sofa und einigen Möbeln und einem angrenzenden Zimmer zusammensetzt, in das gerade so ein kleines Bett und ein Nachttisch passen. Bad und Küche stünden in der Hauptwohnung zur geteilten Nutzung zur Verfügung.
Viel Kritik, aber auch Interesse
Viele Kommentatoren wetterten gegen den Preis und die prekären Wohnbedingungen, die viele als ein weiteres Beispiel der prekären Lage auf der Insel sehen. "Es ist eine Schande. Wie könnt ihr ein ruhiges Gewissen haben?“, schrieb eine Person. Ein anderer Kommentar zielte direkt auf die rechtliche Situation des Anbaus ab: „Beschämend, die Leute so auszunutzen. Ich weiß nicht, bis zu welchem Punkt das legal sein kann, auf der Terrasse ein Zimmer einzurichten."

Das Schlafzimmer. / Facebook
Der Eigentümer verteidigte sich und stellte klar, dass der Bau legal sei. Denen, die daran zweifeln, antwortete er nur: „Man merkt, dass sie es nicht nötig haben“.
Dennoch hagelte es nicht nur Kritik. Es kommentierten auch Personen, die daran interessiert waren, das „Kämmerchen“ zu mieten - eine Tatsache, die für noch hitzigere Diskussionen unter den Nutzern sorgte. Für einige zeigt es die extreme Notwendigkeit von Wohnraum; für andere bestätigt es, dass der Mangel an Angebot Dreistigkeiten normalisiert, die bis vor Kurzem undenkbar gewesen wären.
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