Schätze aus dem Barock: Wie Sie mithalfen, den Stadtpalast Can Vivot zu erhalten
Das historische Herrenhaus in Palma hatte ein Crowdfunding gestartet, um seine kostbaren Fresken zu restaurieren. Die Kampagne war schon vor Ende der Frist ein Erfolg

Die wertvollen Fresken von Giuseppe Dardanone benötigen eine umfassende Restaurierung. / Manu Mielniezuk
Die einleitenden Worte im Video, das bei der Crowdfunding-Kampagne über die Website des Vereins Hispania Nostra eingebettet ist, klingen dramatisch: „Sie sind dabei, einen Schatz zu entdecken, der droht, zu verschwinden. Aber gemeinsam können wir ihn retten“, so der Appell der alten Adelsfamilie, die den prächtigen Stadtpalast Can Vivot in Palma besitzt. Seine Geschichte reicht bis in das 14. Jahrhundert zurück, die originalen Möbel und Dekorationen aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind unversehrt bewahrt worden. Doch die außergewöhnlichen Barockfresken benötigen nun eine umfassende Restaurierung.
Denn ein Teil der Fresken wurde durch Feuchtigkeitsprobleme, die sich im Laufe der Jahre aufgrund von Wasserlecks und der Salzkonzentration in den unteren Schichten angesammelt haben, schwer beschädigt. Dies hat zu Rissen, Ablösungen und Zerfall der Mörtel- und Farbschichten geführt, was ohne Eingreifen zu einem Risiko des irreversiblen Verlustes führt. Die zu sanierende Dachfläche beträgt 60,5 Quadratmeter, und die Fläche der beschädigten Fresken, die restauriert werden müssen, misst etwa 40 Quadratmeter, verteilt auf die verschiedenen betroffenen Bereiche.
Mailänder Barock-Künstler Giuseppe Dardanone
Die beeindruckende Zierde für die Decken der Säle im Herrenhaus stammt vom Mailänder Barock-Künstler Giuseppe Dardanone: Er malte die Fresken zwischen 1715 und 1719. Die Gemälde, die Szenen der klassischen Mythologie darstellen, werden von geometrischen und figurativen Stuckarbeiten des mallorquinischen Bildhauers Joan Deya ergänzt. Neben seiner Arbeit in Can Vivot dekorierte Dardanone Altäre in Kirchen, darunter den Haupaltar der Kathedrale von Mallorca, sowie weitere heute verschwundene Paläste auf der Insel.
„Diese Fresken sind Teil eines wichtigen ikonografischen Programms, das die Geschichte und Kultur der Epoche widerspiegelt. Ihr Verlust würde eine Unterbrechung dieser historischen Erzählung bedeuten, und deshalb ist es von grundlegender Bedeutung, die Integrität des Ensembles zu erhalten“, warnt die Asociación Can Vivot – eine 2022 gegründete gemeinnützige Organisation, die zur Rettung des Kunstschatzes eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen hat.

Ein Saal im Stadtpalast Can Vivot. / Manu Mielniezuk
Sogar das Wunschziel ist schon übertroffen
Durch die Initiative sollten die mindestens benötigten 26.000 Euro gesammelt werden – optimal wären 35.000 Euro gewesen. Und die Resonanz war überwältigend: Noch vor Ende der Kampagne am 27. Juni sind das Mindestziel und sogar das Wunschziel übertroffen worden. Bis Donnerstag (26.6.) sind Gelder von 1 16 Spendern in Höhe von insgesamt 37.486 Euro eingegangen. Unter den Mäzenen finden sich Institutionen wie die Fundación Madina Mayurka, die 12.000 Euro beigesteuert hat, oder großzügige Privatpersonen wie der deutsche Geschäftsmann Gerd Peter Harf, der 5.000 Euro gespendet hat.
Can Vivot ist seit dem 15. Jahrhundert in Familienbesitz. Die fünf heutigen Familienmitglieder wollen das historische Juwel auf jeden Fall erhalten. Pedro Montaner Alonso und Magdalena Quiroga Conrado, die Eigentümer, sind Historiker, und teilen mit ihren Kindern, María, Pedro und Soledad, das profunde Wissen über die Geschichte von Can Vivots und die Verantwortung für dessen Erhalt.
„Seit vier Jahren führen Familienmitglieder in mehreren Sprachen durch das Haus. Wir sind sehr motiviert, unser Erbe mit den Besuchern zu teilen“, erklären sie. Ab einem Beitrag von 50 Euro dürfen sich auch die Spender zum Dank über eine Führung freuen – und dabei die Fresken bewundern, zu deren Erhalt sie einen Beitrag geleistet haben.
Die Crowdfunding-Kampagne läuft noch bis zum 27. Juni. Wer noch spenden möchte, kann dies unter crowdfunding.hispanianostra.org tun. Infos zum Stadtpalast finden Sie auf canvivot.es
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