Hochkarätige Klassik auf Mallorca: Die Abende im August gehören dem Festival de Pollença
Am 4. August startet die neue Ausgabe des renommierten Festivals – mit einem höchst abwechslungsreichen Programm vom frühen Barock bis zu Komponisten aus dem 20. Jahrhundert

Der preisgekrönte Pianist Bruce Liu spielt beim Eröffnungskonzert. / Bartek Barczyk
Die Abende im August stehen wieder ganz im Zeichen der Klassik: Im Innenhof des Convent de Sant Domingo wird eine neue Edition des traditionsreichen Festival de Pollença zelebriert. Der künstlerische Leiter Pere Bonet erzählt im Gespräch mit der MZ, auf welche Highlights wir uns besonders freuen dürfen.
Für das Eröffnungskonzert am 4.8. mit dem Philharmonischen Orchester von Luxemburg sind die Karten bereits rar: „Es ist für uns eine Ehre, dieses Orchester hierzuhaben, und zwar aus drei Gründen“, sagt Bonet. „Erstens wegen seines Prestiges – das Orchester war bei uns schon 1986 zu Gast, damals unter der Leitung von Leopold Hager. Zweitens wegen des Solisten Bruce Liu, der 2021 den Internationalen Chopin-Wettbewerb gewann, seitdem eine kometenhafte Karriere hingelegt hat und ein großartiger Pianist ist. Und drittens, weil wir den Dirigenten Gustavo Gimeno dabeihaben, der zum künstlerischen Leiter des Teatro Real de Madrid 2025/26 ernannt worden ist.“
Abgesehen von der hochkarätigen Besetzung lohne sich das Konzert natürlich auch wegen des Programms: Gespielt wird das spektakuläre 5. Klavierkonzert in F-Dur, op. 103 von Camille Saint-Saëns, auch Ägyptisches Konzert (L’Égyptien) genannt, sowie die 4. (und letzte) Sinfonie von Brahms, die zu den beliebtesten Orchesterwerken des Komponisten zählt.
Kammermusik und Barock-Ensemble
Das Konzert mit der Star-Pianistin Yuja Wang am 7.8. ist seit mehr als einem Monat ausverkauft. Für das laut Bonet „begnadete“ spanische Trio Vibrart am 10.8. gibt es jedoch noch Tickets: Miguel Colom (Geige), Fernando Arias (Cello) und Juan Pérez Floristán (Piano) bestreiten den diesjährigen Kammermusik-Abend des Festivals mit zwei berühmten Werken: dem Klaviertrio No. 4 („Dumky“-Trio) von Dvořák und dem 1. Klaviertrio d-Moll op. 49 von Mendelssohn. „Das ist ein Repertoire, das einfach perfekt zum Sommer passt“, so Bonet.
Eine Reise durch das ganze Jahr gibt es indes am 17.8. mit Vivaldis Vier Jahreszeiten: Aufgeführt wird der Klassiker vom Violinisten und Dirigenten Théotime Langlois de Swarte an der Spitze des Barock-Ensembles Le Consort – mit einer Überraschung, da es zwischen den Teilen besondere Übergänge geben wird. Im ersten Teil des Konzerts spielen die Musiker weitere Werke von Vivaldi und von Legrenzi.

Théotime Langlois de Swarte. / Marco Borggreve
Gäste aus Freiburg spielen Mozart
Weiter mit Barock, aber diesmal mit Gästen aus Deutschland, geht es am 24.8., wenn das Freiburger Barockorchester das Festival beehrt. „Das Programm ist fast vollständig Mozart gewidmet“, sagt Bonet. Mit von der Partie ist der Fortepianospieler, Cembalist und Pianist Kristian Bezuidenhout, eine international bekannte Koryphäe für die historische Aufführungspraxis. Abgerundet wird der Abend durch Sinfonien von Mozart und dem „verkannten Genie“ Johann Christian Bach.
Auch ein Familienkonzert, das sich explizit an alle Generationen richtet, darf im Programm nicht fehlen. Dieses Jahr übernimmt das tschechische Quartett Cello Republic am 26.8. die Aufgabe, Kinder wie Erwachsene für klassische Musik zu begeistern – aber nicht nur dafür: „Die Bandbreite der Arrangements reicht von Tschaikowsky und Chatschaturjan bis hin zu Broadway-Musicals und Popmusik“, sagt Bonet und betont, dass es sich dabei zudem um ein Benefiz-Konzert handelt.
Eines der renommiertesten Orchester Spaniens
Der krönende Abschluss gebührt am 30.8. dem Orquestra de la Comunitat Valenciana, einem der renommiertesten Orchester Spaniens, das mit seinem künstlerischen Leiter James Gaffigan auf die Insel kommt. Bonet freut sich zudem über ein Wiedersehen mit dem armenischen Violinisten Sergei Chatschatrjan: „Er hat 2019 im Rahmen des Festivals ein Konzert gegeben, und nun wird er als Solist mit dem Orchester das monumentale Violinkonzert in d-Moll op. 47 von Sibelius interpretieren“, sagt er. „Dieses Werk ist weithin dafür bekannt, extrem schwierig und eindrucksvoll zu sein.“ Eingerahmt wird es durch die 3. Sinfonie von Brahms und die Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 op. 72b von Beethoven.
Festival de Pollença, 4.–30. August, Konzert-Beginn jeweils um 22 Uhr, Eintritt: ab 16 Euro, Tickets: gibt es auf der Website festivalpollenca.com, im Festivalbüro (Mo.-Fr. 9-14 Uhr) oder jeweils an der Abendkasse (20.30-22 Uhr).
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