Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Diese mittelalterliche Seekarte aus dem Jahr 1447 wird bald auf Mallorca ausgestellt

Der Inselrat hatte die kostbare Portolankarte von Pere Rossell im Dezember 2025 erworben. Nun wird sie im Museu de Mallorca für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht

Detail der außergewöhnlichen Mittelmeer-Karte von Pere Rosell, die bem Auktionshaus Sotheby's versteigert wird.

Detail der außergewöhnlichen Mittelmeer-Karte von Pere Rosell, die bem Auktionshaus Sotheby's versteigert wird. / EFE

Folgen Sie uns bereits?Marken Sie uns als bevorzugte Medien
Hinzufügen zu Google

Es ist ein Unikat der Seefahrt: Der Inselrat von Mallorca wird ab Juni im Museu de Mallorca die illuminierte Portolankarte ausstellen, die von Pere Rossell im Jahr 1447 signiert wurde. Das außergewöhnliche Stück wurde vor Kurzem von der Inselinstitution erworben und soll nun als Teil des öffentlichen Kulturerbes den Bürgern zugänglich gemacht werden.

Antònia Roca, Dezernentin für Kultur und Denkmalschutz im Inselrat, erklärte während einer Sitzung des Plenums: "Diese Ausstellung wird es den Mallorquinern ermöglichen, die Karte aus der Nähe kennenzulernen und sie innerhalb der großen Tradition der Mallorquinischen Kartographieschule einzuordnen." Das als Navigationsinstrument konzipierte Werk kann von Juni bis November im Museum besichtigt werden.

Die älteste von zehn Karten von Pere Rossell

Der Inselrat von Mallorca erfuhr vor einigen Monaten von der Existenz einer virtuellen Auktion, die im Dezember 2025 vom Haus Sotheby’s in London organisiert wurde. Dabei kam die älteste Portolankarte der zehn von Pere Rossell signierten Navigationskarten zur Versteigerung. Er gilt als das produktivste Mitglied der Mallorquinischen Kartographieschule, die zwischen dem 13. und dem 15. Jahrhundert florierte.

Das außergewöhnlich gut erhaltene Stück illustriert den Mittelmeerraum; vor allem Anlegehäfen sind dabei eingezeichnet, während Informationen zu Territorien im Landesinneren fehlen. Die Karte ist in Latein und Katalanisch auf einer einzigen großen Pergamentmembran (56 x 94 Zentimeter) aus Kalbsleder beschrieben. Sie ist mit brauner Tinte gezeichnet und enthält Hunderte von Toponymen, die in Schwarz und Rot in kleiner gotischer Schrift geschrieben sind.

Kein Bieter außer dem Inselrat

Trotz der einmaligen Gelegenheit, ein solches historisches Juwel zu erwerben, gab es keinen Bieter außer den Inselrat. Dieser nahm direkten Kontakt mit dem Haus Sotheby’s auf, um über den Kauf zu verhandeln. Der Preis wurde auf 762.000 Pfund Sterling festgelegt (in einem früheren Bericht war von 600.000 Pfund, also etwa 687.000 Euro, die Rede gewesen).

Die Operation geschah mit Unterstützung des spanischen Kulturministeriums, das den Erwerb der Portolankarte für die Sammlungen des Museu de Mallorca als von Interesse einstufte. Auch zahlreiche Historiker auf den Balearen hatten sich für einen Ankauf durch die öffentlichen Institutionen starkgemacht. /bro

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents