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Die Miró-Stiftung in Palma lockt mit drei neuen Ausstellungen

In drei zeitgenössische Ausstellungen geht es um Erinnerung, Natur und gesellschaftliche Verantwortung

„Refugia“ von Rosa Tharrats.

„Refugia“ von Rosa Tharrats. / B. RAMON

Brigitte Rohm

Brigitte Rohm

Joan Miró hätte sich wahrscheinlich darüber gefreut, dass in den Räumen seiner Stiftung auf Mallorca auch immer wieder junge Talente ihre Werke präsentieren dürfen. Bis zum 31. August sind dort nun drei Ausstellungen von Künstlerinnen und Künstlern zu sehen, die laut der Direktorin Antònia Maria Perelló einiges mit dem katalanischen Maler gemeinsam haben: nämlich soziales Engagement, Ethik und Respekt für die Natur und das Universum.

Konstruktion von Erinnerung

Biel Llinàs (Felanitx, 1994) präsentiert im Espai ZeroPalaus de la Memòria“, eine Installation aus Zeichnung, Malerei, historischer Fotografie und Videoprojektion, die die Geschichte der Casa de Velázquez in Madrid neu interpretiert, wo er eine Künstlerresidenz absolviert hatte. Das Projekt ist eine Reflexion über die Bedeutung von Gebäuden und Monumenten bei der Konstruktion von Erinnerung.

Poetische Übung

Aram“ von Fito Conesa (Cartagena, 1980), der unter anderem mit Klangkunst arbeitet, umfasst eine Serie von vier audiovisuellen Werken, die den Verfall, den Lauf der Zeit, die Ungewissheit der Zukunft und den Eingriff des Menschen in die Natur widerspiegeln. In einer der Arbeiten realisiert er etwa eine „poetische Übung“ in einem vom Bergbau verwüsteten Gebiet: Er ließ dort eine siebenköpfige Kapelle spielen, um das Ende der Welt zu provozieren.

Textile Zufluchtsorte

Der Espai Cúbic beherbergt indes „Refugia“ von Rosa Tharrats (Barcelona, 1983), bestehend aus mehreren hängenden skulpturalen Arbeiten, bei denen Textilien ganz neue Gestalt annehmen. Wie ein zartes Mobile schafft diese Installation einen Zufluchtsort – und „eine Einladung, über unsere Beziehung zur Natur nachzudenken“, wie Perelló betonte. Denn Tharrats sammelt ein Archiv aus wiederverwendeten Stoffen an. Diese gewinnen durch die Platzierung an verschiedenen Orten neue, unsichtbare Bedeutungsebenen hinzu.

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