31. Oktober 2019
31.10.2019

Kyle Eastwood auf Mallorca: Jazz und Filmmusik vom Schauspielersohn

Der angesehene Bassist präsentiert im Rahmen des Jazz Voyeur Festival am Samstag (2.11.) in Palma sein neues Album „Cinematic". Ein Interview

31.10.2019 | 01:00
Angesehener Bassist: Kyle Eastwood.

Nicht allen Kindern von Prominenten gelingt es so gut, aus dem Schatten ihrer berühmten Eltern zu treten, wie Kyle Eastwood. Der Sohn des Hollywood-Schauspielers und -Regisseurs Clint Eastwood hat sich in den vergangenen 20 Jahren einen Namen als Bassist und Komponist gemacht. Mit seiner Band spielt er recht zugänglichen Jazz. Daneben schreibt er Musik für Filme und hat in diesem Bereich auch häufiger mit seinem Vater zusammengearbeitet. So schrieb der 51-Jährige unter anderem einige Stücke des Soundtracks von „Million Dollar Baby" und die Musik von „Gran Torino".

Am Samstag (2.11.) spielt Eastwood mit seiner Band im Rahmen des Jazz Voyeur Festival im Konservatorium in Palma. Es ist das zweite Konzert des Musikers auf Mallorca. 2010 spielte er beim Jazz Festival in Sa Pobla. Er erinnere sich gern an den Auftritt, sagt er zu Beginn des Telefonats mit der MZ. Zudem sei er schon häufig privat im Urlaub auf der ­Insel gewesen.

Herr Eastwood, in Palma präsentieren Sie Ihr neues Album „Cinematic", das Filmmusik und Jazz kombiniert, die beiden großen Konstanten Ihres musikalischen Schaffens. Warum kommt dieses Album jetzt?
Ich wollte schon immer ein Album machen, in dem ich eine Hommage auf meine liebsten Filmkomponisten leiste. Letztlich ist es eine Neuinterpretation meiner eigenen Kompositionen sowie von Werken meiner liebsten Filmkomponisten wie John Williams, Henry Mancini, Ennio Morricone oder Lalo Schifrin. Es sind auch einige Stücke aus Filmen meines Vaters dabei.

Filmmusik ist häufig sehr episch und auf Bilder zu geschrieben, Jazz ist frei und schafft seine eigenen Bilder. Wie kriegt man das zusammen?
Ich habe mich für Stücke entschieden, bei denen ich eine Möglichkeit sah, sie für eine kleine Jazzband zu arrangieren. Aber ich glaube, dass Filmmusik ohnehin Jazzeinflüsse hat, so wie die Arbeiten von John Williams.

Ist es komplizierter für eine Band zu komponieren oder zu arrangieren, wenn der Bass das Leadinstrument ist – im Vergleich zu Klavier oder einem Blasinstrument?
Ich komponiere meistens am Klavier, nur selten am Bass. Und grundsätzlich versuche ich schon, alle Instrumente gleichwertig zur Geltung zu bringen. Ich suche die Balance.

Sie müssen als Bandleader mit dem Bass nicht immer im Vordergrund sein?
Nein. Es gibt zwar Alben von Bassisten, die ihr Instrument in den Vordergrund stellen, die ich mag. Und ab und zu mach ich es auch. Aber ich glaube, wenn immer ein Instrument alle Soli spielt, wird das schnell langweilig.

Was macht einen guten Bassisten aus?
Nun, man muss vor allem gut Bass spielen ­können.

Das macht Sinn.
Nein, im Ernst: Man braucht einen guten ­Groove und eine gute Verbindung zum Schlagzeug. Das ist das A und O des Bassisten. Aber das Spannende an dem Instrument ist, dass es sehr rhythmisch ist, aber auch die Möglichkeit der Harmonie hat. Ich glaube, der Bass ist wichtiger für die Musik, als es den Hörern manchmal bewusst ist.

Sie sind schon lange als Bassist renommiert. Muss man da noch häufig üben oder kommt das alles natürlich?
Oh doch, ich übe sogar sehr gern. Zumal etwa der Kontrabass ein Instrument ist, das man nicht lange vernachlässigen darf, wenn man seine Fähigkeiten behalten will. Auch auf dem neuen Album habe ich einige Stücke darauf gespielt. Es eignet sich vor allem für Lieder, die einen gewissen Swing haben.

Sie leben rund die Hälfte des Jahres in ­Frankreich. Wie hat Sie die europäische ­Szene beeinflusst?
Ich habe einige großartige Musiker hier kennengelernt. Und das Publikum ist fantastisch. Einige der besten Jazzfestivals der Welt finden in Europa statt. Und ich habe das Gefühl, dass die Menschen hier offener sind. Wenn man bei Musikliebhabern die Plattensammlungen anschaut, sieht man bei den Menschen in Europa eine größere stilistische Bandbreite als in den USA.

Sie selbst gelten als Fan des französischen Elektroduos Daft Punk. Wirkt sich das auch in Ihrer Musik aus?
Ich stamme zwar aus einer Familie, in der viel Jazz gehört wurde. Aber ich bin auch in den 70er-Jahren aufgewachsen, habe schon da Rock?'n'?Roll, Funk oder Disco gehört. Ich mag nicht nur Jazz. Und alle diese Stile be­einflussen mich natürlich auch in meiner ­eigenen Musik.

Ihre Eltern hatten großen Einfluss auf Ihre Liebe zur Musik. Wie sieht es mit Ihren Kindern aus? Haben Sie ihnen die Leidenschaft vermittelt?
Ja, total. Meine Tochter spielt Schlagzeug und singt. Ich könnte mir vorstellen, dass sie irgendwann Musikerin wird.

2.11., 21 Uhr, Konservatorium Palma, Karten ab 27,50 Euro unter mallorcatickets.com
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