Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Immobilienmarkt aktuell auf Mallorca: Die Zahl der Verkäufe sinkt, die Preise bleiben hoch

Die Insel ist nach wie vor angesagt, allerdings geben die Menschen behutsamer Geld aus

Fast nur Luxus gibt es im Villenviertel Son Vida oberhalb von Palma.

Fast nur Luxus gibt es im Villenviertel Son Vida oberhalb von Palma. / Manu Mielniezuk

Folgen Sie uns bereits?Marken Sie uns als bevorzugte Medien
Hinzufügen zu Google
Johannes Krayer

Johannes Krayer

Abgesehen vom Luxusbereich: Wie steht generell der Immobilienmarkt auf Mallorca derzeit da? Klar ist: Der Hype aus Corona-Zeiten ist wieder abgeflaut, die Verkäufe sind Stück für Stück zurückgegangen, liegen aber laut Experten aus der Branche noch immer über dem Niveau von vor Corona.

„Mallorca ist nach wie vor ein Markt mit großer Stabilität“, sagt Hans Lenz von Engel & Völkers. Der Jahresstart sei schwierig gewesen. Bis etwa April habe sich nicht sehr viel bewegt. Doch seither habe eine schnelle Erholung eingesetzt.

Verkäufe vor allem im Bereich bis vier Millionen Euro

Das berichtet auch Jürgen Conzelmann von First Class Real Estate, der keine großen Erwartungen in 2026 gesetzt hatte. „Wir wurden in den vergangenen Monaten allerdings überrascht, wie gut das Geschäft läuft.“

Verkauft würden vor allem Häuser und Wohnungen im Bereich von einer bis etwa vier Millionen Euro. Bei höherpreisigen Objekten werde es komplizierter. „Allerdings ist natürlich auch der Kundenkreis, der sich ein Haus für zehn Millionen Euro leisten kann, entsprechend limitiert“, gibt Hans Lenz zu bedenken.

Verkäufe sind zurückgegangen

Die Zahl der Transaktionen im Immobiliensektor ist auf Mallorca in diesem Jahr spürbar gesunken – allerdings vor allem im zweiten Quartal und damit anders als das Lenz und Conzelmann aus der Praxis berichten. Das geht aus der Statistik der Grundbuchämter hervor, die einmal im Quartal Bericht über die Verkäufe in Spanien erstatten.

Villen und Wohnanlagen im Südwesten von Mallorca. | FOTO: KADI PRODUCTION

Villen und Wohnanlagen im Südwesten von Mallorca. / KADI PRODUCTION

Nach den Zahlen aus den Grundbüchern gab es im zweiten Quartal des Jahres auf den Balearen 3.167 Immobilienverkäufe. Das waren 13,1 Prozent weniger als im ersten Quartal des Jahres. Bei den Neubauten betrug der Rückgang sogar 26,4 Prozent. Die Inseln liegen da- mit im spanienweiten Trend, der Rückgang auf den Balearen ist allerdings deutlicher als im Durchschnitt.

4.311 Euro für einen Quadratmeter Mallorca-Immobilie

Es gibt also zwar weniger Verkäufe, die Preise steigen aber nach wie vor, berichtet Hans Lenz. Der durchschnittliche Verkaufspreis liegt laut den Grundbuchämtern auf den Balearen inzwischen bei 4.311 Euro pro Quadratmeter. Das sind 3,3 Prozent mehr als im ersten Quartal. Auffällig war zu Jahresbeginn, dass auf den Inseln kaum Preisunterschiede zwischen Neubauten und Bestandsimmobilien zu erkennen waren.

Das änderte sich im zweiten Quartal. Inzwischen sind Bestandsimmobilien mit 4.347 Euro pro Quadratmeter spürbar teurer als Neubauten mit 4.158 Euro pro Quadratmeter. Möglicherweise macht sich hier bereits der Bau von günstigerem Wohnraum für Einheimische bemerkbar, den die Balearen-Regierung zu stimulieren versucht.

"Preisstruktur mal durchgespült"

Die Preise auf der Insel sind mittlerweile selbst für die Immobilienexperten zu hoch. Ein Makler sagt der MZ: „Es ist eine Schande, was man in Santa Ponça für drei Millionen Euro bekommt.“ Insgesamt werde es schwieriger, an Kunden zu kommen. „Alle, die in diesem Jahr gekauft haben, hätten sich deutlich teurere Häuser leisten können“, sagt der Makler.

Und Hans Lenz „fände es gut, wenn die Preisstruktur durch die anstehende Entwicklung von gefördertem Wohnraum für Residenten mal durchgespült würde“. Er selbst habe Investoren bereits auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, mit der Unterstützung der Politik Wohnraum für die Einheimischen zu bauen. Da sei dann zwar die Marge geringer, aber auch die bürokratischen Hürden. Eine Baugenehmigung sei aufgrund der Vorzugsbehandlung solcher Projekte erheblich schneller zu bekommen. "Geplant sind über 10.000 Wohnungen dieser Art in den nächsten Jahren", sagt Lenz.

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents