03. April 2008
03.04.2008
40 Años

Meridiane des Friedens: Zum Tod des deutschen Bildhauers Rolf Schaffner

03.04.2008 | 02:00
Pferde aus Stein: ýCaballos", ein Werk von Schaffner aus dem Jahr 1963 (Son Morla bei Santanyí).

Er liebte Mallorca, Santanyí und den Sandstein: Rolf Schaffner. Am Ostersonntag starb der deutsche Bildhauer im Alter von 80 Jahren. Schaffner war ein Pionier der deutschen Insel-Kunst. Bereits Anfang der 60er Jahre hatte es ihn mit seiner Frau und seinem Sohn nach Mallorca gezogen. Hier wollte er, der gerade die Akademie der Bildenden Künste in München abgeschlossen hatte, die großen Skulpturenprojekte verwirklichen, von denen er in Deutschland immer geträumt hatte.

Redaktion

Doch obwohl seine Stein-Arbeiten auf der Insel rasch Anerkennung fanden- Schaffner erhielt früh mehrere Auszeichnungen, darunter den Premio Ciudad Palma - reichte es nicht zum Überleben. Er entschied sich, nach Deutschland zurückzukehren und in München sein Geld zu verdienen. Der Aufenthalt sollte mehr als zehn Jahre währen. Erst 1986 kehrte er nach Mallorca zurück.

Seine Kunst ist aus dem Straßenbild Mallorcas kaum noch wegzudenken. Schaffner schuf Wegweiser der besonderen Art. Etwa die mächtigen „Testigos", die Zeugen, an der Straße zwischen Campos und Santanyí - elf Stelen, die aus Bruchstein geschichtet bis zu sechs Meter in den Himmel ragen. Oder „Los Reyes" (Die Könige), die es auf 4,5 und sechs Meter bringen und seit 2002 an der Straße Santanyí-Es Llombards stehen.

Schaffner war ein aufmerksamer Beobachter, ein unabhängiger, freiheitsliebender, kritischer Geist dazu. Und einer, der sich dem Frieden in der Welt verpflichtet füllte.

Das zeigt nicht zuletzt sein Projekt „Equilibrio" (Gleichgewicht), ein länderübergreifendes Vorhaben, das er 1995 auf Mallorca begann. An fünf verschiedenen Orten Europas schuf er Skulpturen aus unbehauenen Steinen, die der jeweiligen Region entstammten: hoch im Norden in Ladehammeren/Trondheim (Norwegen), im Süden in Santanyí (Spanien), im Osten in Wolgograd (Russland), im Westen in Cork (Irland). Allesamt sind es tonnenschwere Stelen, die sich um einen zentralen Punkt gruppieren: eine Skulptur in Bensberg bei Köln. Die Werke symbolisierten die „geistige Verbundenheit über die Grenzen hinweg" und seien „Meridiane des Friedens und der Menschlichkeit", die einem Kreuz gleich Europa verbinden.

Schaffner wandte sich zeit seines Lebens gegen Konsum und Schnelllebigkeit, bezog Position gegen den Massentourismus. Nicht von ungefähr wählte er so häufig Stelen als Form seines künstlerischen Ausdrucks: Es waren die Werke eines ­Aufrichtigen.

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