Geheimplan Kulturhauptstadt: Palma gibt Bewerbung ab – und hält sich bedeckt
Die Stadt Palma hat ihre Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2031 eingereicht. Wie es nun nach dem Ende der Frist mit der Kandidatur weitergeht

„Mittelmeer in Bewegung“ lautet Palmas Motto für die Kandidatur zur Kulturhauptstadt. | FOTO: ALBERTO VERA
Für die Kulturpolitiker der Stadt Palma war dieser Countdown sicherlich aufregender als jedes Traubenessen zu den zwölf Glockenschlägen an Silvester: Am 19. Dezember endete die Bewerbungsfrist für die Auswahl der spanischen Städte, die um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2031“ ins Rennen gehen.
Palma macht zwar schon seit geraumer Zeit für sein ehrgeiziges Ziel mobil, sich gegen die Konkurrenten durchzusetzen, doch trotzdem umgibt das Projekt eine gewisse Geheimniskrämerei: Auf den bisherigen Pressekonferenzen wurde viel geredet und wenig gesagt. Und was genau in dem 60-seitigen Dossier steht, das die Stadt nun zum Einsendeschluss der ersten Bewerbungsphase eingereicht hat, ist noch nicht bekannt.
Keine Hinweise für die Mitbewerber
Bürgermeister Jaime Martínez und Kulturstadtrat Javier Bonet begründen die Verschwiegenheit damit, dass man Mitbewerbern keine Hinweise geben wollte. War Palma bislang auch sehr selbstbewusst an die Bewerbung herangegangen, räumten die Lokalpolitiker im Dezember ein, dass es durchaus „auch noch andere starke Bewerber“ gebe. Neben Städten wie Oviedo und Burgos dürfte vor allem das an Kulturerbe überreiche Granada ein dicker Brocken sein, der schwer zu toppen ist.
Das Motto für Palmas Kandidatur lautet „Mediterrània in Motion“ und bezieht sich auf Konzepte der Nachhaltigkeit und eines Wandels der Stadt durch eine neue Form des Tourismus, die auf die Kultur als treibende Kraft setzt. Ob dieses Konzept bei der Auswahljury gut ankommt, wird sich in Kürze zeigen: Im nächsten Schritt werden die Stadt-Vertreter nach Madrid zitiert und müssen ihre Bewerbung offiziell präsentieren. Das wird voraussichtlich Ende Januar geschehen. Im Anschluss verbleiben drei Finalisten, die im März bekanntgegeben werden sollen und die dann rund ein Jahr Zeit haben, ihr endgültiges Projekt vorzubereiten. Vor 2027 soll die Entscheidung fallen, wer Europäische Kulturhauptstadt wird.
Die mit dem Projekt „Palma 2031“ verbundenen Investitionen könnten sich laut offiziellen Angaben im Laufe des nächsten Jahrzehnts auf 275 Millionen Euro belaufen. Eckpfeiler sind dabei unter anderem der Umbau des Gesa-Gebäudes und das geplante Stadtinformationszentrum an der Plaça Major.
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