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Neuer "Nachbar" in Palmas beliebter Fußgängerzone Carrer del Oms: Wer sitzt denn da auf einer Bank?

Dublin hat seinen James Joyce, Lissabon seinen Fernando Pessoa – nun kann auch Palma mit einem bekannten Schriftsteller im Stadtbild aufwarten

Einweihung der Skulptur von Josep Maria Llompart in Palma.

Einweihung der Skulptur von Josep Maria Llompart in Palma. / Jaime Reina Alcocer

Wer sich in Palma auf einer Bank an der Ecke Carrer dels Oms und Carrer de la Missió niederlässt, befindet sich nun in illustrer Gesellschaft: Ende Januar ist hier eine lebensgroße Bronzefigur von Josep Maria Llompart (1925–1993) enthüllt worden – "einem Mann, der wie nur wenige Kultur, Sprache und Menschlichkeit zu verbinden wusste", so die Künstlerin Georgina Gamundí, die das Werk zu dessen Todestag geschaffen hatte. Nun hat also Dublin seinen James Joyce, Lissabon seinen Fernando Pessoa und auch Palma einen Schriftsteller, neben dem man Platz nehmen kann.

Llompart war indes nicht nur Dichter in katalanischer Sprache, sondern darüber hinaus auch Romanist und Katalanist: Von 1987 bis 1991 lehrte er katalanische Literatur an der Balearen-Universität, zudem war er als Redakteur der Zeitschrift "Papeles de Son Armadans", als Lektor des Verlagshauses Editorial Moll und in verschiedenen kulturellen Vereinigungen Kataloniens aktiv.

Sein sockelloses Ebenbild befindet sich nun fast genau an der Stelle, wo er einst vor rund hundert Jahren geboren wurde – eine Hommage zum Abschluss des Llompart-Jahres 2025. In die hölzerne Rückenlehne der Bank ist ein Satz von ihm eingraviert: „Perquè els mots que altre temps jo no sabia m’han abocat al poble“ (Denn die Worte, die ich einst nicht kannte, haben mich zum Volk geführt). Nun findet das Volk neben dem ernst blickenden Herrn, der hier die Beine übereinanderschlägt, einen Ort zum Ausruhen und Verweilen.

Die Skulptur befindet sich an der Ecke zwischen den Carrer dels Oms und Carrer de la Missió – Llomparts Geburtsort.

Die Skulptur befindet sich an der Ecke zwischen den Carrer dels Oms und Carrer de la Missió – Llomparts Geburtsort. / Jaime Reina Alcocer

Josep Maria Llompart: jemand, der einlud, innezuhalten

"Die Leute können ein Erinnerungsfoto machen und sich darüber informieren, wer diese Person war, was sie getan hat und warum sie es verdient, hier eine Bank und eine Skulptur zu haben", freute sich die Nichte des Geehrten, Cèlia Riba Viñas, bei der Einweihung. "Es ist eine sehr gute Initiative, damit die Schriftsteller den Menschen nahe sind". Llompart starb 1993 an einem regnerischen 28. Januar, der genauso nass war wie jener, an dem sein Abbild präsentiert wurde.

Antoni Llabrés, Präsident der Vereinigung Obra Cultural Balear (OCB), dankte dem Engagement der Institutionen und besonders Georgina Gamundí dafür, dass sie es verstanden habe, den Geist Llomparts einzufangen – "nicht nur sein Bild, sondern das, was ihn zu dem machte, der er war: ein nahbarer, engagierter Mann, verwurzelt in seiner Stadt und seinem Land." Die Skulptur solle nun dazu dienen, "zum Lesen und Nachdenken einzuladen, weil Josep Maria Llompart genau das war: jemand, der uns einlud, innezuhalten und die Welt mit Verantwortungsbewusstsein zu betrachten."

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