28. April 2019
28.04.2019

Wie das Goethe-Institut Mallorca entdeckt

Judith Maiworm, Leiterin in Barcelona, erklärt, wie der Kulturaustausch und die Sprachförderung ablaufen sollen

28.04.2019 | 01:00
Judith Maiworm (li.) mit Marina Planas vom Kulturzentrum Casa Planas bei der Unterzeichnung des Vertrages.

Das Kulturzentrum Casa Planas in Palma de Mallorca ist seit März offiziell eine sogenannte Kultur­gesellschaft des Goethe-Instituts Barcelona. Gemeinsam werden dort nun deutsche Filme gezeigt, Residenzprogramme für Künstler angeboten und ein Musikfestival veranstaltet (MZ berichtete). Und auch mit dem Bildungsministerium der Balearen unterhält das mit der deutschen Sprach- und Kulturförderung im Ausland beauftragte Goethe-Institut eine Kooperation. Ein Gespräch mit dessen Leiterin in Barcelona seit 2015, Judith Maiworm

Frau Maiworm, wie sind Sie überhaupt auf Casa Planas gekommen?

Casa Planas ist auf uns zugekommen. Die Leitung hat sich vor rund zwei Jahren an uns gewandt, weil sie Projekte in ihr Programm aufnehmen wollte, die den Austausch zwischen Spanien und Deutschland zum Gegenstand haben. Wir haben Casa Planas damals eine Beratung angeboten, etwa bei der Auswahl von Filmen, die gezeigt werden können.

Wie kam es dann zur Gründung der Kulturgesellschaft?

Eine Kulturgesellschaft in Valencia schied aus verschiedenen Gründen aus der Förderung aus. Um die Mittel nicht verfallen zu lassen, haben wir Casa Planas die Zusammenarbeit angeboten. Da es ein noch recht junges Zentrum ist, waren sie sehr froh über dieses Angebot. Und wir sind auch glücklich, weil wir denken, dass wir einen tollen Partner auf Mallorca gefunden haben.

Womit hat Casa Planas Sie überzeugt?

Casa Planas hat als großes Kapital dieses wunderbare Gebäude, die ehemalige Fotofabrik, in der vielfältige Aktivitäten möglich sind. Ob die Werkstätten für Künstler, der Coworking-Bereich oder die Radiostation: Es ist ein junges Zentrum, dass sich auf sehr unterschiedliche Weise bemüht, Verbindungen herzustellen. Und das ist ein Anliegen des Goethe-Instituts: Projekte zu haben, wo man weniger etwas
präsentiert, sondern Leute in Kontakt bringt und daraus etwas Neues entsteht.

Wie viele Kulturgesellschaften gibt es in Spanien?

Bislang hatte es nur die in Valencia gegeben. Jetzt haben wir neben Casa Planas auch La Tabakalera in San Sebastián. Das sind Kooperationen, die historisch gewachsen sind. Deshalb kann ich nicht wirklich erklären, warum wir in Italien über zwanzig solcher Zentren haben und in Spanien nur die beiden. Im Auswärtigen Amt wird die Kooperation mit den beiden Kulturzentren als Pilotprojekt gesehen. Wir hoffen, dass wir erfolgreich sind und unser Netz weiter ausbauen können.

Welche Rolle hat die starke Präsenz der Deutschen auf Mallorca bei der Entscheidung gespielt, auf die Insel zu gehen?

Wir dachten, dass es interessant wäre, einen anderen Akzent in der deutschen Präsenz auf der Insel zu setzen. Also, dass man sich stärker auf den Austausch über Film, bildender Kunst und Musik konzentriert und zeigt, dass es in Deutschland auch etwas anderes gibt als Touristen, die die Sonne suchen.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit Casa Planas konkret ab?

Sie schlagen uns Projekte vor, die sie im Rahmen des Austauschs zwischen Spanien und Deutschland realisieren wollen. Wir stellen die für die Umsetzung notwendigen Mittel zur Verfügung und bieten Beratung. Aber wir greifen nicht in die Programmautonomie des Zentrums ein.

Ist die Kooperation befristet?

Erst einmal auf ein Jahr. Da es ein neues Projekt ist, werden wir uns danach zusammensetzen und schauen, ob es für beide Seiten gut funktioniert. Und dann hoffe ich, dass daraus eine langfristige Kooperation werden kann.

Neben der Zusammenarbeit mit Casa Planas gibt es auch eine Kooperation mit der Balearen-Regierung.

Ja, die gibt es schon länger, in der Sprachförderung. Zum einen ist da ein Abkommen mit dem Arbeitsministerium, um im Rahmen von Fortbildungen Deutschkurse anzubieten. Am Ende der Kurse können die Prüfungen des Goethe-Instituts abgelegt werden, da diese international anerkannt sind. Und dann gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Bildungs­ministerium. Diese Kooperation haben wir im Januar durch einen Vertrag institutionalisiert, auch wenn die Arbeit schon länger stattfindet.

Was bieten Sie genau an?

Deutschlehrer können an unseren Fortbildungen teilnehmen. Zudem vergeben wir pro Jahr sechs Stipendien für Deutschlehrer, die nach Deutschland wollen, zum einen aus landeskundlichen Gründen, aber auch um an Fortbildungen teilzunehmen.

Plant das Goethe-Institut eigene Sprachkurse auf Mallorca?

Nein, aber wir werden andere Anbieter von Sprachkursen gerne unterstützen.

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