18. Juli 2019
18.07.2019

Inselrat will mehr Katalanisch im Teatre Principal

Das ist einer der Gründe, warum der Intendant gehen muss

18.07.2019 | 11:20
Hat in den drei Jahren seiner Amtszeit ein hochwertiges Programm zusammengestellt: der scheidende Intendant des Teatre Principal, Carlos Forteza.

Carlos Forteza, der Intendant des Teatre Principal in Palma, der wichtigsten Bühne der Balearen, bekommt wohl keine zweite Amtszeit. Sein Vertrag endete am 7. Juli mit dem Machtwechsel im Inselrat. Die nunmehr dort zuständige Kulturdezernentin, Ex-Tourismusministerin Bel Busquets, muss nun über die Nachfolge entscheiden. Die Richtung steht dabei schon fest: Die Co-Chefin der linksökologischen Regionalpartei Més wünscht sich ein lokaleres Profil. Das Konzept von Forteza (Palma, 1975) sei „vielleicht zu spanischzentriert" gewesen, sagt sie. „Das Teatre Principal muss ganz klar eine Bühne für das katalanischsprachige Theater sein, ohne dabei auf andere Angebote zu verzichten."

Der gelernte Journalist und erfahrene Kulturmanager hatte in seiner dreijährigen Amtszeit zusammen mit seiner Stellvertreterin Mónica Pérez ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt und es immer wieder mit hochkarätigen nationalen Produktionen bestückt. Mit viel Tanz und Gastspielen internationaler Ensembles trug er auch der Tatsache Rechnung, dass nicht alle Bewohner und Besucher der Insel des Spanischen und Katalanischen mächtig sind.

Ein Großteil der Branche zollte ihm dieser Tagen denn auch Respekt: Forteza habe das Teatre Principal mit internationalen Produktionen und experimentelleren Formaten „auf das Niveau europäischer Theater" gehievt, so der über den Weggang „verärgerte" Vorsitzende des Verbandes der öffentlichen Bühnen auf den Balearen, Joan Matamalas. Der Intendant habe zudem stets den Austausch mit den anderen Bühnen gesucht.

Ähnlich äußerte sich die renommierte Choreografin Mariantònia Oliver. Der Schauspieler und Autor Toni Gomila, bekannt für urmallorquinische Stücke und Rollen, sprach vom „besten Intendanten in 40 Jahren". Und auch der Vorsitzende der Amics de l'Òpera, Pere Bujosa, zieht eine positive Bilanz: Forteza habe zwar bei der jährlichen Opernsaison meist nur Nebenrollen mit Mallorquinern besetzt, aber namhafte Künstler rekrutieren sowie auch neue Produktionen wie „Maria Moliner" von Antoni Parera an Land ziehen können.

Der als hochmütig geltende Kulturmanager hatte Veranstaltungen auswärtiger Anbieter eingeschränkt – so musste sich das Klassikfestival MúsicaMallorca einen anderen Saal suchen – und lag mit Teilen der Belegschaft im Clinch. Kritik schlug ihm auch seitens mancher mallorquinischer Musiker und Bühnenschaffenden entgegen. Ihre Arbeit werde in der Programmgestaltung zu wenig berücksichtigt, hieß es immer wieder. „Ein Prozentsatz muss für mallorquinische Produktionen reserviert sein, schließlich handelt es sich um ein öffentliches Theater", forderte jetzt erneut der Kulturmanager Àngel Pujol.

Wie es nun weitergeht, ist unklar. Das Programm für die Saison 2019/2020 steht bereits. Sowohl Bel Busquets als auch Carlos Forteza betonen, dass sie einen geordneten Übergang gewährleisten wollen. An diesem Freitag (19.7.) wollen sie sich erstmals zusammensetzen. Forteza will sich erst danach öffentlich äußern. Bel Busquets kann die Nachfolge sowohl über eine öffentliche Ausschreibung als auch über eine Ernennung regeln.

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