Unerlaubte Pools und Wohnhäuser: Mallorca meldet 80 Prozent mehr Verfahren gegen Schwarzbauten
Die Agència de Defenda del Territori (ADT) hat im Jahr 2025 auf der Insel 118 illegale Bauten abgerissen - ein Abriss alle drei Tage

Beispiel eines Abrisses auf Mallorca: vorher und nachher. / ADT
Auch wenn sie damit nicht die Schlagzeilen beherrschen - im Verborgenen führen die Behörden auf Mallorca ihren kontinuierlichen Kampf gegen illegale Bauvorhaben weiter. Jedes Jahr werden Dutzende Schwarzbauten sanktioniert oder beseitigt – von unerlaubten Terrassenerweiterungen und Swimmingpools bis hin zu ganzen Wohnhäusern.
Zuständig ist seit 2009 die dem Inselrat unterstellte Agència de Defensa del Territori (ADT). Zwischen 2017 und 2025 setzte sie 959 Abrisse durch. Mit den Fällen aus dem laufenden Jahr wurde inzwischen die Marke von 1.000 überschritten.
Deutlich mehr Verfahren als im Jahr zuvor
Allein 2025 leitete die Behörde 188 Sanktions- und Wiederherstellungsverfahren ein. Das waren 80 Prozent mehr als 2024, als 104 Verfahren eröffnet wurden. Dank einer personellen Aufstockung stieg zugleich die Zahl der Kontrollen um rund 60 Prozent – von 368 auf 595.
Nicht jede Inspektion führt automatisch zu einem Verfahren. Dennoch gingen 2025 insgesamt 409 Anzeigen wegen möglicher Bauverstöße ein. 90 stammten von Privatpersonen, 319 von öffentlichen Stellen. Eine wichtige Rolle spielen dabei kommunale Baukontrolleure, die Naturschutzeinheit Seprona und Umweltbeamte. Da sie regelmäßig in den Gemeinden unterwegs sind, können sie illegale Bauten auch auf abgelegenen Privatgrundstücken entdecken.
Illegale Pools besonders häufig
Die Verstöße reichen von Gebäuden und Wohnhäusern ohne Genehmigung über Erdarbeiten und Anbauten bis hin zu Einfriedungen. Besonders häufig wurden erneut ungenehmigte Swimmingpools festgestellt. Sie machten knapp 13 Prozent der Fälle aus, vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Nicht als regulärer Wohnraum geeignete Behausungen standen für 3,7 Prozent der Verstöße.
Insgesamt entfielen 22,2 Prozent der Fälle auf Gebäude ohne Genehmigung und 20,4 Prozent auf illegale Wohnhäuser. Erdarbeiten machten 11,1 Prozent aus, Umbauten oder Erweiterungen 9,3 Prozent und Einfriedungen 7,4 Prozent. Die übrigen 29,6 Prozent umfassten andere oder mehrere kombinierte Verstöße.
Im Schnitt ein Abriss alle drei Tage
2025 wurden auf Mallorca 118 illegale Gebäude oder Gebäudeteile abgerissen – im Durchschnitt eines alle drei Tage. Im Jahr zuvor waren es 93 gewesen. Allerdings stammen nicht alle Abrisse aus Verfahren, die im selben Jahr eröffnet wurden, da sich solche Fälle oft über mehrere Jahre hinziehen.
Beseitigt werden nicht nur ganze Häuser, sondern auch einzelne Anbauten, Pools oder andere Anlagen bis hin zu Motocross-Strecken. Die ADT übernimmt diese Aufgabe für Gemeinden, die ihre Zuständigkeiten per Abkommen an die Behörde übertragen haben.
Für einen Neubau im ländlichem Raum sind auf Mallorca grundsätzlich mindestens 14.000 Quadratmeter Grundstücksfläche erforderlich. Rund drei Viertel der festgestellten Verstöße befanden sich auf kleineren Parzellen. Doch auch auf größeren Grundstücken wird illegal gebaut – etwa wenn die zulässige Bebauungsfläche bereits vollständig ausgeschöpft ist und nachträglich noch ein Pool angelegt wird. Nach Angaben der Behörde betrifft dies bis zu 90 Prozent der festgestellten Unregelmäßigkeiten.
4,7 Millionen Euro an Bußgeldern
Die ADT verhängte 2025 Bußgelder in Höhe von insgesamt 4,7 Millionen Euro, 1,2 Millionen mehr als im Vorjahr. Tatsächlich eingenommen wurden 2,6 Millionen Euro. Zwischen der Verhängung und dem Eingang einer Strafe können wegen Einsprüchen und langwieriger Vollstreckungsverfahren mehrere Jahre liegen. Ein Teil der Einnahmen fließt zurück an die Behörde, unter anderem für weiteres Personal.
Wer einen illegalen Bau während des laufenden Verfahrens freiwillig beseitigt, kann die Geldstrafe um 50 bis 90 Prozent reduzieren. Wird eine Abrissverfügung dagegen ignoriert, drohen monatliche Zwangsgelder in Höhe von zehn Prozent des Werts der illegalen Konstruktion. Von den 118 Abrissen des vergangenen Jahres wurden 62 noch während des Verfahrens freiwillig ausgeführt. Acht erfolgten erst nach Ablauf der gesetzten Frist.
Abonnieren, um zu lesen
- Weil mitten im Sommer die Strandliegen fehlen: Balearen-Regierung feuert oberste Küstenchefin
- Balearen-Regierung zu den Restriktionen am Tag der Sonnenfinsternis: 'Werden Mallorca-Urlauber weder bevorzugen noch benachteiligen
- Randalierender Ryanair-Passagier auf Mallorca-Flug zu Strafe und Schadenersatz verurteilt – so reagiert die Airline
- Sonnenfinsternis auf Mallorca für Spontane: So teuer sind Hotels und Flüge jetzt
- Auch das Meer kommt ins Schwitzen: Neuer Temperaturrekord vor Mallorca erreicht
- Gestrandete deutsche Segelyacht 'Acoa' vor Mallorca mit tourismuskritischen Graffiti besprüht
- Seltenes Phänomen: Grüner Lichtstrahl läutet Finale der Sonnenfinsternis ein
- Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig: Mallorca-Rückflug geht gehörig schief