Seit Jahrzehnten wird hier illegal an Urlauber vermietet: Umweltschützer verlangen Abriss von Häusern auf Mallorca
Der Inselrat leitete bereits 2017 die nötigen Verfahren zum Abriss der Gebäude ein. Diese wurden jedoch aufgrund von Rechtsmitteln der Eigentümer immer wieder verzögert

Eines der drei Häuser im Gebiet von Sant Salvador. / DM
Die Umweltschutzorganisation Terraferida hat bei der zuständigen mallorquinischen Behörde Agència de la Defensa del Territori (ADT) beim Inselrat Anzeige wegen drei Häusern erstattet, die auf demselben Grundstück innerhalb des besonders geschützten Naturgebiets von Sant Salvador in Felanitx stehen. Nach Angaben von Terraferida beschäftigen die Bauten die Behörden seit Jahrzehnten, wurden aber dennoch über Jahre hinweg touristisch vermietet.
Die drei Gebäude befinden sich in der Gegend Firella. Nach Darstellung von Terraferida begannen die ersten Bauarbeiten um 1991; später kamen weitere Eingriffe hinzu, bis ein Ensemble aus mehreren Gebäuden entstand. Ende der 1990er-Jahre eröffnete die Gemeinde Felanitx demnach erste Sanktionsverfahren. Rund zehn Jahre später brachte eine Untersuchung der Umweltschutzorganisation GOB zu illegalen Wohnhäusern den Fall erneut beim Rathaus auf den Tisch.
Häuser wurden laut Anwohnern weiterhin an Urlauber vermietet
Terraferida zufolge wurden mindestens zwei der drei Häuser über Jahre als Ferienunterkünfte vermietet und auch im Internet angeboten. Bereits 2017 hatte die ADT öffentlich angekündigt, die Verfahren zum Abriss der drei Gebäude einzuleiten und dabei auch auf deren touristische Nutzung verwiesen.
Neun Jahre später stehen die Häuser laut Terraferida jedoch noch immer. Nach Angaben von Anwohnern sollen sie in dieser Zeit weiterhin an Urlauber vermietet worden sein.
Als Grund für die lange Verfahrensdauer nennt die Organisation Rechtsmittel und Gerichtsverfahren der Eigentümer gegen die Maßnahmen der Verwaltung. Dadurch sei die Wiederherstellung des rechtmäßigen baulichen Zustands über Jahre verzögert worden. Terraferida hat den Fall deshalb erneut der ADT vorgelegt und fordert eine endgültige Klärung. Zugleich verlangt die Organisation wirksamere Mechanismen, um geschützte Naturräume besser vor illegaler Bebauung zu schützen.
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