15. Oktober 2019
15.10.2019

Auf diese Direktorin musste das Museum Es Baluard lange warten

Nach einem halben Jahr hat Mallorcas wichtigstes Museum mit Inma Prieto wieder eine Direktorin. Das ist erst einmal eine gute Nachricht. Aber es sind noch Fragen zu beantworten

15.10.2019 | 01:00
Museumsleiterin Inma Prieto. Auf dem offiziellen Bild wurde die Zigarette wegretuschiert.

Monatelang steuerte Mallorcas wichtigstes Museum für zeitgenössische Kunst führungslos durch die Wogen des Kulturjahres – jetzt hat das Es Baluard eine Nachfolgerin für ­Nekane Aramburuderen Vertrag im März nach sechs Jahren ausgelaufen war. Die katalanische Kunstkritikerin und Kuratorin Inma Prieto ist seit 1.10. die neue Direktorin.

Die 44-Jährige hat unter anderem Ausstellungen in der Werkstatt der Kulturen in ­Berlin, dem Temp Art Space in New York und im Museum Muca Roma in Mexiko kuratiert. Zudem schreibt sie seit über einem Jahrzehnt für ­„Cultura/s" – die Kulturbeilage der Zeitung „La Van­guardia" – sowie „A*Desk" und „Bonart". Sie hat sich auf akademischer Ebene hauptsächlich mit der Beziehung zwischen Kunsttheorie und der Umsetzung durch den Künstler auseinandergesetzt und ist Dozentin an der Universität Girona.

Unabhängige Jury

Prieto wurde von einer unabhängigen Jury aus renommierten Kuratoren und Museumsdirektoren ausgewählt. Die Katalanin hat sich gegen 23 andere Bewerber durchgesetzt, wobei die Entscheidung offenbar knapp zu ihren Gunsten ausfiel. In der Begründung lobte die Jury das „realistische Projekt" für das Museum sowie Prietos Fähigkeit, „auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene Netzwerke zu knüpfen". Es war bereits die zweite Ausschreibung für die Stelle. Ein erster Auswahlprozess war im März ergebnislos geblieben.

Die finale Entscheidung über ihre Ernennung hatte der Stiftungsrat des Museums. Dieser besteht aus Vertretern der Regionalregierung, dem Inselrat, der Stadt Palma de Mallorca und der Stiftung Serra. Bereits im Mai, kurz vor der Wahl des Balearen-Parlaments, hätte der Rat auf Grundlage der zweiten Ausschreibung eine Entscheidung fällen können. Zum allgemeinen Entsetzen der Kunstszene der Insel konnte man sich nicht einigen, sodass das Museum über den Sommer ohne Leitung blieb und auf das Programm angewiesen war, das Aramburu vorbereitet hatte. Allein zur Nit de l'art vor zwei Wochen wurde eine neue Ausstellung in Auftrag gegeben.

Warum nicht schon im Mai?

Im Mai war spekuliert worden, dass es nach dem Sommer zu einer erneuten Ausschreibung kommen würde. Jetzt scheinen sich die Politiker eines Besseren besonnen und sich mit Prieto für die Gewinnerin der Ausschreibung entschieden zu haben.

So positiv es ist, dass das Museum jetzt ­wieder eine Führung hat, so bleibt doch ein ­fader Nachgeschmack. Wollte man sich etwa einige Monate das Direktorengehalt von 60.000 Euro brutto im Jahr sparen? Dass eine Insel, die sich mit ihrem Kulturangebot ­brüstet, im Sommer so mit einer wichtigen ­Institution umgeht, erscheint fahrlässig.

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