07. Oktober 2010
07.10.2010

Nit de l'Art auf Mallorca: Massen kamen, sahen, aßen

Die Nit de l´Art am Donnerstag (16.9.) zog mehr Besucher an als je zuvor. Doch bot der Galerie-Marathon wenig Neues

23.09.2010 | 03:00
C/. Sant Feliu, der neue Espai Verí 7, „Home" in ABBA Art.

Ihre Kritiker haben irgendwie recht: Die Nit de l´Art, die lange Nacht der Kunst in Palma, mit der am Donnerstag (16.9.) die Galerien der beiden ansonsten rivalisierenden Verbände wieder in ihre Ausstellungen einluden, ist vor allem ein Gedränge. Auch lässt sich nur schwer bestreiten, dass die kulinarischen Aufmerksamkeiten der Galerien diesen kollektiven Ausbruch an Kunstbegeisterung mit anfachen.

Andererseits: Appetithäppchen gab es schon vor zehn Jahren, und damals war der Strom der Neugierigen übersichtlich.

Das ist lange her. Wenn die Zahlen vom Es Baluard ein Maßstab sind, ist in diesem Jahr wieder ein Rekord gefallen: 6.400 Besucher zählte das städtische Kunstmuseum, 2.000 mehr als im Vorjahr.

Das Erfolgsrezept: An diesem Abend wird Kunst zum Event für jedermann. Die Nit de l´Art ist Zapping in Lebensgröße. Und bei rund 30 (offiziellen) Ausstellungen ist jedem Besucher ein Aha-Erlebnis garantiert.

Eine der echten Neuheiten des Abends war nicht Inhalt, sondern Standort einer Ausstellung, nämlich der am selben Abend eingeweihte Espai Verí 7. Diese private Galerie des Designers und spätberufenen Künstlers Juan Solivellas, eingerichtet in zwei umgemodelten Stadtpalästen, beeindruckt architektonisch und bereichert die Kulturpassage Can Verí um eine weitere Kreativadresse.

Beeindruckend auch die Foto-Ausstellung des Briten Paul Spencer in der noch backfrischen Galería Catorze (C/. Sant Feliu): Erstklassige, hochintensive Bilder in Schwarz-Weiß – da kam der Strom der Neugierigen hypnotisiert ins Stocken.

Eher komisch hingegen, wie sich das Publikum ähnlich hypnotisiert in einen Schauraum für Designküchen drängte, nur weil der auf der Galerienroute lag. Eine ähnliche Grenzüberschreitung von Kunst zu Kommerz ergab sich auch auf der Plaça Mercat, die eigentlich für alternative Kunst reserviert war und wo ein Autohaus einen poppig bepinselten Kleinwagen präsentierte.

Es war auch eine stille Nit de l´Art: Wenig Musik, wenig Spektakel, die Straßenkünstler hielten sich zurück. Dafür kam die Poesie mit einer Lesung vor dem Gran Hotel zu ihrem Recht. Dort rezitierten Biel Mesquida und Konsorten Lieblingsgedichte eines gro­ßen Abwesenden an diesem Abend: Miquel Barceló.

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