30. Mai 2019
30.05.2019
Mallorca Zeitung

Ein Konzert, das eigentlich nicht stattfinden sollte

Maria João Pires gilt als eine der talentiertesten Pianistinnen unserer Zeit. 2017 beendete sie aus überraschendem ­Grund ihre Karriere. Bei den Formentor Sunset Classics tritt sie trotzdem auf

30.05.2019 | 10:10
So selbstkritisch wie selbstbestimmt: Maria João Pires.

Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, es gäbe Maria João Pires zwei Mal. Zum einen ist da die international renommierte Konzertpianistin, von der Kritik und dem Publikum für ihr tiefes, lyrisches Spiel verehrt. Und dann ist da die Maria João Pires, die über sich selbst in Interviews spricht. Sie habe zu kleine Hände, nie Zeit zum Üben gehabt. Und sowieso möge sie keine Konzerte.

Ende 2017 beendete die heute 74-Jährige gar komplett ihre Karriere mit der bemerkenswerten Begründung, das Klavier und sie hätten nie so richtig zusammengefunden. Seither gibt sie nur noch ganz selten Konzerte, immer an ausgewählten ­Orten, sodass das mallorquinische Publikum sich glücklich schätzen kann, mit den Formentor Sunset Classics einen Rahmen zu haben, der der großen Pianistin zusagt.

Dudamel kommt auch

Am 31.5. bestreitet sie das Auftaktkonzert zu der diesjährigen Premium-Konzertreihe im noblen Hotel Formentor im Norden der ­Insel. Neben Pires kommen in diesem Jahr Star­dirigent Gustavo Dudamel mit den Münchner Philharmonikern und dem Orfeo Català (29.6.), der ukrainische Pianist Dmytro Choni (26.7.) und der spanische Violinist ­Rubén Mendoza (9.8.).

Die Portugiesin, die mit vier Jahren ihr ­erstes Konzert spielte und Teil ihrer musi­kalischen Ausbildung bei Rosl Schmidt in
München und Karl Engel in Hannover absolvierte, präsentiert bei ihrem Konzert ein Programm, das sie fast identisch im Februar in Barcelona gespielt hatte: Mozarts Klavier­sonate Nr. 12, Beethovens Klaviersonate Nummer 8 und nach der Pause sechs Nocturnes und zwei Walzer aus der Feder von ­Frédéric Chopin. Sie erhielt überschwäng­liche Kritiken für das Konzert.

Am Klavier liegt es also wohl nicht, dass sie frustriert ist. An der Industrie schon eher. Vor einigen Jahren sah sie, dass ihre Plattenfirma, die Deutsche Grammophon, die CD einer anderen Musikerin mit einem übersexualisierten Bild gestaltet hatte. Pires diskutierte nicht lange. Und kündigte den Vertrag.

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