28. Oktober 2019
28.10.2019

Miró-Stiftung: Ein Museumsführer als Stil-Objekt

Die Miró-Stiftung auf Mallorca gibt erstmals seit vielen Jahren wieder einen Führer für ihr Museum heraus. Die Gestalter der vier Hefte im Schuber haben dabei vieles richtig gemacht

28.10.2019 | 01:00
Handlich und elegant: der neue Führer zur Miró-Stiftung in Palma.

27 Jahre ist es mittlerweile her, dass die Miró-Stiftung in Palma de Mallorca ihre Pforten als Museum öffnete. Damals erschien ein handlicher Führer durch die drei Gebäude. Mit der Zeit aber war er vergriffen und geriet in Vergessenheit. Nun hat die Stiftung, auf Betreiben der Konservatorin Patricia Juncosa, das Heft mithilfe des Grafikdesigners Rafa Roses komplett überarbeitet – und damit ein wunderbares Sammlerstück für Museumsbesucher und Joan-Miró-Fans geschaffen. Der weltberühmte Künstler lebte von 1956 bis zu seinem Tod 1983 auf der Insel.

In schnörkelloser Stencilschrift prangen die vier Buchstaben des Nachnamens des katalanischen Künstlers auf dem Schuber. Vier in verschiedenen Farben gehaltene Hefte befinden sich darin. „Wir haben unter den Arbeitsmaterialien Mirós die Vorlagen für die Schrift gefunden", erklärt Roses die Entscheidung für das Design. Die vier Hefte entsprechen vier Themenschwerpunkten. Das graue beschreibt die Stiftung im Allgemeinen, die anderen drei handeln von den drei Gebäuden der Stiftung im Westen Palmas sowie der Kunst, die sich darin befindet. Das gelbe beschreibt das Atelier Taller Sert, das rote das Gebäude Son Boter und das blaue das von Pritzker-Preisträger Rafael Moneo erbaute Hauptgebäude des Museums.

Der Künstler kommt zu Wort

Die zum Teil auf dem Museumsführer von 1992 basierenden Hefte lassen den Künstler selbst zu Wort kommen. In Auszügen aus Briefen und Notizen erzählt Miró von seiner Kunst, von seiner Arbeitsweise und von den Räumen, in denen er arbeitete. Ergänzt werden die mal kurzen, mal längeren Zitate von Abbildungen seiner Kunstwerke, von Skizzen der Gebäude sowie von Fotos, auf denen Joan Miró zu sehen ist.

Das Layout ist spielerisch gestaltet. Teil­weise sind die Seiten der Hefte aufklappbar, um die Information zu vertiefen. Zwischendrin gibt es Drittelseiten, die wie Lesezeichen ­wirken und auf denen sich Zitate von Miró finden. Man habe dem Besucher bewusst keine ­Ordnung vorschreiben wollen, sagt Patricia ­Juncosa, schließlich sei man auch frei, sich über das Gelände zu bewegen.

Als Souvenir mitnehmen

Wie international die Besucher der Stiftung sind, spiegelt sich in der ersten Auflage wider. Von den ersten gedruckten 5.000 Exemplaren sind 2.000 auf Englisch, jeweils 1.250 auf Spanisch und Französisch und 500 auf
Katalanisch. „Wir gehen davon aus, das die ­Besucher die Hefte nicht nur als Leitfaden für den Museumsbesuch, sondern auch als Andenken oder als Souvenir erwerben", sagt Patricia Juncosa. Der Schuber ist für 19,99 Euro im ­Museumsshop erhältlich.

So haben die Macher dieses Museums­führers viele richtige Entscheidungen getroffen. Das schlichte Design wirkt zeitgemäß und stilvoll. Die Hefte sind klein genug, um beim ­Museumsbesuch mitgeführt zu werden, und elegant genug, um zu Hause repräsentativ auf dem Couchtisch zu liegen. Sie zwingen sich ­einem nicht mit allzu langen Texten auf, sondern lassen sich durchblättern, sodass man hier und da bei einem Textfragment oder ­einem Bild hängen bleibt. Wer viel über Joan Miró lernen will, findet sicher andere Publi­kationen. Der Miró in diesen Heften lässt sich eher erspüren.

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