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Mit 145 Werken aus dem Museo del Prado: Große Porträt-Ausstellung im CaixaForum Palma

Bis März 2025 können Sie Meisterwerke im CaixaForum entdecken: Die große Schau "XIX. El segle del retrat" macht auf Mallorca zum letzten Mal Station

Besucher der Ausstellung in Valencia vor einem Porträt von Sorolla.

Besucher der Ausstellung in Valencia vor einem Porträt von Sorolla. / CaixaForum Valencia

Brigitte Rohm

Brigitte Rohm

Würde man der Kunst des Porträts an sich eine Ausstellung widmen, bräuchte man dazu wohl mindestens zehn große Museen. Denn diese faszinierende Gattung, bei der es um weitaus mehr geht als um die naturgetreue Abbildung des Modells, ist ein weites Feld – je nach Entstehungszeit lässt sich anhand der Werke jede Menge über das soziale Gefüge und das Selbstverständnis des Menschen in der jeweiligen Epoche lernen. Das CaixaForum hat den Fokus auf das 19. Jahrhundert gelegt und diese für das Genre besonders fruchtbare Zeit zum „Jahrhundert des Porträts“ erklärt.

Die dementsprechend betitelte, groß angelegte Ausstellung war zuvor bereits in den CaixaForen von Barcelona, Zaragoza, Sevilla und Valencia zu sehen. Nun haben wir in Palma die letzte Gelegenheit. Für gewöhnlich gibt es an jedem Standort leichte Anpassungen wie eine abweichende Auswahl an Werken oder kleinere Änderungen beim Rundgang. Welche das im Fall von Palma sein werden, war bei Redaktionsschluss noch ein gut gehütetes Geheimnis. Fest steht aber, dass wir in den Genuss von 145 Werken aus der Sammlung des Museo Nacional del Prado kommen werden, darunter Arbeiten von Goya, Madrazo, Rosales, Fortuny, Pinazo, Sorolla und Benlliure.

Porträt in all seinen Formen und Techniken

Nun könnte man bei einer solchen Schau fast ausschließlich Gemälde erwarten, doch es handelt sich hier um die erste Ausstellung in Spanien, die dem Porträt des 19. Jahrhunderts in all seinen Formen und Techniken gewidmet ist: Malerei, Skulptur, Medaillenkunst, Miniatur, Aquarell, Zeichnung, Kaltnadelradierung, Lithografie und Fotografie. Ihren Aufschwung verdankte die Porträtkunst in dieser Epoche vor allem dem Aufkommen des Bürgertums. Gleichzeitig führte die Annäherung der Künste an den Realismus zu einer zunehmend naturalistischen Darstellung von Bildnissen. Dennoch sind selbst in der Fotografie noch bestimmte Konventionen erkennbar. Diese „Codes“ zu entschlüsseln und zu interpretieren, indem man die Werke mit scharfem Blick betrachtet und sich zum Kontext schlaumacht, hat etwas von Detektivarbeit.

„Fernando VII en un campamento“ von Francisco de Goya y Lucientes, nach 1815, Öl auf Leinwand.

„Fernando VII en un campamento“ von Francisco de Goya y Lucientes, nach 1815, Öl auf Leinwand. / Fotografisches Archiv des Museo Nacional del Prado

Die Ausstellung ist in mehrere Themenbereiche unterteilt. So geht es etwa um die Darstellung der Mächtigen, wobei etwa Francisco de Goyas Porträt des Königs Ferdinand VII. in einem Feldlager heraussticht. Verdeutlicht wird auch, wie Kinderporträts seit der Aufklärung und im Zuge der Romantik einen hohen Stellenwert bekamen: Jean-Jacques Rousseaus Ideen einer „natürlichen Erziehung“ spiegeln sich dabei in der Kunst wider. An vielen Beispielen lässt sich zudem erkennen, wie die Gemälde des Barockmalers Diego Velázquez in Werken späterer Künstler nachhallen – wie bei Sorollas „María Figueroa vestida de menina“.

Führungen und Vorträge

Wer besonders tief in das Thema der Ausstellung eintauchen möchte, dem sei das Rahmenprogramm im CaixaForum ans Herz gelegt: Neben Führungen für Familien mit Kindern ab 6 Jahren wird auch eine Vortragsreihe mit dem Kunsthistoriker Miguel del Pozo angeboten, der dabei über Aspekte wie den Ursprung der Gattung, das Thema Selbstporträt oder Porträts als konkrete Momentaufnahmen aus dem Leben sprechen wird.

Ausstellungseröffnung: 21. November, 19 Uhr, zu sehen bis 2. März 2025, CaixaForum Palma, Pl. de Weyler, 3, Mo.–So. 10–20 Uhr, Eintritt: 6 Euro, mehr Infos unter: caixaforum.org.

„Concepción Serrano, después condesa de Santovenia“ von Eduardo Rosales Gallinas, 1871, Öl auf Leinwand.

„Concepción Serrano, después condesa de Santovenia“ von Eduardo Rosales Gallinas, 1871, Öl auf Leinwand. / Fotografisches Archiv des Museo Nacional del Prado

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