04. August 2011
04.08.2011
40 Años

Spiel, Satz und leckere Speisen: Wo Rafael Nadal einkehrt

Im Sa Punta bei Cala Bona gibt es gleich zwei Nadals und klassisch spanisch-mallorquinische Küche direkt am Meer

04.08.2011 | 11:53
Sie schmeißen den Laden: Aurelio Ucendo Grande (Mi.) und die Brüder Luis (li.) und Pedro Martín

Rafael Nadal spielt jeden Freitagabend im Sa Punta Klavier ? Nun ja, es ist nicht wirklich der Rafael Nadal, sondern sein gleichnamiger 82-jähriger Großvater, der gemeinsam mit seinem geigenden Partner Serafin Nébot die Gäste begeistert. Es ist quasi eine Art Hausmusik, denn das Lokal mit den zwei großen Terrassen direkt am Meer nahe Cala Bona gehört der Familie seit über 13 Jahren. Sie sind die diskreten Geldgeber und gleichzeitig guten Kunden, die vor allem Sonntagmittag hier speisen – mit Rafael Nadal, dem Jüngeren, falls dieser spielfrei hat und auf der Insel weilt.

An der Gästefront aktiv ist jedoch Aurelio Ucendo Grande, mittlerweile auch Geschäftspartner der Nadals. Alle nennen den 62-jährigen Festlandspanier, der schon mit 14 Jahren in der Gastronomie begann, nur Aurelio. Bevor er 1976 nach Mallorca kam, hat er unter anderem auf den Kanaren und in England gearbeitet. 26 Jahre war er im „Sierra de Pula" tätig. Von dort brachte er auch seine beiden Köche mit, als er anschließend ins Sa Punta wechselte: Die Brüder Pedro (36) und Luis Martín (42) sind mittlerweile somit insgesamt seit 14 Jahren ein eingespieltes Team mit Aurelio.

Die drei wissen, was die gemischte Gästeschar („Von den Ausländern stellen die Deutschen mit rund 20 Prozent die größte Gruppe") gerne isst: Fisch und Meeresfrüchte, täglich frisch aus dem Meer. „Es gibt zwei Boote, die für mich fischen. Ich treffe die Erstauswahl, der Rest ist für die anderen Restaurants", erzählt Aurelio. Der Fang stammt aus den umliegenden Gewässern von Cala Ratjada bis hinunter nach Porto Cristo. „Vor allem bei Cala Ratjada gibt es sehr gute Gambas, und vor Cala Bona fängt man die Langusten."

Auch beim Gemüse bleibe man regional, denn der Pfarrer Padre Tomeu bewirte in Son Servera einen Garten und beliefere Sa Punta. „Mit dem eingenommenen Geld versorgt er arme Leute der Gegend." Auch die Spanferkel haben einmal auf Mallorquinisch gegrunzt, nur das restliche Fleisch komme aus dem Baskenland und Katalonien.

Entsprechend ist die Küche auch klassisch spanisch-mallorquinisch – so, wie es sich die meisten Urlauber wünschen, und auch Mallorquiner es gerne mögen. Hier mal ein Thunfisch-­Sashimi, dort mal eine Thaisauce, die Küche erlaubt sich nur wenige kleine Ausflüge. Den Schwerpunkt stellen Fisch und Meeresfrüchte dar – vom Grill, mit Saucen oder in Salz gebacken – aber auch die hauseigene Foie gras ist empfehlenswert. Die Preise bewegen sich von 6,50 bis 9,50 Euro für die meisten Vorspeisen und 16,50 bis 21 Euro für Hauptspeisen, von Spezialitäten à la Kobefleisch einmal abgesehen. Und für die Nachspeisen zahlt man 3,50 bis 6 Euro. Zusätzlich gibt es ein wöchentlich wechselndes viergängiges Menü für circa 27 Euro – mittags und abends.

Fisch sollte schwimmen – das nimmt man im Restaurant Sa Punta wörtlich. Die Weinkarte umfasst circa 340 Posten, darunter sind einige der besten mallorquinischen Winzer vertreten. „Viele davon sind Freunde wie die Gebrüder Gelabert", erzählt Aurelio.

Das Restaurant hat einen klassischen Charme, samt dem älteren Schinken-Aufschneider, den vielen Fotos mit prominenten Gästen, die die Wände zieren, und dem aufmerksamen Personal. Wenn man dann auf der Terrasse sitzt, aufs Wasser blickt, dem Meeresrauschen lauscht und einen frischen Fisch vom Grill vor sich stehen hat (übrigens das Lieblingsgericht von Rafael, dem Tennisspieler) – stellt sich schnell das perfekte Urlaubsfeeling ein.

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