09. September 2019
09.09.2019

Das wünschen sich Residenten vom Kulturangebot auf Mallorca

Die Kulturszene auf der Insel ist bunt, stellt aber nicht alle zufrieden. Wir haben bei Residenten nachgefragt, wie sie das Angebot auf der Insel erleben und welche Ideen sie hätten

09.09.2019 | 01:00
Mehr Katalanisch im Teatre Prinicipal - das ist die Forderung der neuen Kulturdezernentin des Inselrats, Bel Busquets.

Anfang September ist es so weit. Spätestens dann haben die Politiker auf Mallorca keine Ausreden mehr und müssen sich in dieser neuen Legislatur­periode endgültig und ein für alle Mal an die Arbeit machen – auch in der Kultur. Doch ­während man von mallorquinischen Kultur­verbänden auch in der Findungsphase immer wieder Forderungen hört, sind die Residenten häufig eher abwartende Betrachter des Kulturlebens. Wir haben unter ihnen nach­gefragt, was sie sich von der Kultur auf der ­Insel wünschen.

Erst seit Januar 2018 lebt Roman Hillmann auf der Insel, ist aber schon viel in der Kulturszene unterwegs. Der 57-Jährige hält die Kulturpolitiker auf der Insel für sehr bemüht, sie würden sich häufig bei Veranstaltungen blicken lassen. „Allerdings fehlt auch hier vielen Künstlern die nötige Unterstützung." Hillmann, der früher als Produktionsleiter beim Fernsehen tätig war, wünscht sich für die Insel etwa Zwischennutzungsprojekte, bei denen Kulturschaffende kostengünstig in nicht genutzten Immobilien arbeiten können. Auch die Heranführung von Jugendlichen an die Kultur sei wichtig. „Deshalb ist es ein guter Schritt, dass Palmas neuer Kulturdezernent Antoni Noguera die städtischen Theater für Minderjährige kostenlos macht", sagt Hillmann. Von den deutschen Landsleuten auf der Insel wünscht er sich mehr Mut. Sie sollten sich ruhig der mallorquinischen Kultur nähern. „Man wird sehr offen empfangen, wenn man sich ein wenig Mühe gibt."

Die Sängerin Waltraud Gregan erlebt die Kulturszene auf Mallorca als Künstlerin und als Beobachterin. Auch sie sieht einen mangelnden Austausch zwischen Residenten und Mallorquinern. „Wenn ich einen Auftritt habe, sind meist wenige Mallorquiner da", sagt die Österreicherin. Ebenso sehe man ­wenige Residenten bei mallorquinisch geprägten Veranstaltungen. Für Gregan, die in Sóller lebt, hat die Insel ein Riesenangebot. „Es gibt viel mehr Veranstaltungen, als man wahrnehmen kann", sagt sie. Das gelte nicht nur für Palma. Auch in Dörfern wie Deià sei, gerade im Sommer, ständig etwas los.

Claus Peter Starey lebt seit zehn Jahren auf der Balearen-Insel und besucht regelmäßig mit einer Gruppe internationalen Residenten Theatervorführungen und Konzerte, häufig auch im Teatre Principal. Er zeigt sich besorgt ob der Ankündigung der neuen Kulturdezernentin des Inselrats, Bel Busquets, dass im Principal vermehrt Veranstaltungen auf Katalanisch stattfinden sollen. „Man trägt der Gesellschaftsmischung hier nicht Rechnung." Er glaubt, dass viele Deutsche nicht mehr hingehen werden, wenn die Veranstaltungen in der Inselsprache sind. „Das können sie ja machen, wenn sie wollen, aber dann dürfen sie sich nicht wundern, wenn dort das deutsche Residenten-Publikum ausbleibt." Er selbst spreche fließend Spanisch, habe aus beruflichen Gründen keine Zeit gehabt, Katalanisch zu lernen. Dirk Henselewski arbeitet seit über acht Jahren als Übersetzer auf der Insel. Er geht gerne auf Konzerte und bedauert die Abschaffung des Filmfestivals Maremostra. „Mallorca hat für eine Insel ein recht gutes kulturelles Angebot", sagt der 43-Jährige. Er wünscht sich allerdings teilweise den Mut zu mehr Vielfalt. „Vor drei Jahren war ich beim chinesischen Neujahrsfest in Pere Garau. Das war eine tolle Sache, man konnte dort die Kultur des Landes entdecken. In den vergangenen Jahren wurden aber immer mehr Elemente der mallorquinischen Kultur eingefügt. Ich weiß nicht, ob da ein politischer Wille dahintersteckt, aber wenn ich mallorquinische Kultur will, habe ich andere Gelegenheiten dazu."

Für Nermin Goenenc sollte die Kultur viel präsenter in den Schulen sein. „Es ist ­wichtig, dass den Kindern gezeigt wird, dass sie kreativ sein dürfen. Dasssie kritisch denken können." Gerade auf den Dörfern könnte das kulturelle Angebot für junge Leute größer sein, sagt die deutsche ­Sängerin, die seit zehn Jahren in Campos lebt.

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