08. April 2021
08.04.2021
Mallorca Zeitung

Programmkino auf Mallorca lädt zur deutschen Film-Premiere

"Curveball" von Johannes Naber kommt als Polit-Satire daher, ist aber leider wahr: Wie der BND mit "Fake News" zum Irak-Krieg beitrug. Nur drei Vorstellungen, MZ vergibt Freikarten

08.04.2021 | 11:35
Das Filmplakat von "Curveball".

Sich fortwährend etwas Neues einfallen lassen: Das gilt nicht nur für Kreative, sondern auch für Mallorcas Programmkino CineCiutat. Dank erfolgreicher Crowdfunding-Kampagne sind die Kinos mittlerweile gründlich renoviert, nun gilt es, das Interesse des Publikums zu wecken und die Säle zu füllen. Programmdirektor Javier Pachón hat sich dafür unter anderem eine exklusive Premieren-Reihe ausgedacht: ein neuer, ganz besonderer Film, der in nur drei Vorstellungen gezeigt wird. Den Anfang macht mit „Curveball" von Johannes Naber eine deutsche Produktion, deren Kinostart in Deutschland erst am 21. April ist.

Der Inhaltsangabe und den Filmkritiken nach zu urteilen – „Curveball" hatte 2020 auf der Berlinale Premiere – ist es eine ausgezeichnete Wahl. Der Plot, wie auf der Website angegeben: Der BND-Biowaffenexperte Wolf (Sebastian Blomberg) ist 1999 besessen von der Idee, dass im Irak trotz der UN-Kontrollen immer noch Anthrax-Viren hergestellt werden. Zurück in Deutschland teilt ihn sein Vorgesetzter Schatz (Thorsten Merten) als Führungsoffizier für den irakischen Asylbewerber Rafid Alwan (Dar Salim) ein. Denn der behauptet, er sei als Ingenieur Teil von Saddam Husseins geheimem Biowaffenprogramm gewesen.

Eine Sensation für den nicht gerade mit Erfolg verwöhnten BND, endlich wäre man der CIA mal eine Information voraus. Allerdings fehlt der Beweis. Doch die Suche danach ist schwierig, denn Alwan – Deckname „Curveball"– weiß, was er wert ist. Und seine Aussagen spielen ganz unterschiedlichen Interessen in die Hände: Die CIA, die Bundesregierung, alle benutzen seine unglaubliche Story für ihre Zwecke. So wird eine konstruierte Geschichte immer mehr zur Realität und eine Lüge immer mehr zur Wahrheit. Sie setzt eine Entwicklung in Gang, die die Weltpolitik nachhaltig verändert – und 2003 im Irak-Krieg mündet.

„Fesselnd, absurd, so ernsthaft wie komisch und dabei höchst unterhaltsam", habe Regisseur Naber („Zeit der Kannibalen") das Politdrama verfilmt, heißt es auf der Website „Polyfilm". „Doch so unglaublich die Geschichte auch klingen mag: Sie ist wahr. Leider."

Drei Vorstellungen, sechs Freikarten

„Curveball" wir in drei Vorführungen gezeigt Fr. (9.4.) 17.30 Uhr, So. (11.4.) 19.50 Uhr und Di. (13.4.) 19.50 Uhr. Die MZ vergibt sechs Freikarten an Einsender unter der E-Mail red@mallorcazeitung.es.

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