Mehr Miró geht nicht: Mallorca bekommt im Sommer eine Mega-Ausstellung
Die Miró-Stiftung hat ihr Programm für 2025 vorgestellt. Neben einem Kleeblatt-Großprojekt an vier Schauplätzen in Palma sind sechs Ausstellungen mit weiteren Künstlern geplant

Bild der aktuellen Ausstellung "Miró 1983" in der Miró-Stiftung. / Nele Bendgens
Der Kunstsommer in Palma wird dieses Jahr ganz im Zeichen des katalanischen Malers Joan Miró stehen. Denn ein Kleeblatt an Ausstellungsorten – Miró-Stifung, Llotja, Casal Solleric und Es Baluard – beherbergt dann ein gemeinschaftliches Großprojekt. Antònia Maria Perelló, Direktorin der Miró-Stiftung in Palma, und Kulturstadtrat Javier Bonet, haben am Montag (13.1.) erste Details des ehrgeizigen Projekts vorgestellt. Die Schau „Paysage Miró“ wird Mitte Juli eröffnet und ist bis zum 9. November in der Llotja, dem Solleric und Es Baluard sowie bis zum 11. Januar 2026 im Espai Estrella der Stiftung zu sehen.
Neben Werken von Miró sind auch Gemälde von Picasso, Kandinsky, Calder, Klee, Masson, Motherwell, Duchamp, Miralles und anderen bedeutenden Künstlern aus Mirós Kreis Teil der Ausstellung. Hinzu kommen persönliche Gegenstände wie Briefe, Fotos, Postkarten und Geschenke. Die Exponate stammen vor allem aus dem Museo Reina Sofía in Madrid, dem Museu d’Art Contemporani de Barcelona (Macba) und der Miró-Stiftung in Barcelona sowie aus dem Nachlass des Malers. Im Ausstellungspart der Miró-Stiftung wird der Fokus laut Perelló auf „Entdeckungen und das Zufällige in Mirós Werk“ gelegt. Die anderen Teile der Ausstellung konzentrieren sich auf Aspekte wie Mirós Beziehung zur Natur, zur Musik, zur Poesie, zur Kunst und zu Orten.
Keimzelle der Miró-Ausstellung
„Die Idee für diese Ausstellung geht auf eine Ausstellung in der Llotja aus dem Jahr 1978 zurück, bei der ebenfalls bedeutende Bestände aus dem Reina Sofía gezeigt wurden“, erklärte Fernando Gómez de la Cuesta. „Diese Initiative wollten wir wiederbeleben, aber mit zeitgenössischem Ansatz.“ Damals fand in der ehemaligen Seehandelsbörse eine Retrospektive statt, die durch eine Schau im Casal Solleric ergänzt wurde. Die Eröffnung wurde von den damaligen spanischen Königen Juan Carlos I. und Sofía sowie vom Präsidenten der Generalitat de Catalunya, Josep Tarradellas, besucht.

Fernando Gómez de la Cuesta, Antònia Maria Perelló und Javier Bonet bei der Präsentation des Programms 2025 der Miró-Stiftung. / B.RAMON
Nun sollen über hundert Werke den Espai Estrella der Miró-Stiftung, die Llotja, den ersten Stock des Casal Solleric und zwei weitere Säle im Es Baluard ausfüllen. Der Kulturstadtrat betonte: „Wir sind uns der Bedeutung Mirós bewusst, aber wir wollten, dass Palma stolz auf ihn ist und er zu einem Dreh- und Angelpunkt wird.“ So entwickelte sich die Ursprungsidee einer Schau in der Llotja zu einer „Paysage“, einer Landschaft, die im kommenden Sommer die ganze Stadt prägen soll.
Experimente und Videokunst
Zwar steht die große Schau „Paysage Miró“ 2025 im Mittelpunkt, doch umfasst das Programm der Miró-Stiftung ab April noch sechs weitere Kunstausstellungen. Der Espai Zero konzentriert sich auf junge Künstler wie Biel Llinàs (Felanitx, 1994), Gewinner eines PilarJuncosa-Stipendiums, der im April „Palaus de la memòria“ präsentiert. Die zweite Ausstellung in diesem Raum stammt von der Künstlerin Stel·la Rahola Matutes (Barcelona, 1980). Sie besteht aus der Installation „La Biblioteca“ mit 2.000 Teilen aus Borosilikatglas, die aus Handwerksbetrieben stammen und die dort als defekt aussortiert wurden.
Im Espai Cúbic, der experimentellen Projekten gewidmet ist, stellt zunächst Rosa Tharrats (Barcelona, 1983) aus. Die Künstlerin ist für ihre Kontraste und die Untersuchung natürlicher Muster mit allen Arten von Materialien bekannt. Anschließend wird der Palmesaner Künstler David Oliver (1989), besser bekannt als GripFace, eine Installation präsentieren, die seinen Unmut über die Selbstzerstörung unseres Planeten widerspiegelt.

Eine Installation von Rosa Tharrats. / Rosa Tharrats
Das Auditorium wird vorzugsweise für Video- oder Filmkunst genutzt, wie des renommierten Künstlers Fito Conesa (Cartagena, 1980): Dessen poetische Videos über einen verseuchten See in La Unión (Murcia) kündigen die Ankunft der Apokalypse an. Für diese Arbeit wird er mit dem Chor der UIB zusammenarbeiten und die Orgel von Can Balaguer verwenden. Anschließend wird Mabi Revuelta (Bilbao, 1967) das preisgekrönte Projekt „La máscara habitada“ zeigen – einen Film, der im Atelier Son Boter entstand und sich mit dem kreativen Prozess von Miró auseinandersetzt. /bro
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