Opernsaison auf Mallorca erstmals mit Romeo und Julia

"Roméo et Juliette" nach dem Werk von Charles Gounod ist eine Produktion der Komischen Oper in Paris. Auch mallorquinische Sängerinnen und Sänger sind im Teatre Principal dabei

Szene aus den Proben zu „Roméo et Juliette“ in Palma.

Szene aus den Proben zu „Roméo et Juliette“ in Palma. / LUIS ORTAS/TEATRE PRINCIPAL

Johannes Krayer

Johannes Krayer

Es ist ein uralter Stoff und doch beliebt wie eh und je. Das Liebesdrama um „Romeo und Julia“ fasziniert das Publikum in Theater und Oper seit Jahrhunderten. In Palma allerdings wurde die Adaption von William Shakespeare aus dem Jahr 1597 noch nie im Rahmen der Opernsaison aufgeführt. In diesem Jahr ändert sich das. Und dem Teatre Principal ist es gelungen, mit dem Ensemble der Komischen Oper (Opéra-Comique) aus Paris illustre Gäste auf die Insel zu locken – das erste Mal in der Geschichte des Teatre Principal, wie Sprecher Tomeu Homar stolz betont. Das Pariser Opernhaus bringt die Version des französischen Komponisten Charles Gounod, „Roméo et Juliette“ auf die Bühne.

Der war bereits seit dem Jahr 1839 mit dem Vorhaben schwanger gegangen, das Werk zu einer Oper zu machen. Damals war der 1818 in Paris geborene Gounod selbst Zuhörer bei der gleichnamigen Berlioz-Sinfonie. Dennoch dauerte es bis zum Jahr 1865, bis Gounod ernst machte. Am 27. April 1867 war dann Uraufführung in Paris.

"So eigenartiges wie schönes Projekt"

Die Komische Oper gilt als eines der renommiertesten Schauspielhäuser in Europa, ihre Anfänge reichen bereits ins frühe 18. Jahrhundert zurück. Ihr heutiger Direktor Éric Ruf erklärt in einem kurzen Text, wie es zu der Aufführung von „Romeo und Julia“ kam. „Die Komische Oper legte mir ein so eigenartiges wie schönes Projekt ans Herz: das gleiche Werk fürs Theater und für die Oper zu erschaffen“, schreibt Ruf.

Zwar komme in Theaterstück und Oper dasselbe Ensemble zum Einsatz, dieselben Kleider und dieselbe Bühnenausstattung, trotzdem handle es sich bei der Oper nicht um eine simple Anpassung, sondern um eine Weiterentwicklung. Es kämen weitere Charaktere hinzu, und der Gesang bringe eine Dimension in die Aufführung mit hinein, die allein durch Sprechrollen nicht möglich sei, so Ruf.

Die dramaturgischen Ideen von Gounod und Shakespeare hätten erstaunlich nahe beieinandergelegen, stellt Ruf fest. Er habe sich bei seiner Inszenierung an eine Übersetzung von François-Victor Hugo gehalten, die den Shakespeare-Text äußerst originalgetreu wiedergibt.

Das sind einige der Sängerinnen und Sänger

Besetzt ist die Aufführung, wie im Teatre Principal seit einigen Jahren üblich, unter anderem mit zahlreichen Darstellern von der Insel. Tybalt, der Rivale von Roméo, wird von José Manuel Sánchez, einem mallorquinischen Tenor verkörpert, der lange Jahre beim Landestheater in Coburg angestellt war. Auch die Rolle des Pagen von Roméo, Stéphano, füllt mit Begoña Gómez eine Mallorquinerin aus. Die Mezzosopranistin studierte unter anderem an der Universität der Künste in Berlin. Auch die meisten Nebenrollen werden von Sängern von Mallorca gespielt.

In der Hauptrolle der Juliette ist die venezolanische Sopranistin Génesis Moreno zu sehen. Die 30-Jährige wuchs in Petare, einer für Gewaltkriminalität berüchtigten Vorstadt von Caracas auf, und ist gerade dabei, sich einen Namen in Europa zu machen. Im vergangenen Jahr gewann sie den „Alfredo Kraus Wettbewerb“ auf Gran Canaria gleich in mehreren Kategorien.

Die männliche Hauptrolle des Roméo fällt dem spanischen Tenor Juan Noval-Moro zu, der aus dem nordspanischen Asturien stammt und im Gran Teatre del Liceu in Barcelona zur Stammbesetzung gehört.

Wie die Opernsaison in diesem Jahr insgesamt gelaufen ist, dazu wollen sich die Verantwortlichen des Teatre Principal erst nach den drei Aufführungen von „Roméo et Juliette“ äußern. Sprecher Homar teilt der Mallorca Zeitung aber mit, dass bislang alle Vorstellungen der Opernsaison so gut wie ausverkauft waren.

„Roméo et Juliette“: Die Oper ist im Teatre Principal am 22., 24. und 26. Mai zu sehen und dauert 180 Minuten. Eintrittskarten (25 bis 80 Euro): teatreprincipal.com