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Nur vier Monate auf Mallorca – und doch unvergessen: Ausstellung über Frédéric Chopin und George Sand im Castell de Bellver

Eine Kooperation zwischen Palma und Warschau zeigt in zwei Teilen, wie Chopin und Sand das mallorquinische Leben und die Kunst prägten

Eins der ausgestellten Werke im Castell Bellver.

Eins der ausgestellten Werke im Castell Bellver. / Palma Cultura

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Auch wenn Frédéric Chopin und George Sand nur vier Monate auf Mallorca lebten, haben der polnische Pianist und Komponist und die französische Autorin die Kulturgeschichte der Insel geprägt. Und genau um diesen Einfluss handelt eine neue Ausstellung im Castell de Bellver.

Unter dem Titel „Fryderyk Chopin & George Sand a Mallorca. L’art sorgeix de la vida quotidiana“ (Fryderyk Chopin & George Sand auf Mallorca. Die Kunst kommt aus dem Alltag) ist die Schau seit vergangenem Donnerstag (21.5.) in zwei Räumen des Castell de Bellver zu sehen. Bis zum 27. Oktober beleuchtet sie die persönlichen und kreativen Welten des berühmten Paares durch Kunst, Musik und weitere Elemente.

Palma und Warschau haben kooperiert

Hinter der Ausstellung steht eine Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg: Das Rathaus Palma hat sich dafür mit dem Nationalen Fryderyk-Chopin-Institut in Warschau zusammengetan. Besiegelt wurde die Kooperation bereits am 18. Juni 2025. Dass die Schau nun im Schloss Bellver so viele Facetten zeigen kann, liegt auch an mehreren mallorquinischen Partnern: Das Museu de Mallorca, die Associació Can Vivot und die Casa Museu Can Marquès haben wichtige Leihgaben beigesteuert.

Hinzum kommen wertvolle Dokumente aus dem Besitz des Chopin-Instituts, darunter handschriftliche Briefe, die der Komponist mit George Sand austauschte. Ergänzt wird der Rundgang durch drei Originalgemälde von Joan O’Neille Rossinyol, die vom Museu de Mallorca zur Verfügung gestellt wurden und der Fundació La Caixa gehören. Hinzu kommen Lampen aus Muscheln und Glas der Associació Can Vivot sowie 18 Küchenobjekte aus der Casa Museu Can Marquès.

Zwei Teile

Die Ausstellung ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Abschnitt trägt den Titel „Naturalesa i vida quotidiana“ (Natur und Alltag) und widmet sich Chopins und Sands Erfahrungen mit der Natur, den Landschaften Mallorcas und den Herausforderungen des täglichen Lebens auf der Insel. Der zweite Teil heißt „Preludis“ und verweist auf den Zyklus von 24 Préludes für Klavier, den Chopin trotz seiner angeschlagenen Gesundheit in der Kartause von Valldemossa schuf.

Auch George Sand kommt in der Schau eine zentrale Rolle zu. Sie schrieb während des Aufenthalts das Buch "Ein Winter auf Mallorca" und beobachtete zugleich die Arbeit Chopins. Von ihr stammt auch der Text, der die Ausstellung begleitet und in dem sie als Beobachterin der Musik Chopins in Erscheinung tritt.

Eine besondere Bedeutung erhält die Musik selbst. Die Préludes Chopins im gotischen Raum des Castell de Bellver zu hören, soll den Besuchern eine Vorstellung davon vermitteln, in welchem geistigen und emotionalen Umfeld diese Werke entstanden, sagte Palmas Bürgermeister Jaime Martínez bei der Einweihung der Ausstellung. Ergänzt wird dieser Teil durch zwölf Arbeiten von Robert Spies, der einzelne Préludes in poetische Bildwelten übertrug.

Den Rundgang vervollständigen unter anderem Jósef Mecina-Krzesz’ bewegendes Gemälde „Die letzten Akkorde Fryderyk Chopins“, das das Leiden und die Nähe des Todes des Komponisten thematisiert, sowie ein Video des Balletts Petite Mort“, choreografiert zu Musik von Mozart, den Chopin außerordentlich bewunderte.

Begleitend zur Ausstellung sind zwei Führungen geplant. Die erste fand vergangenen Donnerstag statt, eine weitere soll in den kommenden Monaten folgen.

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