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Legendäres Literaturtreffen von Formentor kehrt nach Mallorca zurück

"Conversaciones Literarias de Formentor" finden vom 1. bis 4. November wieder dort statt, wo sie ins Leben gerufen wurden. Im Mittelpunkt stehen diesmal Künstler, Nachahmer, Kopisten und die Frage, wie Kunst neu entsteht

Alberto Moravia und weitere Literaten in den 60er-Jahren im Hotel Formentor.

Alberto Moravia und weitere Literaten in den 60er-Jahren im Hotel Formentor. / ARCHIVO MARIO MUCHNIK

Mallorca bekommt ein Literaturtreffen von internationalem Format zurück: Nach fünf Jahren Wanderschaft finden die Conversaciones Literarias de Formentor dieses Jahr wieder im Hotel Formentor auf der gleichnamigen Halbinsel statt. Dort wurden sie auch gegründet und über Jahrzehnte am Leben gehalten. Wie am Montag bekannt wurde, treffen sich die Autoren und Kritikerinnen, Leserinnen und Leser vom 1. bis 4. November im mittlerweile Four Seasons Resort Mallorca genannten Luxushotel. Zum Auftakt erhält der portugiesische Schriftsteller Gonçalo M. Tavares den Premio Formentor de las Letras.

In den folgenden Tagen geht es bei den früher Converses genannten Gesprächen um das Thema „Artistas, émulos y copistas. Crear y recrear los aires del mundo“ – also um Künstler, Nachahmer und Kopisten sowie um die Frage, wie Kunst entsteht und neu geschaffen wird. Das vollständige Programm mit den teilnehmenden Autorinnen und Autoren soll in etwa zwei Wochen bekanntgegeben werden, sagte Basilio Baltasar, Direktor der Fundación Formentor, am Montag bei der Vorstellung der Vereinbarung zwischen der Stiftung und dem Four Seasons Resort Mallorca. Die Balearen-Regierung unterstützt die Rückkehr der Veranstaltung.

Zurück an den Ursprung

„Wir wollten zu den Wurzeln zurückkehren“, sagte Baltasar. Als Adan Diehl 1929 das Hotel Formentor eröffnete, habe er an ein Kulturprojekt gedacht. Schon damals sei an den Wochenenden eine Gemeinschaft aus Autoren, Kritikern, Akademikern, Verlegern und Lesern auf der Halbinsel zusammengekommen.

Ende der 1950er-Jahre erhielt das Treffen durch eine Gruppe europäischer Verleger seine offizielle Form. Zu den ersten Preisträgern gehörten Jorge Luis Borges, Samuel Beckett und Uwe Johnson. 1963 verbot das Franco-Regime die Veranstaltung. Danach zog sie durch Österreich, Frankreich, Griechenland und Tunesien. Die letzte dieser Ausgaben fand 1967 statt.

2008 wurden die Gespräche wiederbelebt, 2011 folgte der Premio Formentor de las Letras. Die bisher letzte Ausgabe auf Mallorca fand 2019 statt. Damals erhielt die französische Schriftstellerin Annie Ernaux den Preis. Drei Jahre später, 2022, bekam sie den Literaturnobelpreis. Der Premio Formentor gilt deshalb auch als eine Art Vorstufe zum Nobelpreis.

Die Four-Seasons-Kette hatte das Hotel Formentor 2020 erworben, es dann abgerissen und weitgehend originalgetreu neu aufgebaut. Nach Angaben Baltasars gilt die Vereinbarung zunächst für dieses Jahr. Er äußerte aber die Hoffnung, dass das Treffen auch künftig wieder in Formentor stattfinden kann. Die Rückkehr der Conversaciones Literarias erfülle sie mit Stolz und sei eine große Verantwortung, sagte indes Hoteldirektorin Estreya Gosalbez.

Das Plakat der Conversaciones Literarias de Formentor 2026

Das Plakat der Conversaciones Literarias de Formentor 2026 / Fundación Formentor

Sorolla auf dem Plakat

Der balearische Minister für Tourismus, Kultur und Sport, Jaume Bauzá, hob die internationale Ausstrahlung der Veranstaltung hervor. Formentor sei nicht nur ein Name, der mit der Landschaft der Insel verbunden sei. Es handle sich auch um eine Marke mit intellektuellem Prestige, die Mallorca als Kulturziel positioniere.

Das Werbeplakat zeigt ein Foto des impressionistischen Malers Joaquín Sorolla mit seinen Töchtern in Cala Sant Vicenç. Dort malte er die Küste von Pollença. Das Motiv steht in Verbindung mit dem Thema der diesjährigen Ausgabe. Schriftsteller und Fachleute sollen über aktuelle Fragen der Kunst sprechen. Dazu zählt auch die Künstliche Intelligenz, die Basilio Baltasar scherzhaft als „den Dämon“ bezeichnete.

„Es wird über alles gesprochen“, sagte Baltasar. Entscheidend sei, Fachleute einzuladen, die jeweils ihre eigene Sicht und Reflexion einbrächten. Es handle sich nicht um einen Kongress oder ein Symposium, sondern um ein Gespräch. Jeder bringe seine persönliche, intellektuelle und akademische Geschichte ein.

Preis für Gonçalo M. Tavares

Der erste Tag ist der Verleihung des Premio Formentor an Gonçalo M. Tavares vorbehalten. Die Kritik zählt ihn zu den bedeutendsten Schriftstellern portugiesischer Sprache.

Zu den früheren Preisträgern gehören auch Saul Bellow, Jorge Semprún, Witold Gombrowicz, Carlos Fuentes, Juan Goytisolo, Javier Marías, Ricardo Piglia, Enrique Vila-Matas, Roberto Calasso, Alberto Manguel, Mircea Cărtărescu, Cees Nooteboom, César Aira, Liudmila Ulítskaya, Pascal Quignard, László Krasznahorkai und Hélène Cixous.

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