20. Januar 2020
20.01.2020
Mallorca Zeitung

Wie zwei junge Mallorquiner Beethoven huldigen wollen

Bernat Quetglas und Magí Garcías organisieren ein Festival zu Ehren des Komponisten. Dafür benötigen die beiden Musiker noch Mäzene

20.01.2020 | 01:00
Bernat Quetglas (li.) und Magí Garcías stellen das Festival auf die Beine.

Diese beiden jungen Musiker haben ein ehrgeiziges Projekt: Der Pianist Magí Garcías und der Komponist und Dirigent Bernat Quetglas möchten ein Festival auf die Beine stellen, das Ludwig van Beethoven auch auf Mallorca ehrt. Schließlich jährt sich 2020 zum 250. Mal der Geburtstag des musikalischen Universal­genies. Geplant ist, die ganze Bandbreite von Beethovens Schaffen in fünf Konzerten zu ­präsentieren. Und das war umfangreich: Klaviersonaten, Kammermusik, Klavierkonzerte, Violinkonzerte, Streichquartette und Sinfoniekonzerte.

Das musikalische Programm des Beethoven Festival 2020 steht so gut wie fest, und die Konzerte sollen zwischen Oktober und Dezember hauptsächlich im Konservatorium in Palma stattfinden. Angedacht sind weitere Festival-Schauplätze. Beethovens ­Geburtstag am 17. Dezember wollen die Organisatoren mit einem letzten großen Sinfoniekonzert feiern, in dem seine 6. oder 7. Sinfonie erklingen soll. Darüber hinaus soll es einen ­didaktischen Part geben, für und mit Kindern speziell strukturschwacher Schulen, die eher wenig Zugang zur Musik haben, außerdem ein musikwissenschaftliches Symposium.

„Wir möchten zeigen, wie großartig und revolutionär Beethovens Werk war und wie prägend und wegweisend für alle Komponisten nach ihm. Beethoven glaubte an Gleichheit und Brüderlichkeit, für ihn war die Musik ein Werkzeug, um Denken zu lernen", erklärt Magí Garcías, einer der beiden Initiatoren. Der mallorquinische Pianist und sein Freund und Kollege Bernat Quetglas sind zwei musikalische Ausnahmetalente. Garcías schloss sein Musikstudium auf den Balearen mit Auszeichnung ab und genoss Meisterklassen bei verschiedenen musikalischen Koryphäen. Der 25-Jährige ­gewann mit seinen Klavierkünsten bereits zahlreiche Preise bei internationalen Wettbewerben und war Gastdozent an der Balearen-Universität. Er spricht hervorragend Deutsch, da er in Weimar an der Musikhochschule Franz Liszt ein weiteres Studium ­absolviert hat und auch gedenkt, die musikalische Karriere in Deutschland fortzusetzen, am liebsten in Berlin.

Bernat Quetglas spielt Geige, seit er vier Jahre alt ist. Sein Studium der Komponisten- und Orchesterleitung in Madrid hat auch er mit Auszeichnung abgeschlossen. Mit erst 26 Jahren ist er zurzeit der künstlerische Leiter des Kammerorchesters Orquestra de Cambra de Mallorca und hat mit internationalen Orchestern und in namhaften Konzertsälen sein Talent bewiesen. Er hat bereits fast alle Sinfonien von Beethoven dirigiert, nur die letzte, die 9. Sinfonie, noch nicht. „Daran ­arbeite ich gerade", erzählt er.

Einige hochkarätige Musiker haben ihre Teilnahme an dem Festival bereits zugesichert: Andreu Riera, der als Mallorcas nam­haftester Pianist weit über die Insel hinaus ­bekannt ist, der brillante galicische Geiger und Solist José M. Álvarez Losada und die ­vielversprechende junge Cellistin Zuzanna ­Sosnowska aus Polen. Die Gewinnerin von ­Polens wichtigstem ­Cello-Wettbewerb ­(Witold Lutoslawski International Cello Competition) hat ebenfalls mit Bravour die Musikhochschule in Weimar abgeschlossen.

Doch es sollen noch andere Musiker eingeladen werden, ebenso wie Kritiker und ­tonangebende Persönlichkeiten aus der Musikwelt – und das kostet Geld. Zwar haben die ­beiden Initiatoren schon Kontakt mit balearischen Institutionen aufgenommen, doch die Bürokratie ist langwierig. Stolz sind die zwei auf das positive Feedback der Beethoven ­Jubiläums Gesellschaft, die bundesweit das ­Beethoven-Jahr in Deutschland organisiert und deren Logo die Mallorquiner benutzen können. Ebenso haben die Schirmherren des Balearischen Kammerorchesters ihre Zusage gegeben. „Doch vor allem sind Privatsponsoren wichtig und herzlich willkommen", er­klären Quetglas und Garcías einstimmig.

Und dann wäre da noch das Beethoven ­Pastoral Project: eine Idee aus den USA und internationaler Beitrag von Künstlern zum ­Klimaschutz. Beethoven-Kenner wissen, dass die Natur eine große Rolle in seinen Werken spielt und dass der Komponist ein unangepasster Zeitgenosse war, der nicht nur die Grenzen der Musik erweiterte, sondern auch die Gesellschaft hinterfragte. Eines der Festivalkonzerte soll in diesem Sinne an einem Stadtstrand von Palma stattfinden, während gleichzeitig eine Strandreinigung durch Freiwillige erfolgt. Die ersten Kontakte sind ­bereits geknüpft. Ein ­Video soll gedreht und vor jedem Konzert gezeigt werden. „Unser kleiner symbolischer Beitrag zum Klimaschutz", erklären die jungen Musiker.

Unterstützer gesucht

Wer Garcías' und Quetglas' Engagement und das Beethoven Festival unterstützen möchte, kann sich gern bei Magí Garcías melden: Tel.: 636-02 22 96 oder magigarfrau@gmail.com

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