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Die Balearen-Sinfoniker begrüßen in der neuen Spielzeit einen Altstar an der Geige und eine Dirigentin

Kaum einen Monat hat das Ensemble Sommerpause gehabt, nun stellen die Verantwortlichen das Programm für die Spielzeit 2024/25 vor. Der Leiter Pablo Mielgo ist vor allem auf die Mischung stolz

Die Balearen-Sinfoniker starten am 31. Oktober in die neue Spielzeit.

Die Balearen-Sinfoniker starten am 31. Oktober in die neue Spielzeit. / DM

Johannes Krayer

Johannes Krayer

Es ist zwar noch ein bisschen hin, bis am 31. Oktober die Balearen-Sinfoniker in die neue Saison starten, doch die Verantwortlichen wollen schon einmal den Vorverkauf für die Abonnements ankurbeln. Deshalb haben sie bereits jetzt das Programm für die neue Spielzeit vorgestellt.

Der Leiter des Ensembles Pablo Mielgo ist bereits seit zehn Jahren an Bord. Und der Madrilene, der mit der deutsch-österreichischen Geigerin Nina Heidenreichverheiratet ist, freut sich hörbar auf die Saison. Am Telefon klingt der 48-Jährige nach einer kurzen Sommerpause – schließlich liefen die Freiluftkonzerte im Castell Bellver bis zum 7. August – schon wieder tatendurstig. „Ich glaube, wir haben einmal mehr eine qualitativ sehr hochwertige Spielzeit zusammengestellt, bei der für jeden etwas dabei ist“, sagt Mielgo.

Große Namen

Das sind zum einen große Namen, allen voran wohl der lettische Geiger Gidon Kremer. Der inzwischen 77-Jährige ist der Sohn des jüdischstämmigen Violinisten Markus Kremer und der Deutsch-Schwedin Marianne Brückner. In der Familie hatte das Geigenspiel große Tradition, Kremers Großvater und auch Urgroßvater waren Violinisten. Ab dem Alter von vier Jahren bekam Gidon Kremer zu Hause Geigenunterricht.

Am Moskauer Konservatorium wurde Kremer vom weltbekannten David Oistrach ausgebildet, zahlreiche Preise schlossen sich an. Gidon Kremer hat inzwischen mit nahezu allen renommierten Dirigenten der Gegenwart zusammengearbeitet. „Dass er zum ersten Mal mit den Balearen-Sinfonikern spielt, ist eine enorme Freude für mich“, sagt Pablo Mielgo.

Bei der Vorstellung der neuen Spielzeit: unter anderem mit dem Leiter der Sinfoniker, Pablo Mielgo (3. v. re.) und dem Kulturminister der Balearen, Jaume Bauzà (3. v. li.).

Bei der Vorstellung der neuen Spielzeit: unter anderem mit dem Leiter der Sinfoniker, Pablo Mielgo (3. v. re.) und dem Kulturminister der Balearen, Jaume Bauzà (3. v. li.). / DM

Julia Hagen wieder mit an Bord

Neben Kremer stehen zahlreiche weitere Solistinnen und Solisten mit dem Ensemble auf der Bühne, darunter etwa auch die Geigerin Julia Hagen. Die 29-jährige Salzburgerin war erst im Februar zu Gast bei den Balearen-Sinfonikern und überzeugte mit ihrer Interpretation der „Tragischen Sinfonie“ von Franz Schubert.

Am Dirigentenpult wird mit Nil Venditti einmal auch eine Frau stehen. Die Musikerin türkisch-italienischen Ursprungs ist gerade dabei, Kontakte zu den wichtigen Orchestern der Welt zu knüpfen und hat bereits Ensembles wie die Deutsche Kammerphilharmonie in Bremen oder auch das Stuttgarter Kammerorchester geleitet. Venditti wird bei ihrem Auftritt am 27. März im Auditorium auch gleich die Ehre zuteil, eine Premiere zu dirigieren. An diesem Abend wird das Stück „Fantasia sobre l’Atlàntida“ von der mallorquinischen Komponistin Mercè Pons zum ersten Mal aufgeführt.

Mehr als 50 Auftritte

Insgesamt hält die Spielzeit mehr als 50 Auftritte der Balearen-Sinfoniker bereit. Neben den Abo-Konzerten sind das auch Gastspiele im Auditorium von Manacor, die Opernsaison im Teatre Principal oder auch Auftritte außerhalb des gewöhnlichen Programms, wie etwa in der Sala Verdi in Mailand am 14. Mai 2025. Auch ein anderes Konzert außerhalb des gewöhnlichen Rahmens bewerben die Sinfoniker eigens. Am 27. Februar 2025, zwei Tage vor dem Balearen-Tag, steigt eine sogenannte „Gala Día de les Illes Balears“, bei der zahlreiche Musiker von den Inseln zum Einsatz kommen. So etwa die Sängerin Júlia Colom, der Querflötist Rafael Adobas oder der Bariton Simón Orfila.

Wichtig ist Pablo Mielgo zudem, dass auch die Kleinsten auf ihre Kosten kommen und an die klassische Musik herangeführt werden. Seine vierjährige Tochter nehme bereits Musikunterricht. Und so sei es in vielen Familien. „Wir spüren, dass immer mehr Eltern Wert auf eine musikalische Bildung ihrer Kinder legen – anders, als man angesichts von immer mehr Bildschirmzeit bei vielen Jugendlichen vermuten dürfte“, freut sich der Dirigent.

Mitglieder der Petita Simfónica bei einer Probe mit dem Ensemble.

Mitglieder der Petita Simfònica bei einer Probe mit dem Ensemble. / OSIB

Diese Nachwuchsprogramme gibt es

Das führe dazu, dass immer mehr Kinder und Jugendliche sich um eine Aufnahme in die Nachwuchsprogramme der Sinfoniker bewerben. Zum einen gibt es da die sogenannte Petita Simfònica, ein Nachwuchsorchester für Zehn- bis 17-Jährige, das 2017 gegründet wurde und laut Mielgo pro Saison rund 60 Musikerinnen und Musiker die Möglichkeit gibt, von den Profis zu lernen und gemeinsam mit ihnen auf der Bühne zu stehen. Eines der Konzerte im Castell Bellver im Sommer bestritten beispielsweise 34 Mitglieder der Petita Simfònica mit einem beachtlichen Niveau.

Zum anderen werde auch die Arbeit mit der Acadèmia de la Simfònica ehrgeizig weiterbetrieben. Hier bekommen 25 bis 30 ältere Nachwuchstalente spezielle Förderung.

Die Spielzeit startet am 31. Oktober. Abonnements für die elf Abo-Konzerte können für 300 oder 225 Euro im Büro der Sinfoniker im Carrer Vicenç Juan i Rosselló, 22, in Palma erworben werden. Informationen dazu gibt es unter informacio@simfonicadebalears.com oder unter Tel.: 971-28 75 65.

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