Begehrtes Bauland auf Mallorca: Streit um 157 Quadratmeter in der Cala Llamp
Ein Anwohner erhebt Einspruch gegen die geplante Vergrößerung eines Nachbargrundstücks in der Luxusgegend nahe Port d'Andratx

Blick auf Cala Llamp. / Lorenzo Gutiérrez
Auf Mallorca zählt jeder Quadratmeter, vor allem in begehrten Wohngegenden. Auf einem begrenzten Territorium, dessen Wert immer weiter steigt, wissen das sowohl Privateigentümer als auch große Investoren. Ein Zaun, der ein paar Zentimeter zu weit gesetzt wurde, eine Trockensteinmauer, die eine umstrittene Grenze markiert, ein alter Grenzstein, dessen Lage unterschiedlich interpretiert wird – der Kampf um jeden Handbreit Fläche wird nicht immer auf dem Grundstück selbst ausgetragen. Häufig endet er in den Fluren des Grundbuchamts, in Verwaltungsakten oder vor Gericht.
So wie in einem Fall, der sich kürzlich in der teuren Siedlung Cala Llamp ganz in der Nähe von Port d'Andratx ereignet hat. Wohnblocks und Villen überziehen hier die Steilküste und machen das Gebiet zu einem der exklusivsten Immobilienstandorte Mallorcas. Ein nahezu durchgäniges Band aus Beton, in dem nur noch wenige freie Flächen geblieben sind.
Es geht um 157 Quadratmeter
Eine Immobiliengesellschaft hat hier nun versucht, die im Register eingetragene Fläche ihres Grundstücks vergrößern zu lassen – von 1.250 auf 1.407 Quadratmeter. Gerade einmal 157 Quadratmeter mehr, die isoliert betrachtet unbedeutend erscheinen mögen. Nicht jedoch an einem Ort wie Cala Llamp, wo Wohnungen mit 110 Quadratmetern laut Immobilienportal Idealista für 1,6 Millionen Euro angeboten werden – also für rund 15.000 Euro pro Quadratmeter.

Gerne gebaut wird in der Cala Llamp. / DM
Ein Grundbuchamt in Palma hat die beantragte Eintragung der Gesellschaft Mallorca Talismán ausgesetzt, weil ein Nachbar Einspruch erhob. Er machte geltend, dass die neue Vermessung in sein Grundstück eingreife und dessen Fläche ungerechtfertigt verkleinere. Zum Beweis legte er einen Plan vor.
Entscheidung des Grundbuchamtes bestätigt
In einer am 8. Juli im spanischen Amtsblatt BOE veröffentlichten Entscheidung, in der der Fall geschildert wird, haben die Behörden nun eine Beschwerde von Mallorca Talismán zurückgewiesen und damit die Entscheidung des Grundbuchbeamten bestätigt.
Entscheidend ist dabei, dass nicht geklärt wurde, wer in dem Streit um den umstrittenen Geländestreifen im Recht ist. Festgestellt wurde lediglich, dass zwischen den Nachbarn ein tatsächlicher Konflikt über den Grenzverlauf ihrer Grundstücke besteht.
In der Entscheidung wird betont, dass die Flächenerweiterung mehr als zehn Prozent betrage, dass der Nachbar dokumentierten Widerspruch eingelegt habe und dass das registerrechtliche Verfahren nicht dazu diene, Grenzstreitigkeiten zu entscheiden. Dies müsse, so heißt es, durch Einigung, ein grundbuchrechtliches Schlichtungsverfahren oder auf dem Gerichtsweg geklärt werden. Gegen die Entscheidung kann innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung noch vor Gericht vorgegangen werden.
Konflikt auch in Calvià
Der Streit in Cala Llamp ist kein Einzelfall auf einer Insel, auf der Grenzverläufe von Grundstücken – sei es zwischen Privatleuten oder auch auf Gemeindeebene – immer wieder Konflikte auslösen. Wie das "Diario de Mallorca" bereits 2023 berichtete, wies die Gemeinde Calvià einen Einspruch zweier Grundstückseigentümer in Galilea (Puigpunyent) gegen ein kommunales Verfahren zurück, mit dem die Grenze zwischen beiden Gemeinden neu festgelegt worden war. Infolge dieser Änderung verloren mehrere Eigentümer einige Tausend Quadratmeter zugunsten der Finca Galatzó in es Capdellà, deren Grenzen dadurch erweitert wurden.
Damals verwarfen die technischen und juristischen Dienste von Calvià die Einwände mit der Begründung, es seien „keine neuen Unterlagen oder Informationen vorgelegt worden, die eine erneute Prüfung erforderlich machen würden“.
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