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Javier Bardem zum Finale, 39.000 Tickets verkauft: Das Atlàntida Film Fest auf Mallorca wird zum Großereignis

100 Filme, zahlreiche Spanien-Premieren und Javier Bardem präsentiert bei der Abschlussgala. Mitgründer und Direktor Jaume Ripoll erklärt, wie das Atlàntida Mallorca Film Fest seine Besucherzahlen verzehnfachen konnte

Der Mallorquiner Jaume Ripoll (48) ist ein echter Kino-Freak und wollte erst selbst Regisseur werden.

Der Mallorquiner Jaume Ripoll (48) ist ein echter Kino-Freak und wollte erst selbst Regisseur werden. / Nele Bendgens

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Alexandra Bosse

Alexandra Bosse

Das Atlàntida Mallorca Film Fest will mehr sein als pure Unterhaltung. Es setzt auf Entdeckungen, gesellschaftliche Debatten und Filme, die zuvor noch nie in Spanien gezeigt wurden. Die MZ im Gespräch mit dem Mitgründer und Direktor Jaume Ripoll

Javier Bardem präsentiert bei der Abschlussgala seinen neuesten Film. Hätten Sie sich so was bei der Gründung des Atlàntida-Festivals 2010 erträumt?

Das Kulturministerium hat Atlàntida erst vergangene Woche erneut zu Spaniens bestem Kulturfilmfestival des Sommers gekürt. Als wir vor 16 Jahren starteten, galt unsere Idee eines Hybridfestivals, das Musik, Film, Konferenzen und ein Open-Air-Festival kombiniert, als innovativ. Mittlerweile haben wir unseren Platz – der Abschlussfilm ist ein gutes Beispiel dafür, wie das Festival in der spanischen Filmindustrie immer mehr Anklang findet und welchen großen Sprung wir in diesem Jahr gemacht haben. Begonnen haben wir mit 4000 Besuchern, letztes Jahr waren es 45.000, wir haben also das Publikum mehr als verzehnfacht. Heute haben wir zwei Wochen vor Festivalbeginn bereits 39.000 Karten verkauft.

Die Idee eines Sommerfestivals auf Mallorca wurde immer wieder kontrovers diskutiert.

Ja, es gibt Stimmen, die sagen, dass Mallorca im Sommer keine weiteren Attraktionen bräuchte, denn die Insel sei ohnehin schon überfüllt. Dem habe ich immer widersprochen, denn ich finde es wunderbar, dass Besucher und Einheimische gemeinsam ein hochkarätiges Kulturereignis genießen können. Nehmen wir zum Beispiel Locarno, eine von Touristen vielbesuchte Stadt in der Schweiz: Dort gibt es ein bedeutendes Filmfestival im August. Warum sollte es im Sommer so etwas nicht auch auf Mallorca geben? So steht die Insel im Rampenlicht der spanischen Kinoszene. Würden wir das Filmfestival in den Herbst oder Winter legen, ginge es bei der Vielzahl anderer Festivals unter.

Das Plakat des 16. Atlàntida. | FOTO: ATLÀNTIDA

Das Plakat des 16. Atlàntida Mallorca Film Fest. / FOTO: ATLÀNTIDA

100 Filme – wie wählen Sie die aus?

Wir schauen uns jedes Jahr etwa 1.500 bis 2.000 Filme an und selektieren die unserer Meinung nach relevantesten. Es sind vor allem Filme, die noch nie in Spanien gelaufen sind. Das Niveau und die Größe eines Festivals hängen von zwei Faktoren ab: der Anzahl der Spanien-Premieren und zweitens davon, woher diese Produktionen kommen. Wir sprechen hier von Filmen, die bereits in Berlin, Locarno oder in Cannes Preise gewonnen haben.

Was empfehlen Sie den Zuschauern besonders?

Ein Festival schenkt uns die einzigartige Möglichkeit, neue Regisseure wahrzunehmen. Ich denke, das geht uns als Zuschauer und Bürger immer mehr verloren. Wir befinden uns eher in einer Phase, in der wir nur Bekanntes bestätigen, was uns ohnehin empfohlen wurde. Bei Atlàntida wollen wir die Neugier der Zuschauer fördern. Schließlich ist das Festival nach dem versunkenen Kontinent Atlantis benannt und feiert die Lust am Entdecken.

Meiner Meinung nach sollte das Festival für die Zuschauer ein Spiegel, ein Fenster und ein Rückspiegel zugleich sein.

Jaume Ripoll

— Direktor und Mitbegründer Atlàntida Film Festival.

Atlàntida steht auch für den Film als Ausgangspunkt von gesellschaftlichen Debatten.

Meiner Meinung nach sollte das Festival für die Zuschauer ein Spiegel, ein Fenster und ein Rückspiegel zugleich sein. Der Spiegel ermöglicht es, uns selbst mit all unseren Widersprüchen zu sehen; durch das Fenster können wir die Welt betrachten und gleichzeitig unserer eigenen Realität entfliehen; und der Rückspiegel hilft uns, die Vergangenheit zu betrachten, die wir nicht aus den Augen verlieren sollten. Tatsächlich ist einer der Schlüssel zum Erfolg des Festivals aber die Vielfalt und Kombination der verschiedenen Genres: Wir zeigen Thriller, Horrorfilme, Animationsfilme, Musicals, Komödien, Dokumentarfilme, Autorenfilme und Liebesfilme.

Dann gibt es noch die Filmtalks bei Atlàntida.

Richtig, die laden dazu ein, hinter die Kulissen der Filmbranche zu schauen oder mehr über die Hintergründe der erzählten Geschichten zu erfahren. So haben wir beispielsweise vor dem Film „Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“ am 25. Juli im Rívoli-Kino eine Einführung in das Leben von Astrid Lindgren vorgesehen.

Tickets und Informationen:

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