22. September 2019
22.09.2019
Mallorca Zeitung

Die neue Saison des Teatre Principal setzt aufs Zeitgeschehen

Das Teatre Principal stellt die erste Saisonhälfte vor. Speziell die Theaterstücke haben einen starken Bezug zur Aktualität

22.09.2019 | 01:00
In „Jauría" wird die Gruppenvergewaltigung der „Manada" in Pamplona rekonstruiert.

Ordentlich ins Zeug gelegt hat sich der neue Leiter des Teatre Principal in Palma de Mallorca, Josep Ramon Cerdà, der erst seit Anfang August im Amt ist. Es galt, nach dem Abschied des bisherigen Intendanten Carlos Forteza eilig einen neuen Spielplan auf die Beine zu stellen. „Immerhin die Hälfte hatte der vorherige Leiter bereits programmiert", erklärte Cerdà bei der Präsentation der Spielzeit 2019/2020, vor allem im ersten Halbjahr. Für das zweite Halbjahr steht das Programm noch nicht fest. Der erste Eindruck der Veranstaltungen ist äußerst ausgewogen.

Ob es allerdings in Zukunft dabei bleibt, bleibt abzuwarten. Der neue Intendant Cerdà erklärte in der Pressekonferenz, dass er – vor allem ab der Saison 2020/21 – verstärkt auf mallorquinische Theaterproduktionen setzen werde, um die Kulturszene der Insel zu stärken. „Ein öffentliches Theater hat die Pflicht, das zu tun." Es darf also vermutet werden, dass der katalanischsprachige Teil ab der kommenden Saison wieder zunimmt. Die Kulturdezernentin des Inselrats, Bel Busquets, hatte den Vertrag von Carlos Forteza im Juli nicht verlängert. Dessen Konzept sei „vielleicht zu spanischzentriert" gewesen, sagte sie damals.

Vorerst kommen aber auch die Zuschauer, die des Katalanischen nicht mächtig sind, in den Genuss von interessanten Theaterstücken auf Spanisch. Darunter sind unter anderem zwei Inszenierungen, die bereits andernorts für Aufsehen gesorgt haben. Sowohl „Jauría" (14.12.) als auch „Playoff" (2.1.2020) setzen sich mit den Themen Feminismus und Machismus auseinander. In „Jauría" des Madrider Theaters El Pavón Teatro Kamikaze geht es um die Gruppenvergewaltigung bei den Feiern von San Fermín in Pamplona im Jahr 2016. Die fünf Männer der sogenannten „Manada" wurden im Juni zu jeweils zwischen 15 und 17 Jahren Haft verurteilt.

María Hervás, eine der derzeit angesagtesten jungen Schauspielerinnen verkörpert das 18-jährige Opfer der Gruppe. Hervás ist bereits am 29. September in Palma zu sehen. Sie hält als Vorstadtmädchen in „Iphigenia en Vallecas" von der Kompagnie La Joven einen eineinhalbstündigen Monolog über das von der Wirtschaftskrise geprägte Leben in einem Arbeiterviertel.

Daneben empfehlenswert ist das Tanztheater „Las alegrías" (17.10.) von Paula Quintana oder der Flamenco-Abend „La espina que quiso ser flor" (26.10.). Konzerte gibt es unter anderem vom katalanischen Popstar Manel (13.12.), der Rockgruppe Oso Leone (29./30.10.) oder der Sängerin Andrea Motis (21.11.) – neben dem Weihnachtskonzert der Chöre des Teatre Principal (20./21.12.). Das Programm komplettieren Zirkusvorführungen, Kinderstücke und Veranstaltungen wie etwa die Gala des International Evolution Film Festival (23.10.). Karten für die Veranstaltungen kosten zwischen 8 und 45 Euro (Rabatte für Senioren, junge Leute oder Arbeitslose).

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