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Hat die Stadt gelogen? So viel soll Palmas Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt wirklich gekostet haben

Ein Zeitungsbericht legt die tatsächlichen Kosten des Projekts dar. Demnach hätte die Stadt dreimal so viel ausgegeben, wie sie öffentlich bekannt gab

Jaime Martínez bei einer Präsentation der Kandidatur Palma 2031.

Jaime Martínez bei einer Präsentation der Kandidatur Palma 2031. / Rathaus Palma

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Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

Krachend ist die Stadt Palma im März mit der Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt gescheitert. Nachdem bereits Ende April bekannt wurde, dass die für die Bewerbung zuständige Kommission nach Ansicht der Jury das Thema komplett verfehlt hatte, droht der Stadt nun erneut Wirbel um das Projekt.

Schon seit Wochen wird nämlich in Kulturkreisen auf Mallorca gemunkelt, dass die Stadtverwaltung deutlich untertrieben haben könnte, was die Kosten der Bewerbung angeht. Diese hatte der zuständige Kulturdezernent Javier Bonet kurz nach dem Scheitern auf 82.500 Euro beziffert – und damit deutlich unter dem, was die Konkurrenten ausgegeben hatten. So habe Cáceres rund 750.000 Euro ausgegeben, Granada 650.000 Euro, Oviedo 970.000 Euro und Las Palmas sogar sagenhafte 1,9 Millionen Euro, argumentierte Bonet damals.

Kulturstadtrat Javier Bonet vor einem Werk von Joan Miró.

Hat er bewusst die Unwahrheit gesagt? Kulturstadtrat Javier Bonet vor einem Werk von Joan Miró. / B. Ramon

Die wahren Kosten

Die Zeitung "eldiario.es" hat nun Zahlen vorgelegt, wie viel die Bewerbung Palmas tatsächlich den Steuerzahler gekostet haben dürfte. Demnach belaufen sich die Kosten auf rund:

  • 59.000 Euro für Kommunikation und Markenbildung
  • 65.000 Euro für Merchandising und Werbung
  • 16.000 Euro für Reisen nach Madrid, London, San Sebastián, Berlin und Brüssel
  • 11.000 Euro für Logistik und Protokolle
  • 17.000 Euro für Dienstleistungen für das Expertengremium
  • 46.000 Euro für das Gehalt des Generaldirektors Gori Vicens
  • 33.000 Euro an eine Kommunikationsgruppe für einen Radiovertrag

Macht insgesamt rund 247.000 Euro – also das Dreifache von dem, was Javier Bonet gegenüber der Presse bekannt gegeben hatte.

Opposition fordert Rücktritt

Für die linke Oppositionspartei im Stadtrat, Més per Palma, ist dies Grund genug, um den Rücktritt des Kulturdezernenten zu fordern. „Bonet hat die Presse und die Bürgerinnen und Bürger belogen, als es um öffentliches Geld ging, und das ist sehr schwerwiegend. Wenn er in der Lage ist, vor laufenden Kameras beim Thema öffentliche Gelder zu lügen, muss man sich fragen, wozu er hinter den Kulissen fähig ist. Bonet kann keine Minute länger in seinem Amt bleiben, er muss zurücktreten“, sagte der Abgeordnete im Stadtrat Miquel Àngel Contreras. Er forderte Palmas Bürgermeister Jaime Martínez auf "alle Verträge, Rechnungen und tatsächlichen Ausgaben der gescheiterten Bewerbung“ offenzulegen.

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