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Eine Ode an das Meer: Die Seemannschöre besingen in Port de Sóller wieder die Liebe und den Abschiedsschmerz auf See (außer am Samstag)

Bereits zum zwölften Mal treffen sich in dem Küstenort am Wochenende mehrere Seemannschöre, um die sogenannten „Havaneres“ zu zelebrieren

Mit diesem Plakat macht das Rathaus von Sóller Werbung für die Veranstaltung.

Mit diesem Plakat macht das Rathaus von Sóller Werbung für die Veranstaltung. / Rathaus

Johannes Krayer

Johannes Krayer

Toni Belmonte kam zu den Seemannsliedern wie die Jungfrau zum Kinde. Der Katalane, der in Barcelona lebt und mit seinem Vier-Mann-Ensemble Mar i Vent zum alljährlichen Treffen der Seemannschöre am Wochenende nach Port de Sóller reist, hatte mit dem Meer eigentlich nichts am Hut. „Die Schule meiner Kinder hatte sich vor 30 Jahren am Ende des Schuljahres überlegt, dass diesmal nicht die Kinder etwas für die Eltern aufführen, sondern andersherum“, berichtet Belmonte am Telefon mit einer äußerst charakteristischen tiefen Stimme.

So wurde der bis dahin auch musikalisch völlig unbeleckte Belmonte von seiner Frau kurzerhand zum Treffen mit den Eltern geschickt, und gemeinsam stellten diese ein Programm für die Kinder auf die Beine. „Wir haben uns für Seemannslieder entschieden, weil das angenehme und eingängige Melodien sind. Außerdem war meine Stimme dafür wie gemacht.“

Eltern treffen sich nach dem Auftritt weiter

Die Eltern hatten bei dem Auftritt so viel Spaß, dass einige von ihnen sich nun regelmäßig zum Seemannsliedersingen verabredeten. Belmonte nahm die Initiative in die Hand und gründete den Chor Mar i Vent. 1995 war die offizielle Geburtsstunde des Chores, der inzwischen aus dem Bass Belmonte, einem Gitarristen, einem Perkussionisten und einem Akkordeonspieler besteht, die auch alle singen.

Die Gruppe Mar i Vent bei einem Auftritt.

Die Gruppe Mar i Vent bei einem Auftritt. / Mar i Vent

Bei der zwölften Trobada d’Havaneres vom 20. bis 22. September - wobei aufgrund der Wetterwarnung für Samstag (21.9.) alle Auftritte abgesagt wurden - in Port de Sóller wird Mar i Vent eine besondere Ehre zuteil: Die Gruppe, die bereits zum zehnten Mal dabei ist, darf an allen drei Tagen jeweils am späten Nachmittag von 18 bis 20 Uhr auf einem Boot auftreten, das durch die Bucht des Küstenortes fährt, und damit Werbung machen für die abendlichen Auftritte auf einer Bühne am Strand Es Repic. Insgesamt sieben Chöre werden an den drei Tagen über die Liebe, den Abschiedsschmerz, Stürme auf dem Meer und schöne Schiffe singen.

Aus Palma mit Zug und Straßenbahn anreisen

Die Veranstaltung ist kostenlos. Wer aus Palma mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Port de Sóller fahren will, für den gibt es ein Kombiticket für den Tren de Sóller und die Straßenbahn auf der Hinfahrt und für eine Sonderfahrt mit dem Bus zurück an die Plaça d’Espanya für zwölf Euro. Alle Informationen gibt es bei Instagram unter mar_i_vent.

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