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Wohnungsnot auf Mallorca: Das Programm "Sichere Miete" floppt bisher

Nur 82 Verträge wurden seit Ende 2024 auf den Balearen abgeschlossen. Ziel der Initiative der Balearen-Regierung ist, leerstehende Privatwohnungen durch Anreize auf den Markt zu bringen

Zu vermieten: ein "Se alquila"-Schild an einem Balkon in Palma.

Zu vermieten: ein "Se alquila"-Schild an einem Balkon in Palma. / DM

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Beim Thema Wohnungsnot auf Mallorca geht wenig voran: So hat unter anderem das von der Balearen-Regierung aufgelegte Programm Lloguer Segur (Sichere Miete) seit seinem Start Ende 2024 auf Mallorca gerade einmal 74 Wohnungen mobilisieren können.

Die Initiative, mit der leerstehende Privatwohnungen durch öffentliche Anreize auf den Markt gebracht und unterhalb des Marktpreises vermietet werden sollen, kommt balearenweit bislang auf 82 abgeschlossene Verträge. Die Landesregierung hatte ursprünglich mit 2.000 bis 3.000 Wohnungen gerechnet. Bei einer ersten Zwischenbilanz nach einem halben Jahr waren es gerade einmal 20 Wohnungen, die sich in dem Programm fanden.

Mehr als die Hälfte in Palma selbst

Abgeschlossen wurden die Verträge in 22 Gemeinden, wobei sich mehr als die Hälfte auf Palma konzentriert, wo 47 Wohnungen vermittelt wurden. Jeweils vier Wohnungen entfallen auf Alcúdia und Llucmajor, je drei auf Ibiza-Stadt, Ciutadella und Inca, zwei auf Santa Margalida und Maria de la Salut.

Ministerpräsidentin Marga Prohens bei der Vorstellung des Programms „Lloguer Segur“.  | FOTO: CAIB

Ministerpräsidentin Marga Prohens bei der Vorstellung des Programms „Lloguer Segur“. / CAIB

Bei der Vorstellung des Programms im Oktober 2024 hatte Ministerpräsidentin Marga Prohens noch erklärt: „Mit diesem Programm wollen wir die Hemmschwelle abbauen, die viele Eigentümer leerstehender Wohnungen davon abhält, ihre Immobilie zu vermieten. Wie uns die Immobilienmakler sagen, lassen viele ihre Wohnungen aus Angst vor Mietausfällen, Schäden oder schlechten Erfahrungen lieber leer stehen.“

Inzwischen sah sich die Landesregierung jedoch gezwungen, den Ansatz auszuweiten, weil das Programm bei Wohnungseigentümern deutlich weniger Vertrauen geschaffen hat als erwartet.

Mieten von fast 1.000 Euro im Monat

Nach Angaben der Landesregierung zahlen die Mieter im Schnitt 965 Euro im Monat für diese Wohnungen – ein Betrag, der zwar unter den im Programm festgelegten Höchstpreisen liegt, für viele auf den Inseln angesichts niedriger Einkommen aber dennoch zu hoch ist. Die Wohnungen haben im Durchschnitt knapp 100 Quadratmeter und verfügen meist über zwei oder drei Schlafzimmer.

Auf den Maximalbetrag von 965 Euro legt die Landesregierung einen mit öffentlichen Mitteln finanzierten Zuschlag von 30 Prozent, so dass die Eigentümer im Schnitt 1.378 Euro monatlich erhalten.

Das von der Balearen-Regierung entwickelte Modell sieht je nach Insel unterschiedliche Höchstpreise vor. Auf Mallorca und Menorca können Eigentümer bis zu 1.500 Euro im Monat erhalten, auf Ibiza und Formentera liegt die Obergrenze bei 2.100 Euro. Entsprechend dürfen Mieter auf Mallorca und Menorca höchstens 1.050 Euro, auf den Pityusen bis zu 1.470 Euro zahlen.

Siebenjahresverträge und Vorauszahlungen

Einer der wichtigsten Anreize für Eigentümer ist die vertragliche Sicherheit. Die Landesregierung schließt Mietverträge über sieben Jahre ab und bietet verschiedene Zahlungsmodelle an: monatliche Zahlungen, die Vorauszahlung eines ganzen Jahres oder sogar die Vorabzahlung der gesamten siebenjährigen Vertragsdauer.

Zudem übernimmt die Verwaltung die Vermittlung und legt konkrete Anforderungen an die Wohnungen fest. Die Immobilien müssen auf den Balearen liegen, über Wasser- und Stromanschluss verfügen, ein gültiges Energiezertifikat besitzen und eine den geltenden Vorschriften entsprechende Elektroinstallation haben. Außerdem dürfen keine rechtlichen Hindernisse bestehen, die eine Nutzung als regulären Wohnraum ausschließen.

Parallel dazu müssen die Begünstigten des Programms nachweisen, dass sie seit mindestens fünf Jahren auf den Balearen leben, und die Wohnung als gewöhnlichen und dauerhaften Hauptwohnsitz nutzen. Eine touristische Vermietung oder Untervermietung ist ausdrücklich ausgeschlossen. Zudem verpflichtet die Politik die Mieter, die Wohnung am Ende des Vertrags in demselben Zustand zurückzugeben, in dem sie übergeben wurde.

Begrenzte Wirkung trotz Wohnungsnot

Die Zahlen zeigen jedoch, wie schwer sich die Verwaltung weiterhin damit tut, privaten Wohnraum trotz finanzieller Anreize in den stabilen Mietmarkt zu überführen. Dass auf Mallorca lediglich 74 Wohnungen gewonnen wurden, steht in deutlichem Kontrast zum enormen Druck auf dem Immobilienmarkt der Insel und zum anhaltenden Anstieg der Mietpreise.

Das Programm war mit dem Ziel gestartet, Eigentümer leerstehender Wohnungen durch Zahlungssicherheit und vertragliche Stabilität zur Vermietung zu bewegen. Die vorläufige Bilanz zeigt jedoch, dass sich die Wirkung auf das verfügbare Wohnungsangebot auf den Inseln bislang in engen Grenzen hält.

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